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Foto: Stephan Eimterbäumer

Azubis mit Fluchthintergrund: KDA sorgt sich um ihre Prüfungschancen

Nachricht 05. März 2021
Foto: Kathrin Altmann
Foto: Kathrin Altmann

Kinder und Jugendliche sind aktuell durch die monatelangen Einschränkungen und unsicheren Rahmenbedingungen ihres Lebens erheblich belastet. Eingeschränkter Berufsschulunterricht, Corona bedingte Unruhe im Betrieb und Zeitdruck verschärfen vielfach den Stress von Auszubildenden. Daher hat Waltraud Kämper vom KDA die Sorge, dass viele von ihnen in diesem Jahr bei den Abschlussprüfungen scheitern könnten, vor allem, wenn sie zu denen gehören, die es als Nicht-Muttersprachler schwer haben bei schriftlichen Prüfungen.

Waltraud Kämper ist Projektleiterin bei PonteAzubis und begleitet mit ehrenamtlichen Pat*innen knapp 25 Azubis mit Fluchthintergrund. „Uns treibt derzeit im Projekt um, wie Azubis und insbesondere geflüchtete Frauen und Männer, klarkommen können in diesen anhaltend unsicheren, eingeschränkten Zeiten. Wie sie persönlich stabil und zuversichtlich bleiben und werden, um ihre Prüfungen in diesem Frühjahr/Sommer schaffen zu können.  Das ist nicht jeweils allein ein individuelles Problem, sondern hier bedarf es auch struktureller Unterstützung.“

Während der Pandemie ist auch der Berufsschulunterricht durch Einschränkungen betroffen. Vielfach fällt er aus, die digitale Bearbeitung klappt oft mehr schlecht als recht und es fehlt für die Schüler*innen die Möglichkeit direkt nachzufragen. Das stresst viele Azubis, insbesondere Geflüchtete, die in der Beherrschung der deutschen Sprache noch nicht sicher sind. Waltraud Kämper fragt: „Wer sorgt wie dafür, diesen Stress im Blick auf die Zwischen-/Abschlussprüfungen zu verringern?“ Es wird darauf verwiesen, dass Anträge zur Verlängerung der Ausbildung gestellt werden können. „Ich finde es zynisch jungen Leuten, insbesondere denen, die schon einmal ihre Lebensplanungen verloren haben und teilweise bereits 30 Jahre alt sind, allein die Verantwortung zuzuschieben.“

Landessozialpfarrer Matthias Jung ergänzt: „In diesen Zeiten, wo von vielen viel gefordert ist, fände ich es angemessen, wenn die Kammern sich aktiv an der Stressminderung beteiligen. Beispielsweise könnte in diesem Jahr für alle Azubis der Zeitdruck aus Prüfungen genommen werden und die Prüfungsdauer verlängert werden – zumal die Berufsschulen vielfach nicht in der Lage waren, den Stoff wie in anderen Zeiten umfassend zu vermitteln.“