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Foto: www.clipdealer.de

Stade - Emissionsfreie Schokolade

Nachricht 15. Mai 2020

Gut gelaunt parken Rolf Wilhelm und Dietrich Gohde ihre Fahrräder vor „Kapitel 17“ in der Hökerstraße in Stade. Es ist kühl und regnerisch. Das ist gut so, denn ihre Fahrradtaschen sind prall gefüllt mit 24 kg Schokolade. Rolf und Dietrich sind Schokoladenfahrer – ehrenamtlich. „Wir dachten schon, Corona macht uns komplett einen Strich durch die Rechnung und die schon lange geplante Schokofahrt könnte gar nicht stattfinden“, erzählt Rolf Wilhelm. „Wir mussten ein bisschen improvisieren, aber nun sind wir ja da!“ „Das ist nämlich eine tolle Sache mit dieser Schokolade hier in unseren Packtaschen“, ergänzt Dietrich Gohde begeistert. „Die ist nämlich von der Kakaobohne bis in den Mund der Leute, die sie hier im Laden kaufen, emissionsfrei!“

„Alles beginnt mit den ‚chocolatemakers‘, den beiden Niederländern Enver & Rodney“, erklärt Susanne Decker-Michalek für die Weltgruppe Stade, die ihren Sitz in „Kapitel 17“ hat. Enver und Rodney betreiben eine Schokoladenmanufaktur direkt im Hafen von Amsterdam, kaufen biologischen und fair gehandelten Kakao von Kooperativen und arbeiten in jedem Schritt nachhaltig.  Wie das geht erklärt Marina Vollmann von der Weltgruppe: „Die Kakaobohnen für diese Schokolade kommen aus der Dominikanischen Republik. Zweimal im Jahr, im Frühjahr und im Herbst, kommt von dort eine Lieferung mit dem Segelschiff ‚Tres Hombres‘ nach Amsterdam. Nur mit Windkraft – emissionsfrei. Und dort in Amsterdam wird bei den ‚chocolatemakers‘ edle Schokolade daraus gemacht. Die Maschinen werden ausschließlich mit Sonnenenergie betrieben.“

Und dann kommen Leute wie Rolf und Dietrich ins Spiel – die Schokofahrer. Ursprünglich wollten sie die für „Kapitel 17“ bestellte Schokolade direkt in Amsterdam an der Manufaktur abholen. Das ist der übliche Weg der Schokofahrten im Frühjahr und im Herbst. Aber das war in diesem Jahr wegen Corona nicht möglich – geschlossene Grenzen, keine Übernachtungs- und Einkehrmöglichkeiten für die Fahrer*innen unterwegs. „Darum gibt es in diesem Frühling halt eine Schokofahrt light“ erklärt Rolf mit einem Augenzwinkern. Mit GLS wurde die bestellte Schokolade von Amsterdam mit dem E-Auto zu verschiedenen Knotenpunkten gebracht, unter anderem auch nach Hamburg. Jochen Becker vom ADFC Reinbek hat die Organisation übernommen, dass alle beteiligten Läden in Norddeutschland von Kiel über Flensburg, von Lüneburg bis Stade von Hamburg aus per Fahrrad mit ihrer bestellten Schokolade beliefert werden. Und  GLS hat sich verpflichtet, eine Klimaausgleichszahlung zu tätigen, die wiederum Kaffeebauern in Peru zu Gute kommen soll. So kann der Gedanke der Emissionsfreiheit erhalten bleiben – trotz Corona.

„Am 1. Mai haben wir eine Radtour nach Hamburg gemacht und an der Elphi die Schokolade für Stade entgegengenommen. Und jetzt sind wir hier!“ Die beiden Schokofahrer strahlen.

„Wir sind so glücklich, dass alles trotz Corona noch geklappt hat“, ergänzt Susanne Decker-Michalek. „Denn nun können wir hier in Stade exklusiv diese tolle Schokolade anbieten. Das ist doch gerade jetzt wichtig: Schokolade ist ja gut für die Nerven und das Immunsystem! Das können wir jetzt alle gut gebrauchen!“

Und wenn die 24 kg in „Kapitel 17“ alle sind? Im Herbst kann hoffentlich die nächste Schokofahrt wie geplant stattfinden. Vielleicht auch wieder mit Rolf und Dietrich.

Betreiberin des „Kapitel 17“ ist die Stader Bibel- und Missionsgesellschaft. In den Geschäftsräumen in der Hökerstraße wird neben fair gehandelten Waren christliche Literatur angeboten und über die Arbeit der Kirchen in Stade informiert.