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Foto: Stephan Eimterbäumer

Wortmeldung Oktober 2021

Nachricht 01. Oktober 2021

Dank für deine guten Werke

Seit Jahren sind allenthalben immer neue Rekordwerte zu entnehmen, wenn es um Mitgliederzahlen von althergebrachten Institutionen geht. Freilich reden wir von Negativrekorden in Kirchen, Gewerkschaften, Volksparteien, Freiwilligen Feuerwehren und vielen örtlichen Vereinen mit den unterschiedlichsten Zwecken.

Wird innerhalb der Strukturen über den Mitgliederschwund gesprochen, drehen sich die Gespräche häufig um die vermeintlichen eigenen Unzulänglichkeiten. Wir seien nicht digital genug, unsere Angebote aus der Zeit gefallen, würden nicht modern oder jugendlich erscheinen. Der Blick auf die vielen anderen, denen ebenfalls Mitglieder abhandenkommen, lässt dann aber auch den Schluss zu, dass heutzutage eben viele nur noch an sich selber denken und die Gemeinschaft nicht mehr so viel zähle.

Da mag was dran sein und wer das belegen möchte, findet zügig entsprechende Studien, die die Individualisierung in der Gesellschaft belegen. Aber was tun mit der Erkenntnis?

„Lasst uns aufeinander achthaben und einander anspornen zur Liebe und zu guten Werken“ Hebräer 10,24

Der Monatsspruch aus dem Hebräerbrief brachte mich da auf einen Gedanken. Könnte es sein, dass ich mit gutem Beispiel vorangehen sollte, um andere auch anzuspornen? Auch ich habe zuletzt keine größeren Aufgaben in den mir lieb gewonnen Vereinen mehr übernommen.

Könnte es sein, dass ich dem Vorstand mal meine Mithilfe anbieten sollte? Als eine Form der Achtsamkeit und Dankbarkeit, weil diese Menschen einen Teil ihrer Freizeit für die Gemeinschaft stiften.

Und wenn ich selber demnächst nicht wirklich Zeit erübrigen kann – sei es aus privaten oder beruflichen Gründen – dann kann ich auch mit kleinen Botschaften, beispielsweise netten Worten oder einer Einladung auf einen Kaffee, aufeinander achthaben und einander anspornen.

Denn letztlich sind viele unserer zivilisatorischen Errungenschaften nicht auf Individuen, sondern auf das Kollektiv zurückzuführen. Darauf, dass Menschen sich einbringen in Gewerkschaft, Kammer, Verband, Gemeinde, Partei oder Vorstand. Dafür sage ich danke. Danke Ihnen allen, die aktiv sind nicht nur für sich selbst, sondern für uns alle.

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Autor

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Benjamin Sadler

Referent für den kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt in der Wirtschaftsregion Osnabrück

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