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Bild: Fiedels @ fotolia.com, Grafik: HkD

Interview mit Dorothee Kanitz

Was versprechen Sie sich von der Teilnahme an der Initiative Gemeinwesendiakonie?

Wir versprechen uns eine Begleitung, damit wir objektiver hingucken. Wir haben unseren typischen Gemeindeblick und wollen Unterstützung dabei bekommen, anders hinzugucken in unseren Stadtteil und in das, was unser Profil als Stadtrandgemeinde schärfen kann. Wir haben sechs Stadtrandgemeinden in Lüneburg und die Frage ist: „Können alle überleben? Und wenn ja, mit welchem Profil?“ Da wollen wir unser diakonisches Profil noch stärken.

Was ist Ihre Vision, bezogen auf das zukünftige Gemeindezentrum?

Unsere Vision ist, dass wir neben den Kindern aus dem Stadtteil auch die Elterngeneration und die Senioren erreichen und dass wir das Ganze mehr vernetzen. Damit die Menschen sich begegnen und wenn sie sich im Stadtteil treffen auch wiederbegegnen und sich freuen, dass sie sich sehen.

Wir wollen, dass die Räumlichkeiten, die schon da sind, bekannter und öffentlicher werden, dass es nicht nur ganz bestimmte Leute sind, die da ohnehin hingehen. Man soll es als Möglichkeit im Stadtteil wahrnehmen, sich zu treffen.

Wo sehen Sie die Herausforderungen für Ihre Gemeinde und für ihren Stadtteil?

Die eine Herausforderung ist, für diesen Stadtteil, der eigentlich kein Leben mehr hat, nur Wohnen, einen Punkt zu schaffen, über den man sagen kann: „Hier kann man hingehen. Das ist nicht so weit. Man muss nicht runter in die Stadt fahren.“ Die zweite Herausforderung für die Gemeinde liegt darin, dass wir noch ein Neubaugebiet haben, das sich aber überhaupt nicht in diesen Stadtteil hin orientiert. Wir wollen sehen, was wir da anbieten können. Brauchen die Menschen dort etwas extra oder gibt es da auch eine Möglichkeit, das zu integrieren? Außerdem gibt es in unserem bisherigen Stadtteil einen Generationswechsel in der Bevölkerung, viele Menschen aus Einwandererfamilien aus ganz verschiedenen Herkunftsländern. Da wollen wir gucken, ob sie von uns profitieren können oder wir von ihnen.

Was würde dem Stadtteil denn fehlen, wenn es die Gemeinde nicht gäbe?

Die Kindertafel würde fehlen und die Kitas, die beiden, die wir anbieten. Aber die würden wahrscheinlich von einem anderen Träger übernommen. Bei der Kindertafel würde eventuell die Diakonie als Träger einsteigen. Es freuen sich alle, dass es da ist, aber ob sich jemand bereiterklärt, es weiterzuführen, ist eine andere Frage. Die Kindertafel ist eine Kinderbetreuung von 12.30 Uhr bis um 17 Uhr mit Mittagstisch, Hausaufgabenbetreuung, Nachhilfe und Freizeitangebot. Das ist ein ziemlich umfassendes Angebot und zwar an jedem Schultag.

Foto: Stefan Heinze

Pastorin Dorothee Kanitz,
Vorsitzende des Kirchenvorstands