Projekt Landschaftswerte

Worum geht es in diesem Projekt? Wie ist es entstanden?

„Landschaftswerte“ ist ein Pilotprojekt mit dem Ziel, exemplarisch Flächen auf neun kirchlichen Friedhöfen unter dem Fokus Erhöhung der Biodiversität und Attraktivität umzugestalten. Es ist Teil der Angebote des Arbeitsfelds Umwelt- und Klimaschutz zum Thema „Biodiversität auf Friedhöfen“. Die teilnehmenden Friedhöfe beschäftigten sich – zum Teil schon mehrere Jahre – im Rahmen des Umweltmanagementprogramms „Der Grüne Hahn“ mit der Frage, wie sie einen Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung leisten können.

Wie wird das Projekt finanziert?

Zur Finanzierung der Personalkosten, der Kosten für Pflanzen und der Arbeiten auf den Friedhöfen wurden Fördermittel der Europäischen Union und des Landes Niedersachsen in Höhe von ca. 600.000 €  eingeworben - und damit ein Zuschuss von 65 % der Gesamtkosten.

Was passiert auf den Friedhöfen?

Ziel des Projektes ist es, bis Mai 2021 auf neun Friedhöfen (Gesamtfläche 17,5 ha) viele verschiedene kleine Maßnahmen umzusetzen und Angebote für heimische Tiere zu schaffen und Flächen in einer Größe von ca. 4 ha so umzugestalten, dass dort standortangepasste Biotope entstehen.

Welche Friedhöfe nehmen teil?

Karte der Teilnehmenden Kirchengemeinden am Projekt Landschaftswerte
Karte der Teilnehmenden Kirchengemeinden am Projekt Landschaftswerte

Am Projekt nehmen neun evangelische Friedhöfe teil. Sie liegen in Bad Rothenfelde, Barum, auf Borkum, in Engter, Meinerdingen, Meppen, Müden, Natendorf und Suderburg.

Rahmenbedingungen für die Friedhöfe

Die teilnehmenden Kirchengemeinden haben sich verpflichtet, mindestens zwölf Jahre lang die Flächen im neu gestalteten Sinne zu erhalten und zu pflegen. Sie sind keine Neulinge auf dem Gebiete des Naturschutzes auf ihrem Friedhof: Sie alle etablieren bereits ein Umweltmanagement nach EMAS – Der Grüne Hahn: Dabei wird der Friedhof extern nach dem Standard Grüner Hahn zertifiziert, entsprechend der höchsten europäischen Umweltnorm (EMAS). Damit machen sie nach innen und außen deutlich, dass der Naturschutz auf ihrem Friedhof eine wichtige Rolle spielt und sie so zur Bewahrung der Schöpfung beitragen wollen.

Was ist die Vision des Projekts?

Mehr Biodiversität auf kirchlichen Friedhöfen ist ein Baustein zur Bewahrung der Schöpfung. Auf ihren eigenen Grundstücken können Kirchengemeinden aktiv werden. Langfristig sollen wertvolle Lebensräume auf Friedhöfen geschaffen werden.

Gleichzeitig können Kirchengemeinden als Friedhofsträger dadurch zukunftsfähiger werden. Es soll gezeigt werden, wie ökologisch wertvolle Umgestaltungen auch die ökonomische Situation von kirchlichen Friedhöfen verbessern können.

Die Information und die Beteiligung der Haupt- und Ehrenamtlichen der Gemeinde und der Friedhofsbesucher sind wichtige Elemente. So kann das Projekt vor Ort zeigen, wie naturnahe Flächen mit einem hohen Mehrwert für die heimische Tierwelt gestaltet werden können. Die Ergebnisse des Projekts sollen Vorbild in der gesamten Landeskirche und darüber hinaus werden.

Gefördert durch die Europäische Union und das Land Niedersachsen
Gefördert durch die Europäische Union und das Land Niedersachsen

Kontakt

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Joana Cavaco
Tel.: 0511 1241-740

Referentin für Umwelt- und Klimaschutz

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Astrid Lahmann
Tel.: 0511 1241-716

Referentin für Umwelt- und Klimaschutz
 

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Dr. Isabella Jordan
Tel.: 0511 1241-534

Referentin für Umwelt- und Klimaschutz

Film zum Thema "Biodiversität auf kirchlichen Friedhöfen"

Gedreht wurde der Film auf dem evangelischen Friedhof Meinerdingen in der Lüneburger Heide.

Dieser Friedhof zeigt anschaulich, was aus eigenem Bestreben und mit Unterstützung der Umweltreferent*innen geschafft werden kann. Als die Verantwortlichen in Meinerdingen von den Angeboten des Hauses kirchlicher Dienste erfuhren, waren sie in der Entwicklungsplanung für den Friedhof an einem Punkt angekommen, an dem sie neue Impulse brauchten. Bis dahin hatte die Gemeinde aber schon einiges erreicht und bewegt. Im Jahr 2010 wurde eine neue pflegefreie Grabanlage eingeweiht, der „Friedpark Meinerdingen“, der den Zeitgeist der Menschen traf und dem Wunsch nach einer naturnahen Bestattung nachkam. Im Jahr 2012 fanden sich Ehrenamtliche zu einem Friedhofsteam zusammen, die den Friedhof pflegen ­ als Antwort auf den gestiegenen Kostendruck. Einen wichtigen Impuls fürs Weitermachen boten dann die verschiedenen Schulungen und die Einführung des Umweltmanagementsystems „Der Grüne Hahn“ (2014) mit Bestandsanalyse und neuen Perspektiven. Auch der Friedhof in Meinerdingen steht vor der Herausforderung durch eine sich verändernde Bestattungskultur bei sinkender Flächennachfrage – obwohl die Sterbezahlen ansteigen – und den damit einhergehenden finanziellen Einbußen, Lösungen zu finden.

Mit der Teilnahme am Landschaftswerte-Projekt werden nun einige Bereiche des Friedhofs mit Fördergeldern der Europäischen Union und dem Land Niedersachsen umgestaltet. Neue alternative Bestattungsangebote (Heidebeete und ein Birkenhalbkreis mit Staudenunterpflanzung), die für die Angehörigen pflegefrei sind sowie der Rückbau von Wegen, das Pflanzen einer Allee und Obstbäumen sowie das Anlegen von Hecken und die Einsaat von Wiesen- und Saummischungen, die zur Extensivierung von Rasenflächen beitragen, werden mitfinanziert. Mit heimischen Pflanzen und regionalen Materialien soll die Artenvielfalt erhöht und die Attraktivität des Friedhofs gesteigert werden, um auch die ökonomische Zukunftsfähigkeit des Friedhofs zu sichern.