#frag uns mal

Die Coronapandemie hat den pauschalen, defizitorientierten, gesellschaftlichen Diskurs (Ältere sind schwach und müssen beschützt werden) wieder verstärkt. Ein wacher Blick in die Welt um uns herum zeigt aber, dass es ganz anders zugeht.

Da ist Thomas, der mit Freunden eine Senioren-WG startet und  nebenbei für den nächsten Marathon trainiert. Petra geht mit ihren 81 Jahren auf dem Jakobsweg pilgern. Das Ehepaar Schmidt hat für die diamantene Hochzeit eine längere Kreuzfahrt gebucht. Wolfgang ist krankheitsbedingt im Vorruhestand und überlegt, ob er den Vorsitz im Heimatverein übernehmen kann. Monika und Peter (beide 69) sind für ihre vier Enkel da. Katharina - selbst 75 Jahre - hat die 97 jährige Mutter zu sich geholt und kümmert sich um deren Pflege. Heiner träumt mit 68 von einer zweiten Karriere und hat sich in der Uni eingeschrieben. Sein Freund Markus wird mit Mitte 60 noch einmal Vater.

Die für unsere Zeit typische Individualisierung und Multioptionalität der Lebensentwürfe setzt sich auch im Alter fort. Weil aus einseitigen Bildern Zuschreibungen werden können, die sich zu Normen verdichten, ist es wichtig genau hinzuschauen und Menschen jeden Lebensalters in ihrer Individualität wahrzunehmen.

„Alter“ ist eine Lebensphase mit eigenen Werten, Möglichkeiten, Einschränkungen und Aufgaben. Die Geschichten Älterer können den Blick auf die Vielfalt der Erfahrungen, Fragen und Wahrnehmungen im Prozess des Älterwerdens schärfen. Helfen Sie mit. Erzählen Sie Ihre Geschichte. Gemeinsam zeichnen wir so ein buntes Bild vom Älterwerden. Wir hoffen, dass Sie die Bilder inspirieren.