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Foto: Stephan Eimterbäumer

Arbeitswelt Stahlwerk

Nachricht 19. November 2018
Vor dem neuen Besucherzentrum bei Tor 1
Ein Teil des kda-Teams besuchte im November die Salzgitter Flachstahl. Foto: kda

Auf Einladung von Michael Kieckbusch, Personalvorstand und Arbeitsdirektor der Salzgitter AG, besuchte der kda die Flachstahlproduktion im Werk Salzgitter. Die Führung durch Hochofen, Konverter-Stahlwerk und Walzwerk hinterlässt bewegende Eindrücke einer ganz besonderen Arbeitswelt. Trotz aller erdenklichen Sicherheitsvorkehrungen und Automatisierungsfortschritte bleibt sie gefährlich und erfordert somit Umsicht, Konzentration und gegenseitiges Vertrauen der Beschäftigten.

Rund 6.000 der insgesamt 24.000 Mitarbeiter der AG sind an diesem Standort tätig. Sie leben weitgehend in der Region. „Die Stahlindustrie ist damit ein wichtiger Arbeitgeber für Salzgitter, ja für Niedersachsen insgesamt“, betont Landessozialpfarrer Matthias Jung. Der Besuch wirft die Frage auf, wie die im Stahlwerk in fünf Schichten in der Produktion Beschäftigten von der Digitalisierung profitieren können; für den Bereich der Wissensarbeit ist dies leichter zu erkennen.

In Salzgitter findet sich ein integriertes Stahlwerk von der Kokerei bis zum Walzwerk. Foto: kda/S. Eimterbäumer

Es schließen sich Überlegungen im kda-Team an: Wenn Deutschland weiterhin ein Industriestandort bleiben soll – und dafür spricht vieles –, dann muss die Industrie ökologischer werden; letztlich müsste auch die Stahlindustrie umgestellt werden auf CO2-neutrale Prozesse. Die Gäste erfahren, dass Fragen einer nachhaltigen Produktion das Unternehmen bereits beschäftigen. Von technischer Seite gibt es theoretisch Verfahren, um Stahl klimaneutral herzustellen. Es wird darum gehen, wer die Kosten für Entwicklung und Einführung trägt. Stephan Eimterbäumer, Referent beim kda, folgert: „Neben einer Strom- und Verkehrswende, brauchen wir auch eine Industriewende, wenn wir das 2-Grad-Klimaziel bis zum Jahr 2100 einhalten wollen.“

Peter Greulich, der den Besuch auf Seiten des kda organisiert hat, resümiert: „Wir wünschen den Stahlwerkern und der Unternehmensleitung Zuversicht und Stärke, um in Zeiten weltwirtschaftlichen Wandels und technologischer Umbrüche weiterhin erfolgreich am Markt zu sein."

pg/se