Auferstehungsweg
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Der Auferstehungsweg: einmalig und kopierfähig zugleich

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Ohne Zweifel: Jesu Weg vom Kreuz zur Auferstehung ist einmalig.

Er selbst ist diesen Weg zuerst gegangen, hat die Felsen des Todes gesprengt, den Vorhang zwischen Gott und uns Menschen zerrissen und ewiges Leben in die Zeit gebracht. Der Auferstehungsweg ist zuerst und eigentlich sein Weg. Niemand kann ihn ohne Jesus Christus je gehen. Vom Tod zum Leben. Von der Zeit in die Ewigkeit. Von Mensch zu Gott. Vom Sterben zur Auferstehung. Ohne Jesus ist dieser Weg undenkbar.

Er ist ihn gegangen – und das bleibt einmalig… und wird dennoch kopierbar für jene, die in seiner Nachfolge mitgehen. Auch wir stehen unter der Verheißung, diesen Weg zu gehen, ja ihn bereits gegangen zu sein. So bleibt es nicht bei Jesu einsamem Weg. Wir gehen mit, sind mit ihm unterwegs auf dem Weg ins Leben.

Die Auferstehung ist das zentrale Ereignis christlichen Glaubens. Ja, Jesu Leiden und Sterben sind wichtig und zeigen uns die Liebe und die Gegenwart des Vaters. Aber was wären sie ohne die Auferstehung? „Ist Christus nicht auferstanden, wäre unser Glaube nichtig“, betont Paulus. Es lohnt sich, einmal das 15. Kapitel des 1. Korintherbriefes zu lesen und zu entdecken, wie grundlegend für Paulus die Auferstehung für alles, was nach (und auch vor) dem Kreuz geschieht, ist. 2.000 Jahre Christentum und auch Ihr und mein Glaube wären die tragische Geschichte einer Illusion, wenn Christus nicht auferstanden wäre. So aber sind sie die Geschichte des Lebens, das letztlich immer wieder über den Tod triumphiert.

Die Auferstehung ist Jesu Weg. Und sie wird zu Ihrem und meinem Weg.
Sie ist einmalig und doch kopierfähig.

Wie der Auferstehungsweg.

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Im Mai 2003 besuchen Mitarbeitende der Missionarischen Dienste und Kirche im Tourismus Rom. Wir hoffen, dass die Begegnung mit der kirchlichen Metropole uns inspiriert. Zu Recht!

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Im Süden der Stadt besichtigen wir die Katakomben. Gräber. Etwas abseits entdecken wir den Weg. „Via Lucis“ (Der Lichtweg) wird er genannt. Er zeigt Bronzereliefs zu biblischen Geschichten der Auferstehung. Auf etwa 800 Metern sind 14 Stationen aufgestellt und die Betrachter werden von der Kreuzigung zur Pfingstgeschichte geführt. Wir sind fasziniert. Nicht unbedingt von der Art der Darstellung – aber von der Idee.

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Wir kennen Kreuzwege. Das Thema Passion, Leiden und Kreuz nimmt in unserer Tradition einen weiten Raum ein. Die Passionszeit ist auch im Verlauf des Kirchenjahres deutlich spürbar – so sehr, dass der christliche Glaube für viele Menschen etwas Schweres, Schwermütiges und Anstrengendes ausstrahlt.
Ostern dagegen wird nur kurz gefühlt. Offiziell wiederholt sich die Feier der Auferstehung ja an jedem Sonntag. Aber in der Realität gerät Ostern schnell aus dem Blick – und damit auch die zentrale Botschaft christlichen Glaubens. Dies möchten wir mit dem Projekt Auferstehungsweg ändern oder zumindest eine Beschäftigung mit den Auferstehungsgeschichten ermöglichen. Und so kommt es zum Projekt:

Der Auferstehungsweg ist beschlossene Sache.

Wir gewinnen den Künstler Werner Steinbrecher aus Allenbostel (Gemeinde Hanstedt) für das Projekt. Ich begleite ihn im Prozess der Arbeit an den Bildern und bin fasziniert, wie die alten Texte bildhaft zu sprechen beginnen.

Wir freuen uns, dass die Mitarbeitenden von den Missionarischen Diensten und Kirche im Tourismus an einem Strang ziehen, gemeinsam das Material zusammentragen und sich für den Weg einsetzen. In der Region Hanstedt/Ebstorf entstehen interessante Kooperationen zwischen politischen und kirchlichen Einrichtungen. Wir finden Sponsoren. Schon in der Planungsphase sind Viele begeistert und wollen auch in ihrer Gemeinde einen Auferstehungsweg errichten.

Wir können das Projekt beim Kirchentag in Hannover platzieren, werden den regionalen Besinnungsweg am Ostermontag in Hanstedt eröffnen, vorstellen und über die Präsentation im Haus kirchlicher Dienste viele weitere Kooperationspartner erreichen. Es ist schön, sich für eine derartige Annerkennung findende Sache einzusetzen. Zumal auch das Projekt Der Auferstehungsweg einmalig ist, vielleicht sogar weltweit. Wir finden Ostergärten, den Lichtweg in Rom und vor allem Kreuzwege … aber von einem Auferstehungsweg haben wir bisher nicht gehört. Also ist dieses Projekt vielleicht wirklich einmalig.

Aber nicht mehr lange! Wir hoffen, dass es oft kopiert wird. Dazu kann man unser Material bestellen aber auch Eigenes erarbeiten. Wichtig ist vor allem, dass möglichst viele Menschen mit der Botschaft der Auferstehung und des Lebens erreicht werden. Wenn der Auferstehungsweg dies leistet, hat er seinen Sinn erfüllt. Die Begegnung mit den biblischen Geschichten und deren aktuelle Bedeutung, der Austausch über Zweifel und Glaube, um Enttäuschung und Hoffnung und letztlich die Begegnung mit dem Auferstandenen selbst sind die Hoffungen und Erwartungen, die wir an den Auferstehungsweg knüpfen.

Schon jetzt sind wir gewiss, dass uns unser Herr nicht enttäuscht.

Diakon Hermann Brünjes
Haus kirchlicher Dienste
Missionarische Dienste