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Foto: www.clipdealer.de

Lernhaus der Frauen

Nachricht 10. August 2022

„LERNHAUS“: 21 KULTURMITTLERINNEN IN ROSDORF AUSGEBILDET – WEITERE INTERESSIERTE GESUCHT

21 Frauen mit Wurzeln in Deutschland, Russland, Südafrika, Syrien, Ägypten, Indien, Chile, Nicaragua, Kurdistan, Kamerun, der Türkei und dem Libanon können sich ab sofort Kulturmittlerinnen nennen. Am 9. Juli haben sie ihr Abschlusszertifikat für die Absolvierung des  Projekts „Transkulturelles und interreligiöses Lernhaus der Frauen“ im Familienzentrum  Rosdorf erhalten. Die Teilnehmerinnen im Alter von 20 bis 67 Jahren gehören unterschiedlichen Religionen an oder sind auch nicht religiös geprägt. Im Rahmen des Weiterbildungsangebots der Evangelischen Erwachsenenbildung (EEB) Niedersachsen und dem Arbeitsfeld Evangelische Frauen* (Haus kirchlicher Dienste) haben sie sich seit September 2021 ca. einmal im Monat getroffen und sich mit vielen unterschiedlichen Themen auseinandergesetzt, z.B. Fragen der Biographiearbeit, unterschiedlichen Kommunikationsmethoden, Rassismus/Sexismus, queeres Leben als Frau in Deutschland, Frausein in unterschiedlichen Kulturen/Religionen, Gender Data Gap, die fünf Weltreligionen, …  

Ziel des Projekts ist es, nicht nur den Frauen mittels des Zertifikats eine zukunftsorientierte Zusatzqualifizierung für den Beruf, zum beruflichen Wiedereinstieg oder für das ehrenamtliche Engagement zu bieten, sondern auch Brücken zu bauen in einer vielfältigen Gesellschaft, so Projektleiterin Dr. Vivien Neugebauer von der EEB Niedersachsen. Denn die Frauen mit unterschiedlichem kulturellen und religiösen Hintergrund wirken als Multiplikatorinnen und  tragen ihr Wissen und ihre Erkenntnisse aus dem Kurs in ihr Umfeld, beruflich und privat, und können so zu einem besseren Miteinander in der Gesellschaft beitragen. „Für mich ist das Lernhaus der Frauen ein Ort, an dem ich mich in einer Gruppe von komplett unterschiedlichen und zu Anfang auch fremden Menschen sofort pudelwohl und auch so, wie ich bin, jederzeit herzlich willkommen gefühlt habe“, so eine Teilnehmerin im Rahmen der  Zertifikatsübergabe. Ihre Kollegin ergänzt: „Das Lernhaus ist ein Ort, an dem man unterschiedliche Kulturen und Religionen kennenlernt, und auch nette und freundliche Frauen.  Es ist ein Ort der Kreativität und Entfaltung. Wenn man daran interessiert ist, mit anderen auf  Augenhöhe zu kommunizieren, ist das Lernhaus der richtige Ort dafür.“  Die Teilnehmerinnen möchten sich nach den Sommerferien regelmäßig weiter treffen und sind offen für weitere Interessentinnen. Diese können sich gerne per E-Mail bei Susanne Sander melden. 

Von 2021 bis 2024 führt die EEB Niedersachsen mit ihren Kooperationspartner:innen fünf  Lernhäuser an mehreren Standorten durch. Rosdorf ist einer davon. Schirmherrin des  landesweiten Projekts ist die Niedersächsische Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe,  Doris Schröder‐Köpf. Gefördert wird das Projekt von der Hanns‐Lilje‐Stiftung, der Klosterkammer Hannover, der LEADER‐Region Göttinger Land, dem Landkreis Göttingen, der  Dr. Buhrmann Stiftung für interreligiöse Verständigung und der Konföderation evangelischer  Kirchen in Niedersachsen.

Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis Göttingen

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Susanne Paul

Landespastorin für Arbeit mit Frauen

Das Konzept des Lernhauses

Dialog zwischen Kulturen und Religionen auf Augenhöhe, mit Respekt und Empathie?

Ein Jahr lang treffen sich einmal im Monat bildungsinteressierte Frauen verschiedener Religionen und Kulturen und tauschen sich über ihre Lebensgeschichten aus. Sie lernen im transkulturellen und interreligiösen Lernhaus der Frauen, wie sie gewaltfrei und auf Augenhöhe, mit Respekt und Empathie kommunizieren können. Zudem bekommen sie Strategien zur Lösung von Konflikten an die Hand, die sich aus unterschiedlichen Wertvorstellungen ergeben.

Die Themen und Inhalte der Abende bestimmten die Teilnehmerinnen selbst. Die Erfahrung früherer Kurse zeigt, dass es häufig um Frauenbilder, Rassismus- und Gewalterfahrungen geht, aber auch um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder sexuelle Identität. Die Absolventinnen sollen ihre Kenntnisse weitertragen in ihre Familien, Freundeskreise, Glaubensgemeinschaften Berufe und ehrenamtlichen Tätigkeiten. Ziel ist es außerdem, die Frauen in ihren Kompetenzen und in ihrem Selbstbewusstsein zu stärken.