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Frauenpastorin mahnt zum „Equal Care Day“ Gerechtigkeit an

Pressemitteilung 01. März 2021

„Vorrausschauende Rücksichtnahme“ heißt das Motto des „Equal Care Days“ in diesem Jahr. Seit langem ist bekannt, dass hauptsächlich Frauen un- oder unterbezahlte Pflege-Arbeit leisten. Früher noch gelegentlich als Thema der „Frauenbewegung“ betrachtet wird dieses Problem zunehmend in einem gesellschaftlich breiteren Kontext diskutiert.

Susanne Paul, Landespastorin für Arbeit mit Frauen zum „Equal Care Day“ in der Corona-Zeit:

„Was wir in der Gegenwart tun, hat Auswirkungen auf die Zukunft. Frauen leisten einen Großteil der beruflichen ‚Care-Arbeit’, und dies seit einem Jahr unter erschwerten Corona-Bedingungen; ebenso wird die völlig unbezahlte Fürsorgearbeit daheim, also die Betreuung und Pflege von Angehörigen, in der Regel von Frauen erbracht.

Es ist also höchste Zeit für eine vorausschauende Rücksichtnahme, angefangen bei einer fairen Entlohnung im beruflichen Kontext bis zur Frage der Rentenlücke durch die unentlohnte Arbeit in der Familie. Denn sonst laufen wir Gefahr, noch mehr technisch gut ausgestattete Intensivbetten zu haben, die nicht belegt werden können, weil das Personal fehlt. Und Frauen überlegen vielleicht noch ein paar Jahre länger, ob sie eine Familie gründen wollen, wenn das bedeutet, einen Großteil der Fürsorgearbeit alleine tragen zu müssen.

Wir brauchen Menschen, die sich um uns sorgen, die uns pflegen, wenn wir krank sind und sich um uns kümmern, wenn wir alt sind. Wir brauchen andere, so wie wir auch gebraucht werden. Diese unverzichtbare ‚Care-Arbeit’ muss fair entlohnt werden. Heute ist die richtige Zeit für eine vorausschauende Rücksichtnahme.“