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Foto: Stephan Eimterbäumer

Wortmeldung April 2021

Nachricht 01. April 2021
Foto: TTstudio, Adobe Stock

Ein besonderes Gespräch

Die Coronapandemie hat die Welt verändert und sowohl private Lebensentwürfe als auch die Arbeitswelt schwer getroffen. Die Menschen sind müde und wünschen sich Normalität zurück. Viele sind deprimiert, weil sie z. B. ihren Job verloren haben oder den Lebenstraum eines eigenen Unternehmens aufgeben müssen. Andere sehen die Krise als Chance für einen Neubeginn und werden aktiv. Hoffnung und Traurigkeit treffen jeden Tag aufeinander. Was, wenn sie sich unterhalten würden?

Die Hoffnung und die Traurigkeit

An einem schönen Frühlingstag machte sich die Hoffnung auf, um die Traurigkeit zu besuchen. Sie hatte gehört, dass sie trotz der Wärme und des Lichts und dem sich langsam regenden Leben in der Natur, nicht fröhlich werden konnte.

Die Hoffnung hatte gehofft, die Traurigkeit vielleicht in ihrem Garten anzutreffen, doch diese saß in einem Raum, der mit schweren Vorhängen verdunkelt war. Die Traurigkeit bemerkte die Hoffnung erst, als diese ihr mit ihrer hellen und klaren Stimme einen „Guten Tag!“ wünschte. Die Traurigkeit hielt den Kopf gesenkt, als sie auf den Gruß antwortete und fragte, was sie von ihr wolle? „Ich möchte dich zu einem Frühlings-Sparziergang abholen“, antwortete die Hoffnung. Die Traurigkeit blickte auf und trotz der Dunkelheit sah die Hoffnung den Ärger in den Augen der Traurigkeit. „Spazieren gehen? In diesen Zeiten?“ Die Traurigkeit schüttelte den Kopf. „Wie soll ich die Sonne und die Natur genießen, wo mein Herz voll Trauer und Schmerz ist? Geh nach Hause und lass mich in Ruhe trauern!“

Einen kurzen Augenblick war die Hoffnung versucht, der Traurigkeit recht zu geben und wieder zu gehen. Doch dann kamen ihr Zweifel. Hatte nicht auch sie gerade erst das ein oder andere erlebt, was sie belastet und unglücklich hatte werden lassen? Und war es nicht genauso schmerzhaft wie das, was die Traurigkeit durchgemacht hatte?

Nach einer längeren Zeit des Schweigens sagte die Hoffnung: „Vielleicht kannst du den Schmerz und die Trauer tiefer fühlen als ich. Und vielleicht ist es auch so, dass ich das Glück tiefer fühlen kann als du. Und vielleicht sehen wir beide auch ein bisschen einseitig aufs Leben. Ich frage mich allerdings, wer von uns beiden mehr lieben kann?“ Die Traurigkeit hob den Kopf und ein leichtes Lächeln erhellte ihr Gesicht. Dann stand sie auf und zog die schweren Vorhänge etwas zur Seite.

„Nun gut, dann lass uns ein paar Schritte zusammen gehen“, sagte die Traurigkeit. Und so machten sie einen ausgiebigen Sparziergang, die Hoffnung und die Traurigkeit. Sie gingen eine ganze Weile schweigend nebeneinander her. Nach einiger Zeit begann die Hoffnung ihr Lieblingslied zu summen und dann leise zu singen:
„Meine Hoffnung und meine Freude. Meine Stärke mein Licht. Christus, meine Zuversicht. Auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht. Auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht.“ https://www.youtube.com/watch?v=HgcuMAOjCCo

Die Traurigkeit hörte zunächst schweigend zu. Dann legte sie ihre Hand in die Hand der Hoffnung und sang leise mit „meine Hoffnung und meine Stärke...“ Dann flüsterte die Traurigkeit der Hoffnung zu: „Danke, dass du da bist!“

Gott gibt uns nicht auf, auch in dieser nervigen Coronazeit ist er mitten unter uns. Also sollten auch wir einander und diese Welt nicht aufgeben. Die Hoffnung nicht aufgeben!

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Autor

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Beate Schulte

Sozialreferentin für den Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt in der Ev.-luth. Kirche in Oldenburg
Diakonin

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