Neue und bewährte Angebote

Wir haben bei den Mitarbeitenden in den Büchereien der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers nachgefragt, wie es ihnen in der  „geschlossenen“ Zeit seit März dieses Jahres erging. Wir haben viele Eindrücke bekommen. Ein paar Wochen sind seitdem vergangen und Sie lesen aus Momentaufnahmen kurz vor den Sommerferien 2020.

Haben Sie ein neues Angebot entwickelt und ausprobiert? Was haben Sie angeboten und was haben Sie dabei erfahren? Wie kam das bei Ihren Kundinnen an? Werden Sie dieses Angebot auch nach der Corona-Zeit beibehalten?

Bei der Wiedereröffnung durfte die Gemeindebücherei [..] erst nur die Rückgabe von Medien und die Ausleihe von telefonisch vorbestellten Medien anbieten. Eine telefonische Vorbestellung ist ganz schwierig, wenn die Leser sich den Medienbestand nicht im Internet ansehen können. Es ging nur nach Beratung - lief schlecht und wird nicht mehr nachgefragt, seit die Selbstauswahl am Regal wieder möglich ist. Einige Leser fragen jetzt erst nach einer Buchempfehlung, bevor sie am Regal selber suchen. Eine Leserin gab mir das Feedback, dass ihr das empfohlene Buch sehr gut gefallen hat, aber sie es sich nicht selber ausgesucht hätte.

Nachdem eine Öffnung wieder erlaubt war, haben wir unsere Leser telefonisch kontaktiert und auf unsere Website hingewiesen und unser Angebot (Medienbestand auf der Website - Bestellung - Abholung) erläutert. Unsere Leser nehmen dieses Angebot sehr gut an. Auf jedem Fall bleibt die Website mit dem Medienbestand. Ob die Bestellung per Telefon oder Mail fortgesetzt wird, wird die Zukunft zeigen.

Über Facebook erreichen wir ca. 1500 Menschen. Die Homepage wird ebenfalls gut angenommen, diese Aktivitäten behalten wir auf jeden Fall bei. Zurzeit überlegen wir, ob wir die vierwöchige Ausleihzeit nicht beibehalten sollten. Seit fast 30 Jahren leihen wir für drei Wochen aus, haben aber den Eindruck, dass vier Wochen zeitgemäßer wären. Dazu haben wir eine Umfrage gestartet.

Da die Bücherei schließen musste, habe ich per Facebook, WhatsApp und Mundpropaganda verbreiten lassen, dass sich alle Leser per Mail melden können. Die gewünschten Medien, oder eine Auswahl an Titeln, habe ich bis vor die Haustüre gebracht und von dort auch wieder abgeholt. Dieses Angebot wurde besonders von älteren Menschen und Familien gerne angenommen.

Die gewünschten Medien oder eine Auswahl an Titeln habe ich bis vor die Haustüre gebracht und von dort auch wieder abgeholt. Dies Angebot wurde besonders von älteren Menschen und Familien gerne angenommen. Das Angebot bleibt weiterhin für alle Menschen, die es aus welchen Gründen auch immer, nicht zur Bücherei schaffen, bestehen.

nein nichts

Die Büchereiarbeit ruhte bis jetzt.

Den Hol und Bring Dienst haben wir auch schon vor der Corona Zeit angeboten. Wird beibehalten.

nein

Einige Leserinnen haben zusammen mit einer Kollegin eine Büchertauschgruppe gebildet. Beibehalten werden wir das wohl eher nicht. 

Nach Anordnung der Maskenpflicht habe ich den Lesern eine Einzelausleihe angeboten. Anmeldung telefonisch oder per E-Mail. Das Angebot ist gut angenommen worden. Viele waren dankbar über eine Ausleihe.

Wir bieten zusätzlich einen Bücherlieferdienst an. Bücher werden zu den Lesern bis vor die Haustür gebracht und auch bei Bedarf wieder abgeholt. Dieses Angebot behalten wir auf jeden Fall auch über diese Zeit hinaus bei.  

Nein. Das Gemeindezentrum war geschlossen.

Wir bieten jetzt einmal in der Woche eine Ausleihe am Morgen nur für Leser und Leserinnen 60+ an und haben unsere Leserschaft verstärkt dazu ermuntern können, telefonisch bzw. per E-mail vorzubestellen. Beides wird sowohl von Kunden als auch Kundinnen sehr gut angenommen.

keine Neuerungen

Wir sind Kinder-und Jugendbücherei. Die angeschlossene Kita hatte zeitweise geschlossen. Alternativangebote konnten wir nicht bieten. Im Juli haben wir an 2 Tagen geöffnet und hoffen nach den Sommerferien wieder regulär öffnen zu können.

Wir haben schon vor der Corona Krise unseren älteren oder nicht mobilen Kunden einen Hol- und Bringedienst angeboten. Das werden wir auch beibehalten. Vielleicht machen zukünftig mehr Kunden davon Gebrauch.

Ich habe Büchertauschkisten aus Flohmarktbeständen beim Gemeindehaus aufgestellt und organisiert. Das Angebot wird auch jetzt noch angenommen, aber es werden oft nur Bücher mitgenommen und keine gebracht, ist also ein reines Minusgeschäft. Zur Zeit versorge ich die Kiste noch, aber auf die Dauer lässt sich das wohl nicht durchführen.

Ich persönlich habe zu vielen Kunden Kontakt aufgenommen und teilweise auch Medien zu ihnen nach Hause gebracht. Mit einigen Kunden habe ich mich einzeln in der Bücherei verabredet (wurde vom KV erlaubt). Die Hygienemaßnahmen wurden dabei natürlich eingehalten. Alle Kunden, die beliefert wurden, haben mit großer Dankbarkeit reagiert! Das wiederum hat mich glücklich gemacht.

Unter strengen Hygieneauflagen startete dann bei uns nach Ostern die Notbetreuung. Unter diesen Auflagen war es nicht möglich den Normalbetrieb in der Bücherei wieder aufzunehmen. Wir mussten also andere Wege finden. In einen kurzen Rundbrief teilten wir allen Betroffenen mit, wie die Ausleihe möglich ist. Alle Mitglieder unserer Bücherei haben eine Büchertasche mit Namensschild, die sie mitbringen. Diese Taschen werden eingesammelt, von uns neu gefüllt und können dann wieder mitgenommen werden. Da wir ja nur eine kleine hausintere Bücherei haben, kennt man die kleinen Leser recht gut und weiß welche Bücher die passenden sind. Die Familien haben dieses Angebot sehr gut angenommen. 

Ich habe viele Kunden kontaktiert und ihnen Medien geliefert bzw. mich mit ihnen in der Bücherei verabredet. Mindestens zweimal wöchentlich war ich in den Räumlichkeiten und habe mich dort beschäftigt. Wir werden auf jeden Fall beibehalten, dass wir auch weiterhin liefern, wenn gewünscht.

Nach Rücksprache mit der für die Freizeitgestaltung der Patienten zuständigen Betreuerin werden wir die Patienten während der Zwangspause mit Büchern versorgen, die wir von Zeit zu Zeit gespendet bekommen. Diese Bücher stellen wir vor dem Eingang der Klinik ab, dort werden sie von Mitarbeitern der Klinik abgeholt und in unseren Bibliotheksraum, der ein Mehrzweckraum ist, geschafft. Die Patienten können sich die Bücher ausleihen und ggf. auch behalten.

Die […] Zeit empfand ich zwar als Entschleunigung, aber meine enge Freundin erkrankte im Februar schwer und verstarb […], so dass ich emotional sehr belastet war. Außerdem versuchte ich, ihre Familie zu unterstützen. Daher fehlte mir leider der Antrieb und die Kraft, die Büchereiarbeit zu überdenken und neue Ideen zu entwickeln.

Nach dem Lockdown haben wir unsere Nutzer durch Aushänge und Pressemitteilungen darüber informiert, dass wir zurzeit nicht öffnen dürfen, sie sich aber keine Sorgen um Verzugsgebühren machen sollen, weil wir vorerst alle Medien um 6 Wochen verlängern. Nach 5 Wochen haben wir alle, die etwas ausgeliehen hatten, angerufen und angeboten, dass die ausgeliehenen Medien während der üblichen Öffnungszeiten, eine Woche später, kontaktlos abgegeben werden können. Wer mochte, konnte eine gepackte Tasche mit Medien - ebenfalls kontaktlos - mitnehmen. Bei der Auswahl haben wir uns am Alter, Geschlecht und der bisherigen Auswahl orientiert. Das war sehr viel Arbeit, hat uns aber sehr viel positive Resonanz gebracht. Alten und kranken Nutzern haben wir die Medien nach Hause gebracht.

Die Anrufe waren zeitaufwändig, allerdings haben sich sehr nette Gespräche entwickelt. Wir haben bei dieser Gelegenheit nach den Mailadressen gefragt, um Informationen schneller transportieren zu können. Bislang hatten wir nur sehr wenige Mailadressen vorliegen. Inzwischen haben wir von fast allen diese Daten.

Diese Aktionen haben wir vierwöchentlich wiederholt, hoffen aber, nach den Sommerferien zur wöchentlichen Ausleihe zurückkehren zu können. Über diese Vorhaben werden die Nutzer laufend informiert.