Pilotprojekt: Qualitätsentwicklung in Kirchenkreisen

kompass
Foto: Joachim Lau

Anknüpfend an die positiven Erfahrungen der Qualitätsentwicklung in Kirchengemeinden und Regionen“ hat die Synode sich für ein Pilotprojet für Kirchenkreise ausgesprochen. In diesem neuen Projekt wird das für die Landeskirche entwickelte Verfahren in einem modifizierten Rahmen für Kirchenkreise umgesetzt.

Das Modell basiert auf einem ganzheitlichen Ansatz, der die Organisation als Gesamtheit in den Blick nimmt und die Einbeziehung der beteiligten Menschen als wichtiges Element ansieht.

Für ein ausgewähltes Handlungsfeld setzen die beteiligten Kirchenkreise den Dreischritt des Qualitätsentwicklungsmodells in einem strukturierten und begleiteten Prozess um.

In der ersten Etappe werden unter der Frage „Wer sind wir?“  historische Entwicklungen und die geistliche Prägung des Kirchenkreises beleuchtet, eine Analyse des gewählten Handlungsfeldes vorgenommen und strategische Ziele definiert.

In der zweiten Etappe erfolgt der Blick auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Prozesse im Handlungsfeld sowie die benötigten und vorhandenen Ressourcen.

In der dritten Etappe werden Ziele überprüft, Schlussfolgerungen gezogen, die Ergebnisse veröffentlicht und ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess initiiert.

Die angebotenen Themenfelder bieten die Möglichkeit, exemplarisch in einem Handlungsbereich des Kirchenkreises die vorhandenen Aufgaben mit der Methodik und dem Instrumentarium von Qualitätsentwicklung wahrzunehmen.

Die folgenden Handlungsfelder können im Pilotprojekt von den Kirchenkreisen bearbeitet werden:

  • Die Grundstandards und die dazu entwickelten Konzepte, exemplarisch für einen Grundstandard: wie können Konzept und formulierte Ziele genutzt werden, damit unter den gegebenen Bedingungen eine qualitativ hochwertige inhaltliche Arbeit in dem Handlungsfeld gelingt?
  • Visitation: wie können Beteiligung, Kommunikation, Abläufe gestaltet werden, um den Nutzen der Visitation für Kirchenkreis, Gemeinden (und Regionen) noch wirksamer zu machen?
  • Verknüpfung der vorhandenen systemischen Formate zur Wahrnehmung der Kirchenkreisaufgaben: wie können Ergebnisse/Erkenntnisse der Visitation, der Kirchenkreiskonzepte, der Jahresgespräche (…) zusammengeführt werden?
  • Kommunikation im Kirchenkreis: welche Kommunikations- und Entscheidungswege müssen wie aussehen, um effektives Handeln im Kirchenkreis zu gewährleisten und Zufriedenheit bei allen Beteiligten zu erreichen? Wie kann Wissenstransfer verlässlich gelingen?
  • Gebäudemanagement/Bau: welche Entscheidungen und Schritte müssen unter den gegebenen Rahmenbedingungen wie, von wem und mit wem getan werden und wie sollen sie kommuniziert werden?
  • Ehrenamtliches Engagement: welche fördernden und konzeptionellen Aufgaben fallen dem Kirchenkreis – in Abstimmung mit Gemeinden und Regionen - zu?

Die teilnehmenden Kirchenkreise bilden Qualitätsentwicklungszirkel, die den strukturierten QE-Prozess zugeschnitten auf die Themenwahl ihres Kirchenkreises umsetzen. Diese QE-Zirkel sollten aus fünf bis sieben Personen bestehen, die Interesse,  Motivation und ggf. Kenntnisse für eine Qualitätsentwicklung mitbringen und sich als Multiplikatoren im Kirchenkreis verstehen.

Die Rückbindung an die Leitungsgremien sollte durch die Zusammensetzung des QE-Zirkels gewährleistet sein. Ehrenamt und Hauptamt sollen in einem angemessenen Verhältnis vertreten sein. Auch die Möglichkeit für Menschen, die themenbezogen punktuell mitarbeiten möchten, sollte gegeben sein. Bereits im Vorfeld sollte der QE-Zirkel in Abstimmung mit den Leitungsgremien entschieden haben, an welchem Handlungsfeld im Projektzeitraum gearbeitet werden soll.

Die QE- Zirkel nehmen an verbindlichen zentralen Veranstaltungen teil, in denen sie das Modell, die Schritte zur Umsetzung und die anzuwendenden Instrumente kennenlernen und die Möglichkeit zur Reflexion haben werden.
Qualifizierte Beraterinnen und Berater unterstützen die QE-Zirkel vor Ort bei der Entwicklung und Umsetzung des jeweils auf den Kirchenkreis und die spezifischen Fragestellungen zugeschnittenen Prozesses.

Die Landeskirche trägt die Kosten des Projektes. Teilnehmende Kirchenkreise tragen lediglich die Fahrtkosten zu den zentralen Veranstaltungen und Kosten, die für die Projektdurchführung im Kirchenkreis entstehen.

Über die Teilnahme entscheidet der „Lenkungskreis Qualitätsentwicklung“.