Mitbegründerin der Gemeindeberatung ist gegangen

Nachricht 23. März 2021
Elke Möller und Erich Marahrens bei einer Tagung der Gemeinderater und Gemeindeberaterinnen 2004. Archivbild: Cornelia Dassler

Elke Möller baute die Gemeindeberatung und Organisationsentwicklung in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers auf. Am 27. Dezember 2020 verstarb sie nach langer Krankheit im Alter von 76 Jahren. Als Elke Möller 2005 in den Ruhestand ging, war sie Mitarbeiterin im Haus kirchlicher Dienste (HkD) und im Team der Geschäftsführung der Gemeindeberatung und Organisationsentwicklung (GB/OE) tätig.

Systemischer Blick auf die Organisation

„Den systemischen Blick auf die Organisation und die in ihnen handelnden Personen habe ich nie mehr abstreifen können“, sagt Burghard Klemenz, Superintendent in Ruhe mit Rückblick auf die Zusammenarbeit mit Möller. „Vieles, was mich später im Amt als Superintendenten getragen hat, habe ich bei Elke gelernt.“

Möller leitete den Aufbau der Gemeindeberatung und Organisationsentwicklung in der Hannoverschen Landeskirche als Mitarbeiterin des Pastoralsoziologischen Instituts (PSI). Sie begann mit der Arbeit bereits Mitte der 80er-Jahre, später bildete sie Gemeindeberater und -beraterinnen aus und war selbst immer wieder beratend tätig. Gleichzeitig entwickelte sie die Gemeindeberatung im deutschsprachigen Raum im Austausch und gegenseitigen Lernen mit anderen Landeskirchen und dem Bistum Hildesheim weiter.

Fortbildungen und Studien im Pastoralsoziologischen Institut

Möller studierte in Hamburg Soziologie mit dem Schwerpunkt Stadtsoziologie. Nach dem Studium arbeitete sie in einem Modellprojekt in einer Neubaugemeinde am Stadtrand von Hannover in einem Teampfarramt mit einem Pastor und einer Diakonin. „Kirche war für sie immer eine Organisation im Gemeinwesen mit der Aufgabe, Kirche für andere zu sein“, so Cornelia Dassler, Landesjugendpastorin und stellvertretende Direktorin des HkD.

Nach Ende des Projekts kam Möller 1971 in die neugegründete Pastoralsoziologische Arbeitsstelle (PSA), aus der später das Pastoralsoziologische Institut (PSI) hervorging. Sie brachte ihre wissenschaftliche Kompetenz als Diplom-Soziologin sowie ihre gesammelten Praxiserfahrungen mit Gemeinwesen-orientiertem Arbeiten im kirchlichen Kontext ein. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen leitete Möller bis ins Jahr 2004 die pastoralsoziologische Ausbildung von Vikarinnen und Vikaren. Daneben gehörten Fortbildungen für Pastorinnen und Pastoren und andere Berufsgruppen genauso zu ihren Aufgaben wie die Mitwirkung an den pastoralsoziologischen Studien des Instituts.

Glaubwürdig Christin sein

Im Jahr 2005 wurde das PSI aufgelöst. Ein Teil der Aufgabenbereiche ging über in das Sozialwissenschaftliche Institut (SI) der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Das Arbeitsfeld Gemeindeberatung und Organisationsentwicklung wurde im Herbst 2004 ins HkD integriert, wo Möller noch ein halbes Jahr lang tätig war. „Mit Elke Möller ist eine der ‚Gründungsmütter‘ der GB/OE in Deutschland gegangen“, so Andreas Hänßgen von der Gemeindeberatung in der Nordkirche.

Möller engagierte sich ehrenamtlich in der Friedensbewegung und der Eine-Welt-Arbeit. Sie gehörte zu den Mitbegründerinnen der FrauenReformationsTage (FRT). Im Ruhestand setzte sie sich bei der Bahnhofsmission für die Gründung eines ökumenischen Trägervereins ein und war zuletzt Vertreterin der Vereinsmitglieder im Aufsichtsrat der Ökumenischen Bahnhofsmission Hannover. Rückblickend sagt Dassler: „Sie war fröhlich und beherzt und hoch engagiert auf der Suche danach, wie wir in unserer Zeit glaubwürdig Christen und Christinnen sein und Kirche bauen können.“