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Foto: Stephan Eimterbäumer

Wortmeldung September 2021

Nachricht 01. September 2021

Am Abend kann ich sehen, greifen und fühlen, was ich geschafft habe.

Dieser Satz eines jungen Handwerkers hat sich mir eingeprägt. Als Prüfungsbester seines Jahrgangs hat er eine Ansprache gehalten. Er hat davon erzählt, wie zufrieden es ihn macht, mit den Händen zu arbeiten.

Willkommen im Handwerk

Das war bei einer Freisprechungsfeier. Mit diesem Festakt des Handwerks werden Auszubildende nach bestandener Prüfung geehrt. Im Beisein von Gästen, Eltern und Freunden nennt der Kreishandwerksmeister jede junge Gesellin und jeden jungen Gesellen mit Namen, dazu den erlernten Beruf. Stolz auf den Erfolg empfangen diese von den Obermeisterinnen und Obermeistern ihren Gesellenbrief. Er ist das Zeugnis für ihr Wissen und ihre Fähigkeiten.

Mit Tradition in die Zukunft

Mit diesem Brauch setzt das Handwerk fort, was in der Bibel seinen Ursprung hat. Eine alte Geschichte erzählt: Gott will ein Haus bauen. Die Materialien sind vom Feinsten. Die Baubeschreibung füllt Seite um Seite. Dann beruft Gott die Handwerker. Er nennt einen jeden mit Namen und stattet ihn aus mit Wissen und Fähigkeiten (2. Mose 31, 2ff).

Von A wie Anlagenmechanikerin bis Z wie Zahntechniker

Im Handwerk gibt es 130 Ausbildungsberufe. Gefragt sind ganz unterschiedliche Qualifikationen und Talente. Etwa 13.000 Frauen und Männer in Niedersachsen haben im Jahr 2020 eine Lehre im Handwerk beendet. Sie wurden ausgebildet als Kfz-Mechatronikerin, Optiker oder Konditor, als Schornsteinfeger, Informationstechnikerin, Glockengießer oder Brunnenbauer.

Werkstatt und Hörsaal

Charakteristisch für eine Lehre im Handwerk ist die duale Ausbildung, eine aufeinander abgestimmte Verbindung von Betrieb und berufsbildender Schule. Darüber hinaus gibt es das triale Studium. Es kombiniert eine Ausbildung im Handwerk mit einer anschließenden Meisterqualifikation und einem wissenschaftlichen Studium an einer Hochschule. Innerhalb von viereinhalb Jahren können sich leistungsstarke junge Menschen so auf eine Führungsposition im Handwerk vorbereiten.

Vom Glück, mit den Händen zu arbeiten

Handwerkerinnen und Handwerker bauen mit an Gottes Welt, modern und innovativ. Mit ihrem Wissen und ihren Fähigkeiten finden sie Lösungen für knifflige Probleme. Als Wirtschaftsmacht von nebenan stehen sie für erfolgreiches Unternehmertum. In zahlreichen Ehrenämtern übernehmen sie Verantwortung für unsere Gesellschaft. „Am Abend kann ich sehen, greifen und fühlen, was ich geschafft habe.“

Zum Download der Wortmeldung

Autorin

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Hille de Maeyer

Referentin für Kirche und Handwerk
Pastorin

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