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St.-Marien-Kirche Wienhausen

Wienhausen, Kloster, Ecke200

Auskünfte: www.kirche-celle.de

 

Beschreibung der St.-Marien-Kirche Wienhausen

Baugeschichte:

Die älteste bauliche Gestalt der Kirche in Wienhausen liegt im Dunkeln. In Urkunden von 1051 und 1057 ist sie als Mutterkirche bezeugt, etwas später als Sitz eines Archidiakons. Seit dem 11./12. Jh. gab es einen einschiffigen romanischen Bau. Ein Turm an der Westseite musste offenbar dem Bau der Nonnenkirche weichen. Der freistehende Glockenturm ist seit dem 15. Jh. bezeugt.
Zwischen 1221 und 1229 begann der Bau des Klosters, vermutlich im östlichen Bereich des heutigen Klosterhofes. 1233 bestätigte der Bischof von Hildesheim die Klostergründung in Wienhausen. Um 1310 entstand der Westflügel und um 1330 die gotische Nonnenkirche, deren Ostgiebel an die Westseite der alten Archidiakonatskirche grenzt. Bald wurde die als Gemeindekirche genutzte romanische Kirche um ein
schmales Schiff nach Süden verbreitert (gotisch). Vorher bildete die Südfront beider Kirchen eine Linie. Gleichzeitig hat man die Nordwand der Gemeindekirche erhöht.
Im späten Barock wurde ein umfassender Umbau der Gemeindekirche ausgeführt (1703 - 1710).
Durch Verbreiterung des Chorraumes entstand ein gleichmäßiger Saalbau mit schlichter Voutendecke (im Frühjahr 1979 erneuert). Die ehemals durchlaufenden barocken Emporen an der Nord- und Südseite wurden 1955/56 auf die heutige Länge verkürzt. Spätestens mit dem Umbau 1703/10, wahrscheinlich aber schon früher, wurde der östliche Teil des Erdgeschosses unter dem Nonnenchor der Gemeindekirche hinzufügt.
Eine früher vorhandene Tür in der Nordwand in diesem Bereich zum Erdgeschoss des südlichen Kreuzganges im Kloster ist heute vermauert.
1927 wurde das bis dahin verputzte Außenmauerwerk freigelegt: Raseneisenstein und vor allem Backstein (Klosterformat).

Ausstattung:

Die erste Orgel baute 1587 ein Braunschweiger Orgelbauer. Sie wurde nach vollständiger Erneuerung (1709) durch ein Werk des Goslarer Meisters Breust im Jahre 1861 ersetzt. Sie hatte ihren Platz auf der Ostempore hinter dem Altar.
Die heutige Orgel ist ein Werk der Orgelbaufirma Hammer aus Arnum bei Hannover (1956, Vervollständigung 1971). Sie hat zwei Manualwerke und ein Pedalwerk mit insgesamt 23 klingenden Stimmen bzw. 1574 Pfeifen. Sie ist ausgerüstet mit Tonkanzellen-Schleifladen und einer rein mechanischen Spiel- und Registertraktur.
Die Kanzel stammt aus der 2. Hälfte des 17. Jh.,der Amtszeit des Pastors Joh. Heinr. Uchländer (1651 - 1695, Bild an der Südwand im Chorraum). Sie wurde wie andere ältere Teile dem Gesamtaufbau des Kanzelaltars zu Beginn des 18. Jh. eingefügt.
In den fünf Nischen stehen der segnende Jesus und die vier Evangelisten Matthäus, Markus (Löwe), Lukas (Stier) und Johannes (Adler). Die früher vorhandenen Altarschranken sind heute entfernt. Zwei geschnitzte Engel, die diese Schranken zur Gemeinde hin begrenzten, tragen jetzt die Taufschale (Bronzeguss). In der Predella unter der Kanzel ist ein Ölbild mit einer Darstellung des Abendmahls. In den Ostfenstern hinter dem Kanzelaltar zwei Glasbilder (Verkündigung des Engels an Maria, heilige Familie) von 1954. Der schmiedeeiserne Leuchter (Dornenkrone) im Chorraum ist eine Arbeit von Hilko Schomerus, Burgdorf, von 1989.