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Foto: Stephan Eimterbäumer

Wortmeldung Juni 2021

Nachricht 01. Juni 2021

Humor todernst

Wer will sie wirklich noch sehen: Die Bilder vom Covid-Virus? Grafikkünstler Benjamin Petersen hat sie zu aktuellen Themen nun frech in Szene gesetzt.  Corona wirkt wie ein Kontrastmittel, das schonungslos Schwächen aufzeigt, ein unerbittlicher Lehrmeister über alle Grenzen. Auch bei uns krankt es an vielen Ecken. Besonders dort, wo die Pflegeberufe in den Blick kommen.

Dr. Franz Wagner, Präsident des Deutschen Pflegerats, stellt am 28. April bei einer Veranstaltung der Robert Bosch Stiftung zum Projekt „360 Grad Pflege“ schonungslos fest:

“Die Pflege in Deutschland befindet sich in einer existenziellen Krise.“ 40 Prozent der Beschäftigten – also ungefähr 500.000 Fachkräfte - würden in den nächsten zwölf Jahren rentenbedingt ausscheiden.

Ein Drittel der Pflegekräfte denkt laut Umfragen daran, den Beruf zu wechseln. Verbände warnen schon lange vor dem Pflegexit – „leider ungehört“. Der langersehnte allgemeinverbindliche Flächentarifvertrag in der Pflege ist auf den letzten Metern gescheitert: So missachten weiterhin einige Anbieter den Einsatz und die Leistung ihrer Mitarbeitenden.

Wie kann es besser gehen?

Das Beispiel vom barmherzigen Samariter, das Jesus erzählt, lehrt mich ein verantwortungsvolles Miteinander (Lukas 10,25-37): Ein Fremder findet einen geschundenen Menschen, versorgt ihn  zunächst selbst und lässt ihn dann weiter auf eigene Rechnung pflegen. Er ist bereit, noch mehr zu zahlen, falls das Geld nicht ausreicht, das er selbstlos zur Verfügung stellt. Er ist bereit zum Opfer: Ihn bestimmt eine unvorstellbare innere Freiheit zur Hilfe. Verantwortung, Hoffnung und Liebe brechen sich darin Bahn. Jesus zeigt mir, welche guten Konsequenzen mein Glaube haben kann. Wenn er mein Leben bestimmt, kann mir auch das Wohl meines Mitmenschen nicht egal sein.

Wird alles gut?

Wir leben heute in einer Welt, in der Menschen und Nachrichten viel vernetzter sind als in allen vorigen Generationen. Wenn wir nur unseren begrenzten Radius im Blick haben, schneiden wir uns schon rein rational ins eigene Fleisch. Strukturelle Stärken – mühsam aus Not und Überzeugung entwickelt - haben wir vielfach kaputtgespart. Alle Menschen dieser einen Welt müssen gleichermaßen Zugang zu Impfstoffen haben, wenn wir uns die fiesen Mutationen nicht weiter heranzüchten wollen. Solidarität ist schon aus Eigennutz lohnend und wirksam. Ob dann alles gut wird?

Chance to Change

Ich trauere mit denen, die durch Covid einen Menschen verloren haben und durch die Folgen und Einschränkungen am Ende ihrer Kraft sind: seelisch, physisch und materiell. Ich möchte aber nicht voller Angst auf das Covid-Virus starren. Die Krise der Pandemie macht mir auch deutlich, dass Gott uns Menschen individuelle Potenziale verliehen hat. Folgen wir seiner guten Berufung, sie zum gemeinsamen Nutzen verantwortungsvoll einzusetzen? Was lassen wir es uns kosten? Vielleicht erkennen wir: Gott hat uns eine neue Chance geschenkt, die wir so nicht in unserer Lebensplanung hatten?

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Autor

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Peer-Detlev Schladebusch

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