kopfgrafik_transparent_zu_weiss_Frauenwerk

Foto: www.clipdealer.de

Wechselnde Pfade, Schatten und Licht…

Nachricht 29. Oktober 2021

Pilgern zu den Lüneburger Klöstern 11.-15.09.21

Gemeinsam Aufbrechen, 11 Frauen zwischen Ende 40 und Anfang 80, uns der erfahrenen Führung von Hanne und Gertrud anvertrauen, auf Teerstraßen, Feldwegen und wurzeligen Pfaden, durch Dörfer und schattige Wälder. Mal war der Himmel grau und frischer Wind, mal wärmte uns die Sonne, aber Petrus hat es gut mit uns gemeint, geregnet hat es erst bei der Abfahrt.

Da gab es alles zwischen Durststrecke, müden Füßen und dem beschwingten Gefühl von „es geht sich von selber“, 16-20km pro Tag, alle haben wir am Ende den Weg geschafft!

Das Gehen, Schritt für Schritt, mit allen Sinnen unterwegs:

Zeit für anregende Gespräche,

Zeit über Blumen, Bäume, und Grillenzirpen zu staunen

Zeit für gemeinsames Schweigen,

Zeit die anregenden Impulse von Hanne und Gertrud wirken zu lassen,

Zeit Gedanken und Gefühlen abseits vom Alltagstrubel nachzuspüren,

Zeit sich im Glauben und von den anderen getragen zu fühlen...

Und dann wurden uns abends in den Klöstern herzlich sonst verschlossene Türen geöffnet und unsere Füße mit einer Öl-Salz-Massage verwöhnt, eine Wohltat. Und wir staunten über die blumenbunte Vielfalt in den „geheimen Gärten“ hinter den Klostermauern. Abends wurde uns an festlich gedeckten Tischen köstliche Suppe serviert, der Blumenschmuck aus dem Klostergarten - ein Augenschmaus. Beim Essen kamen wir mit den Frauen aus den Klöstern ins persönliche Gespräch, interessant von verschiedenen Motivationen zu hören, sich nach dem Berufsleben für eine neue Lebensaufgabe, -Form zu entscheiden.

Wir bekommen einen vielfältigen, interessanten Einblick in die kultur- und kunsthistorische und spirituelle Entwicklung der Klöster über die Jahrhunderte.

Bei so reichhaltigem Tagesprogramm kam manchmal Rückzugsraum und Zeit die vielen Eindrücke wirken zu lassen etwas zu kurz,

Dennoch brechen wir am Ende anders wieder nach Hause auf

„Ausgang und Eingang, Anfang und Ende, liegen bei Dir Herr, füll Du uns die Hände.“

wir gehen erfüllt und reich beschenkt weiter, jede auf ganz besondere Weise.

In mir klingen gerade viele fröhliche Augenblicke und Lachen miteinander nach. Sehr berührt haben mich unsere mehrstimmigen Kanonmelodien, im kerzenbeleuchteten Nonnenchor oder beim Gehen durch den Kreuzgang und ich summe sie jetzt manchmal noch vor mich hin.

 

Mechthild Holzer