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Quelle: HkD

„Zukunft leben“ - Ein Nachbarschaftsprojekt

15. Mai 2019

Warum gibt es das Projekt?

Die Politik, die Industrie, die Supermärkte, die Landwirte – alle müssten vieles anders machen, soll Klimaschutz gelingen. Auch die Kirche muss mitmachen. Das sind alles richtige Einsichten, aber sie bewegen wenig bis nichts. Was können wir machen, als Familie, als Einkäufer, als Autofahrerin, als Rentner im ganz gewöhnlichen Alltagsleben?
Wo trägt unser Verhalten zur Gefährdung der Zukunft unserer Kinder und Enkel bei? Was können wir vielleicht ganz anders machen und wo sind wir bereit, es gemeinsam mit anderen einmal für einen begrenzten Zeitraum auszuprobieren?
Menschen zu bewegen, das Klima zu schützen und ein gutes Leben auch für Kinder und Enkel zu ermöglichen ist ein zentrales Ziel des Projekts. Ein weiteres Ziel ist, hoffnungsvolles Leben auch in einer Klimakatastrophe zu lernen und angesichts von konkreten Bedrohungen handlungsfähig zu bleiben – Würde zu bewahren, die eigene und die anderer.

Worum geht’s?

Kleine Nachbarschaftsgruppen von maximal 10 Familien oder Einzelpersonen treffen sich über einen selbstbestimmten Zeitraum von mindestens 6 bis maximal 24 Monaten monatlich für einen Abend. Sie entscheiden, was sie beim eigenen Klimaschutz am meisten interessiert und wo sie eine Möglichkeit für ihren eigenen Beitrag sehen. Sie verabreden einen konkreten Plan, den sie in der Projektlaufzeit verfolgen wollen und berichten in den monatlichen Treffen von ihren Schritten. Ihr Ziel ist die Senkung ihres Treibhausgasausstoßes. Ein Höhepunkt kann ein klimafreundliches Fest, ein Event oder ein kleines Projekt für die Nachbarschaft sein.

Initiiert wird die Gruppe von einer Person, die sich für Umweltschutzfragen engagieren möchte und die möglichst zwei oder drei andere ebenfalls dafür gewinnen kann (aus einem Umweltschutzverein, einem Grüner-Hahn-Umweltteam, einer Wandergruppe etc.).
Diese Personen wenden sich an ihren Kirchenvorstand, Pastor*in oder Grüner-Hahn-Umweltteam, berichten von ihrer Idee und bitten um Erlaubnis, eine Nachbarschaftsgruppe gründen zu dürfen und für diese Gruppe hin und wieder stundenweise einen Gemeinderaum nutzen zu können.
Der Kirchenvorstand bestätigt schriftlich, dass eine solche Nachbarschaftsgruppe willkommen wäre; hin und wieder für eine begrenzte Zeit einen Gemeinderaum nutzen dürfte, verpflichtet sich aber zu keiner weiteren Beschäftigung mit dem Thema oder zur Übernahme weiterer Kosten.

Wann geht es los?

Offizieller Projektstart soll am 1.September 2019 sein – vorher ist noch viel zu tun: Die Gemeinde fragen, erste Kontakte knüpfen, erste Anfragen von Interessierten annehmen – melden Sie sich am besten jetzt gleich beim Arbeitsfeld Umwelt- und Klimaschutz! Eine erste Interessensbekundung brauchen wir bis zum 30. Juni, das Schreiben der Gemeinde bis 31. Juli 2019!

Falls Sie diese Fristen nicht einhalten können, melden Sie sich bitte trotzdem bei uns! Es wird dennoch eine Projektteilnahme möglich sein.

Wie geht das alles und wer unterstützt das wie?

Bei der Gründung der Nachbarschaftsgruppe bietet das Arbeitsfeld Umwelt- und Klimaschutz (Projektleitung) konkrete personelle Hilfe:
Sobald sich eine Person mit der Projektleitung in Verbindung setzt, erhält sie folgende Unterstützung:

  1. Bei Bedarf: Kommunikation mit dem Kirchenvorstand, bevor der KV bestätigt hat, dass ihm eine Nachbarschaftsgruppe willkommen wäre.
  2. Besuch vor Ort und Beratung mit den Initiatoren: Wie kann man vor Ort eine Nachbarschaftsgruppe initiieren? Was wäre ein geeigneter Treffpunkt? Wen lädt man ein? Mit welcher Methode lädt man ein?
  3. Die Projektleitung erstellt Materialien für die Einladung, die z. B. verschickt oder vor Ort von den Initiatoren verteilt werden und die im Gemeindebrief abgedruckt werden.
  4. Beim ersten Treffen sind die Initiatoren und die Projektleitung anwesend und moderieren die Veranstaltung mit dem Ziel, Menschen zu gewinnen, die für einen überschaubaren Zeitraum konkretes Klimaschutzverhalten ausprobieren wollen.
  5. Auch das zweite Treffen wird von der Projektleitung begleitet. Ziel des Treffens ist es, dass die Beteiligten sich konkrete Klimaschutzschritte vornehmen und darüber regelmäßig berichten wollen. Außerdem wird das genaue weitere Vorgehen in der Nachbarschaftsgruppe verabredet (Wie lange soll die Gruppe mindestens bestehen bleiben? Wann trifft man sich wo wieder usw.)
  6. Für die Umsetzung kleiner Projekte wird eine Finanzierung gewährleistet.
  7. Bei Bedarf gibt die Projektleitung während des gesamten Projekts Informationen in Form von Materialien oder Kurzvorträgen.
  8. Die Projektleitung ist für eine begleitende Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich.
  9. Beim letzten Treffen oder spätestens nach 20 Monaten ist die Projektleitung wieder dabei und wertet mit den Teilnehmenden das Projekt aus.

Was sind beispielhafte Klimaschutzschritte?

  • Gemeinsam oder allein klimaschonend kochen
  • Gemeinsam oder allein einen Gemüsegarten anlegen und eine Saison lang bewirtschaften
  • Einen Weltladen-Verkaufsstand organisieren
  • Gemeinsam einen überdachten Fahrradständer beim Gemeindehaus planen und realisieren
  • Zuhause Heizenergie einsparen, ohne zu frieren und mit ganz geringem Investitionsaufwand
  • regionale Beratungsangebote für Klimaschutzmaßnahmen nutzen
  • Treibhausgasausstoß des eigenen Mobilitätsverhalten kennen lernen und Optimierungen ausprobieren

Was kostet das?

Die Bundesregierung fördert das Projekt zu 70 %, der Rest wird aus Kirchensteuermitteln finanziert. Den Teilnehmenden kostet es also gar nichts, der Kirchengemeinde auch nicht.

Wo kann man sich z. B. treffen?

  • Bei lokalen Handwerksbetrieben, wenn in der Werkstatt nicht gearbeitet wird. Der Meister erzählt kurz, was sein Handwerk mit Klimaschutz zu tun hat und die Gruppe diskutiert, inwieweit das für den eigenen Haushalt bedeutsam sein kann…
  • Auf Bauernhöfen, im Gemeindesaal, im Garten, im Altarraum, in einer Küche, um Museum, einer Fahrradwerkstatt….

Wer kann teilnehmen?

Alle, die sich für die Zukunft mitverantwortlich fühlen.

Was hat das mit der Kirchengemeinde zu tun?

Die Ev.-luth. Landeskirche Hannovers versteht Klimaschutz als eine ihrer Kernaufgaben. Kirche – das sind vor allem Gemeinden und Gemeindeglieder, die mit ihrem Reden und Handeln ihren Glauben vor allem dort bezeugen, wo sie sind und leben. Sie laden Menschen ein, mit ihnen gemeinsam ein Leben zu führen, dass möglichst allen dient, mindestens aber niemandem schadet: Menschen nicht und der Schöpfung auch nicht.

Bei Interesse melden Sie sich bitte bei:

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Ulrike Wolf
Archivstr. 3
30169 Hannover
Tel.: 0511 1241-534
Einrichtung:

Haus kirchlicher Dienste

Aufgabenbereich:

Referentin für Umwelt- und Klimaschutz
Klimaschutzmanagerin