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Einführung und Verabschiedung am 9. November

Die Einführung von Hille de Maeyer als neue Handwerkspastorin wird zusammen mit der Verabschiedung ihres Vorgängers Claus Dreier stattfinden am Freitag, 9. November um 14 Uhr in der Evangelisch-reformierten Kirche in Hannover (Lavesallee / Ecke Archivstraße).

Hille de Maeyer ist neue Handwerkspastorin

„Im Grunde war Gott der erste Handwerker“, sagt Pastorin Hille de Maeyer, die zum 1. September neue Handwerkspastorin im Haus kirchlicher Dienste wird. Sie tritt die Nachfolge von Claus Dreier an, der zum 1. Mai auf eine Pfarrstelle in Ostfriesland wechselte. Als Referentin für Kirche und Handwerk wird sie im Fachbereich Kirche. Wirtschaft. Arbeitswelt eng zusammenarbeiten mit dem Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (KDA) und dem Kirchlichen Dienst auf dem Lande (KDL).

Im ersten Buch Mose im zweiten Kapitel heißt es: „Da machte Gott der Herr den Menschen aus  Staub von der Erde. Und Gott der Herr baute eine Frau aus der Rippe, die er von dem Menschen nahm.“ „Dem Handwerk wird dadurch eine besondere Würdigung zu Teil“, findet die Theologin, die selbst in einem Familienbetrieb groß wurde. Ihre Familie führte seit vielen Generationen einen Gasthof in Marx in Ostfriesland. „Mir ist von Kindheit an vertraut, was es heißt, wenn ein Betrieb die Existenzgrundlage für die Familie bildet. Meine Mutter war für die Küche verantwortlich, mein Vater hat die Gäste bewirtet“, so de Maeyer. „Schon als Kind habe ich mitgeholfen und mir so mein erstes Geld verdient.“ Im Handwerk gibt es noch immer viele Familienbetriebe und viele Angehörige, die mitarbeiten, etwa Ehefrauen, die die Buchführung übernehmen.

„Das Handwerk finde ich einfach faszinierend“, sagt de Maeyer. „Wenn ich überlege, welche Handwerker ich in meiner Nähe kenne – einen Frisör, Tischler, Goldschmied und eine Optikerin – dann fällt mir auf, dass sie vieles gemeinsam haben. Sie arbeiten mit Hingabe und Leidenschaft. Sie verstehen es, auf die Wünsche ihrer Kunden einzugehen und kreativ nach Lösungen zu suchen.“ Handwerksbetriebe bieten überdurchschnittlich viele Ausbildungsplätze an und sind auch in strukturschwachen Regionen vertreten. Das Handwerk kennt eine lange Tradition der Willkommenskultur. Hier sieht de Maeyer Anknüpfungspunkte für die Arbeit mit Geflüchteten, die ihr Vorgänger, Claus Dreier ja bereits begonnen hat.

Als Handwerkspastorin wird sie bei Freisprechungsfeiern und Meisterehrungen die Kirche repräsentieren und Kontakt zu Innungen und Handwerkskammern halten. Ebenfalls wird sie die Themen des Handwerks in den kirchlichen Kontext einbringen. Für die ersten 100 Tage hat de Maeyer sich vorgenommen, erst einmal Besuche zu machen. Sie möchte hören, was Handwerkerinnen und Handwerker bewegt, welche Fragen sie haben und wie Kirche sie begleiten kann. „Ich würde auch gern dem einen oder der anderen bei der Arbeit über die Schulter schauen!“, gesteht die Pastorin. Vor allem aber möchte sie Kirche und Handwerk miteinander ins Gespräch bringen.

Erste Ideen hat sie dafür auch schon. Über die bestehenden Angebote wie die Freisprechungsfeiern, Handwerksgottesdienste oder Betriebsbesuche hinaus kann sie sich zum Beispiel Kirchenführungen zusammen mit Handwerkern vorstellen. „Ich würde gerne Handwerker einladen und sie fragen: Wie entsteht eine Orgel? Was ist das Besondere am Mauerwerk? Wie arbeitet ein Steinmetz? Ich glaube, dass Menschen neugierig sind und das wissen möchten“, so die 56-Jährige. Auch wenn nach einer Restaurierung eine Kirche wieder eingeweiht wird, könnten Handwerkerinnen zu Wort kommen. „Ebenso würde ich gerne in Gottesdiensten Handwerkern die Gelegenheit geben, von ihrer Arbeit zu erzählen.“

Von 2005 bis 2008 versah sie die Pfarrstelle der Kapernaum-Kirchengemeinde in Resse. Zur Zeit ist Hille de Maeyer noch Krankenhausseelsorgerin im Klinikum Lehrte und im Klinikum Wahrendorff. Neben den Gesprächen mit den Patienten erlebte sie hier auch die Kontakte zu den verschiedenen Berufsgruppen, die in einer Klinik tätig sind, als Bereicherung. Sie erfuhr von der Situation der Pflegekräfte, deren Arbeit immer dichter wird, von dem Arbeitsethos, mit dem die Mitarbeitenden in der Hauswirtschaft ihre Aufgaben erfüllen und führte Gespräche mit den Auszubildenden über ihre Motivation für den Beruf und ihre ersten Erfahrungen in der Arbeitswelt. „Es ist für mich ein Geschenk, wenn Menschen von sich erzählen und wenn sie mir ihr Vertrauen schenken“, sagt die Seelsorgerin.

De Maeyer hat drei erwachsene Töchter. Sie arbeitet gern im Garten, mag gutes Essen, lange Spaziergänge, Italien und Handwerkskunst in alten Kirchen.

(Text: Susanne Ruge/Matthias Jung)

Kirche und Handwerk – von Anfang an eine Erfolgsgeschichte

Kirche und Handwerk verbindet eine lange Geschichte. Auf ihren ersten Seiten erzählt die Bibel: Gott ist ein Handwerker. Er machte den Menschen aus Staub von der Erde. Und er baute eine Frau aus der Rippe, die er von dem Menschen nahm (1. Mose 2, 7 und 22).

Ganz bildhaft beschreibt die Bibel, was Gott tut. Er benutzt Material wie ein Handwerker und er gestaltet das Material wie ein Handwerker. Mit seinen Händen baut Gott die Welt. Seine Schöpfung lässt ahnen, mit welcher Hingabe und Leidenschaft er zu Werk geht.

Groß vom Handwerk denken

Von Anfang an gehört das Handwerk zu Gottes Schöpfung und erfährt dadurch eine besondere Würdigung. Es ist herausgehoben aus der Vielzahl der Berufe. Sägen, backen, schrauben, schneidern: Etwas mit den Händen zu tun, hat seinen eigenen Wert.

Bei einer Freisprechungsfeier hat ein Jahrgangsbester das zum Ausdruck gebracht, stolz und selbstbewusst: „Am Abend kann ich sehen, fühlen und greifen, was ich geschafft habe.“ Der Dachstuhl ist errichtet, das Auto repariert, das Brillenglas in die Fassung eingepasst, die Hochzeitstorte verziert.

Wie wunderbar ist das denn …

Kirche und Handwerk bewahren ihr Wissen um die Gemeinsamkeiten in lebendigen Traditionen. Handwerkerinnen und Handwerker bauen seit alters die Kirchen und halten sie instand. Sie verstehen sich auf die Kunst des Glockengießens und das Schmieden von Abendmahlskelchen. Biblische Bilder zieren manches Innungszeichen. Und bei jedem Festakt erinnert das Handwerk an seinen Ursprung mit der Bitte: „Gott segne das ehrbare Handwerk.“

Für Kirche und Handwerk ist das ein wunderbarer Grund, auch die Gegenwart zu gestalten – miteinander. Frauen und Männer feiern Handwerksgottesdienste zu Beginn eines Gildetages oder in einer ausgeräumten Kirche auf der Baustelle. Superintendentinnen und Pastoren erzählen in Grußworten und Festreden von ihrer Wertschätzung für das Handwerk. Im Gespräch mit dem Kreishandwerksmeister oder der Obermeisterin erfahren sie von den Herausforderungen im Handwerk.

Kirche und Handwerk gestalten miteinander die Gegenwart, bunt und ideenreich. Machen Sie mit?!

Ich freue mich auf Sie.

Kontakt

Hille de Maeyer
Tel.: 0511 1241-461
Fax: 0511 1241-900
Aufgabenbereich:

Referentin für Kirche und Handwerk

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