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Bild: Fiedels @ fotolia.com, Grafik: HkD

Hildesheim

Ev.-luth. Lukas-Kirchengemeinde und röm.-kath. St. Altfrid-Kirchengemeinde in Hildesheim-Ochtersum

Vorhaben

  • Mehr über die Bedürfnisse der Menschen vor Ort erfahren
  • Öffnung des Cafés LUCA in den Stadtteil

Interview mit Sandra Heiting

Wo sehen Sie die Chancen einer ökumenischen Zusammenarbeit der beiden Kirchengemeinden?

Ochtersum als Stadtteil an sich hat wenig Begegnungsmöglichkeiten für die Stadtteilbewohner. Die katholische Gemeinde und wir als evangelische Gemeinde sind zwei Anbieter, die schon Räume schaffen für Begegnung. Sich da jetzt zusammenzutun, bietet sich einfach an, weil wir gemeinsam noch einmal ganz andere Horizonte öffnen können und auch noch einmal ganz anders denken und planen können, vielleicht ganz andere Anknüpfungspunkte finden, über die wir Menschen erreichen. Beide Gemeinden haben den Wunsch, es so hinzubekommen, dass die Hemmschwelle relativ niedrig ist. Es sollen sich auch Menschen angesprochen fühlen, die keiner der beiden Gemeinden angehören, die einfach zum Stadtteil gehören und unsere Angebote dann nutzen als Begegnungsort.

Unsere Gemeinden schätzen sich untereinander und arbeiten an vielen Stellen schon im Kleinen zusammen, zum Beispiel bei den Einschulungsgottesdiensten. Da lag es nahe, bei der Suche nach einem Projektpartner auf unsere katholische Nachbargemeinde zu kommen.  

Welche Rolle wünschen Sie sich zukünftig für Ihr Café LUCA?

Wir wünschen uns, dass das Café noch mehr als Café im Stadtteil wahrgenommen wird, nicht nur von evangelischen und katholischen Gemeindemitgliedern, sondern auch von Stadtteilbewohnern, auch von Leuten, die vielleicht von außen kommen in den Stadtteil hinein und das Café kennenlernen, auch als etwas Besonderes. Ein Café in der Kirche erstaunt ja vielleicht erst einmal. Wir würden gerne noch mehr zum Treffpunkt werden, zu einem Ort, an dem sich Menschen begegnen.

Welche Bedeutung hat die Kirchengemeinde im Zusammenspiel mit der Kommune?

Im Stadtteil selbst sind wir schon bekannt. Schon bevor es das Café gab, haben wir immer wieder versucht, uns zu vernetzen, mit dem Jugendzentrum, dem Seniorenheim. Auch mit dem Ortsrat, der uns unterstützt, mit dem wir zusammenarbeiten. Da werden wir wahrgenommen als ein Ort, an dem Arbeit läuft, wo offene Türen sind für Ideen.

Wir haben das bei unserem 40-jährigen Jubiläum gemerkt. Da gab es sehr große Anteilnahme aus dem Stadtteil, sogar Unterstützung aus der Kommune von Leuten die uns wahrgenommen und die dann mit uns gefeiert haben. Unser Ortsbürgermeister ist sogar in der Lukas-Stiftung Mitglied, er ist, glaube ich, sogar Vorsitzender. Da gibt es eine gute Zusammenarbeit.

Interview mit Margret Strake

Wo sehen Sie die Chancen einer ökumenischen Zusammenarbeit der beiden Kirchengemeinden?

Darin, Synergieeffekte zu nutzen vor Ort. Gerade in der diakonischen und karitativen Arbeit müssen wir nicht etwas doppelt machen, sondern können besser gemeinsam ein Ziel angehen oder schauen, dass wir die gesamte, kleine Ortsgemeinde Ochtersum dort auch gemeinsam abdecken mit unseren Angeboten. Jeder hat andere Ideen, neue Ideen, andere Räumlichkeiten, Kontakte, Beziehungen. Ich denke, gerade die menschlichen Beziehungen untereinander sind sehr wichtig, um diakonische und karitative Arbeit zu leisten, besonders die Beziehungen zwischen den katholischen und evangelischen Gemeindemitgliedern.

Welche Rolle wünschen Sie sich zukünftig für Ihr Café LUCA?

Das Café ist für mich eine gute Möglichkeit, um diese Kontakte zu bündeln oder offene Treffen möglich zu machen. Dass geht, wenn die Atmosphäre in so einer Gemeinde wirklich offen und entspannt ist, so, dass sich jeder wohlfühlt und auch jeder gern dort hingeht. Das wäre das Ziel und so sollte sich dieses Café auch orientieren: Wirklich ein Treffpunkt, ein Anlaufpunkt für Menschen in Not zu werden, die dort Ansprechpartner finden.

Welche Bedeutung hat die Kirchengemeinde im Zusammenspiel mit der Kommune?

Sie sollte eigentlich integriert sein und spürbar sein in der Kommune. Das ist sie sicher als katholische und evangelische Gemeinde. Aber ich glaube, wir können da noch einiges erreichen, indem wir mehr zusammenarbeiten mit den kommunalen Vertretern dieser Gemeinde. Da findet eigentlich nicht so viel statt. Einzelne Personen haben natürlich Kontakte. Es wäre gut, wenn man auch da eine bessere Vernetzung hinbekommt. Offen und bereit zur Zusammenarbeit sind die Vertreter der Kommune sicherlich.

Foto: Sandra Heiting

Sandra Heiting,
Diakonin in der Lukas-Kirchengemeinde, Koordinatorin Café LUCA

Foto: Stefan Heinze

Magret Strake,
Mitglied des Pfarrgemeinderats der Röm.-kath. St. Altfrid-Gemeinde