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Grafik: HkD

Jahreskonferenz 2018

Nachricht 11. März 2018

Gute Leitung – stärkster Faktor für Berufszufriedenheit von Diakonen und Diakoninnen

Jahreskonferenz der Diakone und Diakoninnen vom 5. – 6. März in Hermannsburg

Eine Studie des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD zur Berufs- und Arbeitszufriedenheit der Diakon*innen der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers wurde auf der Jahreskonferenz der Berufsgruppe am 5. Und 6. März in Hermannsburg vorgestellt und diskutiert. Der Einladung zur Konferenz unter dem Titel „Diakon*in.Echt.Stark“ folgten 100 Diakon*innen aus dem gesamten Einzugsgebiet der Landeskirche. Hier wurde die Studie erstmals der Öffentlichkeit präsentiert und einzelne Aspekte in Workshops beraten.

Ulf Endewardt vom Institut e-mares, stellte die Befragungsergebnisse  vor „Das Stimmungsbild der Diakon*innen und Anstellungsträger kann als durchweg positiv gesehen werden. Die Diakon*innen sind zufrieden mit ihrer Arbeit, die Anstellungsträger ebenso mit der Tätigkeit der Diakon*innen.“ Erstaunlich, denn die Vorbefragung zeichnete ein ganz anderes Bild. Tatsächlich sind hohe Arbeitsbelastungen vorhanden, auch der Bedeutungsverlust von Kirche wird von den Diakon*innen als Stressfaktor benannt. Selbständiges Arbeiten und der Umfang der Gestaltungsmöglichkeiten wird jedoch als große Stärke nicht nur von der Berufsgruppe selbst, sondern ebenso von den Superintendent*innen beschrieben.

Gute Leitung, so Dr. Gunther Schendel vom Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD, ist der stärkste Faktor für Berufszufriedenheit. „Das hat die Befragung ganz klar ergeben. Hier ist Nachbesserungsbedarf.“ Faktoren guter Führungskultur sind Transparenz, Anerkennung und Wertschätzung sowie vertrauensvolle Zusammenarbeit. Als Grenzgänger beschreibt Schendel die Berufsgruppe, die zwischen Rolle, Anforderungen und Kompetenzen balancieren muss. Sie sind ausgebildet als Generalisten, müssen sich im Berufsfeld jedoch häufig als Spezialisten weiterentwickeln und bewähren. (Mehr zum Berufsbild)

Zugleich entwickelt sich in der Landeskirche ein gegenläufiger Trend: Es werden einerseits zunehmend Diakon*innenstellen eingespart (Statistik), andererseits durch Ruhestände immer mehr Stellen ausgeschrieben (Stellenausschreibungen). Nicht alle Stellen sind gut besetzbar, da sie befristet oder als Teilzeitstellen keine Zukunftsperspektive für junge doppelt qualifizierte Absolvent*innen der Ausbildungsstätten bieten. „Wir brauchen attraktive Stellen, wenn Kirche uns haben möchte!“, appellierte Moritz Thöle-Weimar, Absolvent der Hochschule Hannover im Anerkennungsjahr.