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Foto: Stephan Eimterbäumer

Besuch bei Firma Temps

Nachricht 26. Oktober 2020

Betriebsbesuch

bei Temps

Am 23.09 haben wir in Neustadt am Rübenberge den Betrieb „Temps GmbH Malereibetriebe“ besucht und haben mit dem Geschäftsführer Ulrich Temps über Ausbildung, im speziellen über Ausbildung für Geflüchtete, was auch das Schwerpunktthema unseres Besuches war, gesprochen.

Das 1952 gegründete Familienunternehmen hat seinen Stammsitz in Neustadt am Rübenberge sowie Standorte in Magdeburg, Brandenburg und Hamburg. Es beschäftigt 462 MitarbeiterInnen und 73 Auszubildende. Seit 2014 hatte Temps 39 geflüchtete Azubis, 17 Azubis mit Migrationshintergrund sowie 96 Azubis ohne Migrationshintergrund. 2016 wurde in Neustadt am Rübenberge ein eigenes Schulungs- und Ausbildungszentrum geschaffen. Im Rahmen des Projekts „Ausbildung+“ unterstützen zwei pensionierte Gymnasiallehrer geflüchtete Azubis in Deutsch, Mathe und Politik. Das Unternehmen investiert jährlich ca. 1,3 Mio. Euro in die Aus- und Weiterbildung seiner MitarbeiterInnen. Der Hintergrund dieses Engagements ist der demografische Wandel. Ulrich Temps rechnete uns vor: In 10 Jahren gehen ca.15% der gewerblichen Mitarbeiter in den Ruhestand. Das Unternehmen muss folglich rechtzeitig genügend Nachwuchskräfte finden und ausbilden.

Er berichtete aber auch von verschiedenen Schwierigkeiten, die sein Unternehmen und die geflüchteten Azubis zu bewältigen haben. So bestand beispielsweise einer von ihnen die Abschlussprüfung nicht, weil er den EU-Binnenmarkt nicht erklären konnte. Ein weiteres Beispiel ist, dass ein geflüchteter Azubi, dessen Asylantrag abgelehnt worden war, nach Afghanistan abgeschoben werden sollte. Mithilfe von Temps konnte er aber nachweisen, dass er selbst für seinen Unterhalt sorgen kann, und somit jetzt vorerst geduldet wird.

Neben der Ausbildung und Integration von Flüchtlingen engagiert sich Temps auch für Nachhaltigkeit. So sind alle Betriebstätten mit Photovoltaikanlagen ausgestattet, mit denen das Unternehmen den Großteil seines Energieverbrauchs selbst decken kann.  

Nach einer anschließenden Besichtigung der Übungshalle des Schulungs- und Ausbildungszentrums und einem Austausch mit den neuen Azubis beendeten wir unseren Besuch und nehmen viele neue Eindrücke mit. Es war interessant und beeindruckend zu hören und zu sehen, wie sich das Unternehmen für die Ausbildung und die Integration von Geflüchteten kümmert.