Erkenntnis

Wir haben bei den Mitarbeitenden in den Büchereien der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers nachgefragt, wie es ihnen in der  „geschlossenen“ Zeit seit März dieses Jahres erging. Wir haben viele Eindrücke bekommen. Ein paar Wochen sind seitdem vergangen und Sie lesen aus Momentaufnahmen kurz vor den Sommerferien 2020.

Welche Erkenntnis haben sie gewonnen? Was hat sich für Sie verändert? Was hat Ihnen gefehlt?

Es ist wichtig, dass die Leser den Medienbestand einsehen können im Internet oder über eine Homepage und nicht nur, wenn sie in der Bücherei vor dem Regal stehen. Daher sind wir weiterhin dabei, den Altbestand in BVS einzugeben.

Die Vor- und Nacharbeiten (alleine die Hygiene) von Öffnungszeiten braucht jetzt viel mehr Zeit. Es ist auch mehr zu organisieren, um ehrenamtliche Mitarbeiter einzubinden, damit sie von Zuhause arbeiten können (z.B. einbinden). Vor Corona war alles in der Bücherei und die ehrenamtlichen Mitarbeiter kamen dorthin, um zu helfen.

Mir fehlt der Kontakt zu den Lesern, die sich nur möglichst kurz in der Bücherei aufhalten sollen und auch zu den Mitarbeitern, die Zuhause arbeiten, denn auch mit denen wird kurz und knapp die Arbeit besprochen. Teamtreffen sind im Moment nicht möglich.

Zudem ist die […] Kirchengemeinde in einem Stadtteil ansässig, der in der Mehrheit der mittleren und höheren Einkommensklasse zuzuordnen ist. Die Leserinnen sehen die Bücherei eher als Kommunikationsort / nutzen aufgrund der hohen Lesefrequenz die Möglichkeit die häusliche Raumkapazitäten nicht sprengen / können die einmalige Nutzung eines Buches nicht mit einer nachhaltigen Nutzung von Ressourcen in Einklang bringen.

Es ist vieles möglich und machbar. Noch sind wir nicht im normalen Ausleihmodus. Es dürfen sich gleichzeitig nur 3 Personen im Büchereiraum aufhalten. Die vielen Gespräche der Leser miteinander fallen fast weg. Es gab immer regen Austausch. Auch meine vielen Gespräche mit den Lesern kommen viel zu kurz. Zuhören wenn nötig und möglich ist mir sehr wichtig.

Die Bücherei ist seit 1986 ein fester Bestandteil meiner Freizeitgestaltung. […] Natürlich fehlt mir die Arbeit, die persönlichen Kontakte mit Mitstreiterinnen und Leserinnen, aber mein Verständnis für die auferlegten Maßnahmen ist nach wie vor zu 100% vorhanden. Meine persönlichen Animositäten stelle ich gerne der Gesundheit aller hinten an. Ich möchte schließlich auch, dass alle sich an die Regeln halten, damit mir und meinen Lieben nichts passiert.

Ich habe die Erkenntnis gewonnen, dass die Büchereiarbeit ohne Wenn und Aber mein liebstes Ehrenamt ist. Ich habe alles sehr vermisst, deshalb war ich auch so oft da. Ein anderes Ehrenamt in der Kirche habe ich gar nicht vermisst und werde es beenden, sobald es möglich ist. Die Zeit, die ich durch die Abgabe übrig habe, werde ich dann in die Büchereiarbeit stecken. 

 Eindeutig der Kontakt mit den Menschen.

Die Website und die verkürzte Öffnungszeit (1 Tag Bestellung/ 1 Tag Abholung) wird gut angenommen. Die Leser, freuen sich uns zu sehen und mit uns zusprechen, auch wenn stöbern nicht erlaubt ist.

Ich habe mich oft alleingelassen gefühlt. Vom KV hätte ich mir mehr Unterstützung erhofft. Außerdem haben sich direkt 4 Frauen vom Team wegen der Pandemie aus dem Team verabschiedet. Das macht mich traurig und enttäuscht.

gefehlt hat der Kontakt zu den Kindern, die Zusammenarbeit mit der Grundschule

Dass man als Leitung alleine steht. Eine Mitarbeiterin hat sich, auch Aufgrund des Alters verabschiedet. Die Absprachen und das Klönen.

Als Erkenntnis nehme ich mit, dass mir besonders der persönliche Kontakt mit den Lesern gefehlt hat. Unsere regelmäßigen Veranstaltungen in der Kita mussten ausfallen und leider konnten wir die künftigen Schulkinder auch nicht verabschieden.

Wir müssen uns an die Gegebenheiten anpassen und das Beste daraus machen.  Der Umgang mit anderen ist etwas distanzierter. Unsere Leser haben uns gefehlt.. 

die Bücherei

Wir werden in Kürze wieder beginnen mit dem Bücherwagen über die Station zu gehen.

Wir bräuchten dringend mehr Mitarbeiter und eventuell eine bessere Ausstattung, damit wir eventuell auch eine Online-Ausleihe anbieten könnten. Bisher [14.07.] ist unsere Bücherei noch geschlossen. Insbesondere Frau […] hat sicherlich der Kontakt zu den Kunden gefehlt.

Die Bücherei ist wichtig für die Dorfgemeinschaft. Unter den neuen Ausleihbedingungen mit zahlenmäßig beschränktem Zugang zur Bücherei fehlt der interaktive Aspekt des 'Klönschnacks' und die Beratung der Leserinnen und Leser findet auch sehr viel eingeschränkter statt, was mir persönlich sehr fehlt.

Dank der sozialen Medien konnten wir den Kontakt jedoch halten und der gute Service spricht sich herum.

Uns allen fehlt der direkte Kontakt zu den Nutzern und untereinander. Wir würden uns sehr freuen, wenn wir tatsächlich Ende August wieder regelmäßig öffnen dürften.

Das Krankenhaus war sehr aufgeschlossen und kooperativ zu uns.

Die Ausleihzahlen gehen massiv zurück. Es findet kein Bücherflohmarkt statt. Nur unseren Schaukasten im Eingangsbereich gestalten wir etwa 14-tägig neu.

Ich hoffe sehr, dass unser Team weiterhin motiviert bleibt, auch ohne monatliche Besprechungen, Buchvorstellungen und Fortbildungen. Ich denke, erst wenn das Krankenhaus wieder für alle Besucher/innen geöffnet werden kann, wird unsere Büchereiarbeit vom Team wieder mit Freude gemacht werden.

Seit Mai sind wir wieder für unsere Leser/innen da, allerdings mit nur einem Öffnungstag pro Woche. So können die zurückgegebenen Medien eine Woche "in Quarantäne" gehen und wir ersparen uns damit die dauernde Desinfektion, die sicher weder den Medien noch der Umwelt guttut. Das Ganze hat sich gut eingespielt, wir haben am Ausleihtag immer gut zu tun, alle verhalten sich ganz brav - an dieser Stelle vielen Dank an eliport für die Plakatvorlage mit den Corona-Regeln! Die erwachsenen Leser kommen nahezu in der üblichen Anzahl, jetzt allerdings "geballt" (mit Abstand und Schlangestehen) alle an einem Tag. Einen Rückgang merkt man momentan bei den ganz Kleinen. Wir haben sonst eine Ausleihzeit parallel zu einer Krabbelgruppe, die allerdings immer noch pausiert.

Vier unserer zehn Mitarbeiterinnen sind zur Zeit noch nicht bereit, die Ausleihe zu übernehmen (Risikogruppe). Da drei weitere noch stark beruflich unterwegs sind, bleibt der Dienst tatsächlich an nur wenigen Leuten hängen… Auch spürbar: Keine Neuanmeldungen...

Dadurch, dass im gesamten Klinikum Mundschutz getragen werden muss, die Hände zu desinfizieren sind, die Ehrenamtlichen, die im Bereich der Stationsausleihe eingesetzt sind, ihre Daten auf den Stationen erfassen lassen und wir in der Raumausleihe Daten der Besucher dokumentieren müssen, fehlt die Ungezwungenheit der Vor-Corona Zeit. In der Rückschau waren die Abläufe zuvor sehr unkompliziert. Immerhin genießen wir seit unserem Neustart alle wieder ein Stück weit die Normalität.

Die Ausleihe ist gut, aber die Leser nehmen sich nicht mehr so viel Zeit, sie verlassen schnell die Bücherei.

Das ist schade, aber wir sind positiv eingestellt, es wird wieder die Zeit kommen, das wir gemütlich in der Bücherei unseren Tee trinken und leckere Kekse essen und tolle Gespräche führen.

Trotz der Sorge, was richtet Corona mit uns an, empfand ich die Ruhe auf den Straßen als sehr angenehm. Auch in den Geschäften war es ruhiger. Sehr gefehlt hat mir und immer noch, unsere Gruppe […] ( Bibelgesprächskreis). Anfangs keine Gottesdienste, was jetzt wieder möglich ist. Die Erfahrung mal anders den Gottesdienst zu gestalten finde ich auch gut. Nicht mehr singen, sondern nur mit Solosängerin oder Sängern, finde ich gut. Wir wissen ja, dass sich das mal wieder ändert. Was mir sehr gefehlt hat war der Besuch meines Enkels. Zum Glück wieder möglich. Der persönliche Kontakt mit meinen Freundinnen. Allerdings haben wir die Möglichkeit über Smartphone sehr genutzt. Täglich geschrieben, damit wir wußten wie es uns geht. Die digitalen Möglichkeiten in der Corona Zeit waren schon sehr hilfreich.

Was uns fehlt: eindeutig die Gespräche mit unseren "Kunden" während unserer Öffnungszeiten, denn wir haben keine Wagenausleihe, die Bücherleser kommen zu uns. Wir können mit ihnen reden, ihre Interessen erfragen und entsprechende Bücher empfehlen. Die Patienten ihrerseits können mal jemand anderes als das Klinikpersonal und Ärzte sehen und so ergibt sich oft ein entspanntes Gespräch.

Erkenntnis: Die lange Phase der Bücherei auf dem Abstellgleis ist vorbei. Und Krisen können etwas bewegen und auch positive Effekte haben, denn: Es wurde ein kleiner Laden am […]platz, direkt neben dem Gemeindehaus gefunden und angemietet, in den die Bücherei zusammen mit anderen Gruppen einziehen wird! Endlich werden wir sichtbar sein!