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Frauenpastorin: Internationaler Frauentag bleibt weiter notwendig

Nachricht 08. März 2021

Die Landespastorin für Arbeit mit Frauen in der hannoverschen Landeskirche, Susanne Paul, hat die Bedeutung des internationalen Frauentages (8. März) hervorgehoben. „Sicher gibt es Fortschritte in Sachen Gleichberechtigung, dank mutiger Frauen, die sich in über hundert Jahren gegen mächtige Widerstände engagiert haben. Doch immer noch wird selbst in einer demokratischen Gesellschaft wie in Deutschland ‚das Männliche’ in vielen Bereichen als Norm behandelt“, sagte Paul am Freitag in Hannover.

In der Sprache würden Frauen oft „nur mitgemeint“, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei hauptsächlich Frauensache und Frauen stießen mit ihren Kompetenzen zu häufig an gläserne Decken, bemängelte Paul. „Die Sorge für Familien und zu Pflegende tragen zumeist Frauen - mit finanziellen Einbußen für Einkommen und Rente.“ Damit gäben sich Frauen nicht zufrieden. Sie erkämpften und nähmen sich den Raum, der ihnen zustehe, betonte Paul. „Sie verstehen sich nicht als Opfer oder Bittstellerinnen, sondern als Menschen, die mitgestalten und mitentscheiden können.“

Zudem sei die Gesellschaft heute aufgerufen, auch in andere Länder zu schauen, wo Frauen und insbesondere Mädchen noch ganz am Anfang stünden. „Vielleicht ist der 8. März 2021 ein guter Tag, eine der Organisationen mit einer Spende zu unterstützen, die sich für benachteiligte oder missbrauchte Frauen und Mädchen einsetzen.“ Zum Internationalen Frauentag am 8. März gehen Frauen weltweit für ihre Rechte an die Öffentlichkeit. Erste Anregungen kamen von Frauendemonstrationen ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in den USA.

Evangelischer Pressedienst (epd), Landesdienst Niedersachsen-Bremen

Käßmann zum Weltfrauentag​ 2021

Margot Käßmann, ehemalige Ratsvorsitzende der EKD, zum #Weltfrauentag​ 2021 über die häufige Zerrissenheit bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.