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Foto: Stephan Eimterbäumer

Kein Welpenschutz, aber Unterstützung

Nachricht 25. Juni 2019

"Kein Welpenschutz, aber Unterstützung tut not, damit geflüchtete Azubis erfolgreich sein können, wie alle anderen auch", meint der Ausbildungsleiter René Schoof von Avacon NetzGmbH in der Ponte-Jahresveranstaltung im Haus kirchlicher Dienste in der vergangenen Woche.

„Da steckt Potenzial drin in den zugewanderten Frauen und Männern!“, betonte Waltraud Kämper, Referentin im Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt gemeinsam mit dem PonteAzubi-Paten Bernhard Biber beim Reflektieren über das Potenzial, dass in Blumensamen wie auch in ihren Azubis steckt.

PonteAzubis Anwar Kadim, Jiana Khalil und Ahmad Sheko berichteten den fast 40 Teilnehmenden über ihre Erfolge und Herausforderungen im ersten Ausbildungsjahr. Anwar hatte keine Ausbildung in seinem Wunschberuf bekommen und heute sagte er: „Ich habe so ein Glück gehabt. Bei meinem Malerbetrieb in Neustadt werde ich sehr unterstützt und Lackierarbeiten machen mir Spaß“. Jiana arbeitet gern mit den Kindern im Kindergarten, aber in der Fachschule zur Sozialassistentin hat sie es schwer, weil leider nicht in ihrer Muttersprache unterrichtet wird. Sie ist froh, dass sie eine Patin hat, die fast jede Woche mit ihr Teile des Unterrichtsstoffs bespricht. Ahmad hat fast 500 Bewerbungen geschrieben, um seinen Traumberuf IT- Fachmann zu erlernen. Im Mai hat es nun endlich geklappt und er konnte seinen Ausbildungsvertrag unterschreiben.

Alle drei Azubis sind sehr froh, dass sie das Projekt „PonteAzubis kennengelernt haben: "Meistens habe ich eine Lösung bekommen bei Fragen und ich wurde unterstützt, nicht aufzugeben", sagte einer von ihnen.

„Wir sind stolz auf unsere PonteAzubis: dass sie nicht aufgeben, auch wenn es schwer ist in der Berufsschule, es zu Unstimmigkeiten im Betrieb kommt oder es lange dauert, bis man zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen wird“, sagte die Projektkoordinatorin Kathrin Altmann.

Auch René Schoof zog ein positives Resümee aus seiner Arbeit mit Azubis aus anderen Ländern: „Anfangs war es schon holprig und manchmal schwierig. Aber ich stelle fest, dass unsere geflüchteten Azubis einen großen Ehrgeiz haben und Willen, es zu schaffen. Jetzt hat einer die dreijährige Ausbildung beendet und war einer der Besten.“ An Themen-Tischen gab es die Gelegenheit von Azubis, Paten und Gästen, zu speziellen Fragen zu diskutieren oder sich Rat zu holen.

Was an politischen Rahmenbedingungen dringend geändert werden sollte, das wurde an einer Wand festgehalten und wird beim nächsten Gespräch mit der Migrationsbeauftragten der Landesregierung Doris Schröder-Köpf eingebracht.

Ponte-Azubis und Ausbilder im Gespräch

Ein Film von "h-eins.tv. Fernsehen aus Hannover"