Foto: HkD

Neue Referentin für die Friedensarbeit

Nachricht 04. Januar 2021

Lisa Gellert ist seit Jahresbeginn neue Referentin für Friedensarbeit im Haus kirchlicher Dienste (HkD). Sie tritt die Nachfolge von Pastor Lutz Krügener an, der zum Oktober in die Martin-Luther-Kirchengemeinde Nordstadt-Drispenstedt in Hildesheim wechselte.

„Wir hatten in den vergangenen Wochen schon Gelegenheit, Lisa Gellert ein wenig kennenzulernen, und diese Begegnungen haben unsere Vorfreude auf die nun kommende Zusammenarbeit geweckt. Mit ihren Kompetenzen und Erfahrungen, mit ihrer Motivation und Tatkraft wird sie eine Bereicherung für uns sein“, freut sich der Leiter des Fachbereichs Kirche im Dialog, Lars-Torsten Nolte.

"Kirche des gerechten Friedens werden"

Aufgabe der 32-Jährigen ist es unter anderem, die Umsetzung des Beschlusses der Landessynode von 2016, „Kirche des gerechten Friedens“ zu werden, weiter zu begleiten und zu unterstützen. Dazu gehört die Betreuung des Fonds Friedensorte und die Zusammenarbeit mit insgesamt acht „besonderen Orten als geistliche und kommunikative Zentren für die Themen des gerechten Friedens“, wie es im Beschluss der Landessynode vom November 2016 heißt.

Die friedenspädagogischen Angebote für Schulen wie „Schritte gegen Tritte“ und „Vorfahrt für Vielfalt“ wird sie ebenso mitbegleiten wie die zunehmende Auseinandersetzung mit Rechtspopulismus und Rechtsextremismus. Sie übernimmt die Geschäftsführung der Initiative "Kirche für Demokratie - gegen Rechtsextremismus" (IKDR). Auch die Zusammenarbeit mit den Friedensbeauftragten der Kirchenkreise und innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gehört mit zu ihren Aufgaben.

Seit 2016 arbeitete die Friedensforscherin im Niedersächsischen Innenministerium in der Extremismus-Prävention. Sie beriet Verantwortliche vor Ort beim Aufbau kommunaler Netzwerke und hielt Vorträge zu den verschiedenen Formen von Extremismus. Sie koordinierte Veranstaltungen und moderierte auch selbst öffentliche Großveranstaltungen. Zuletzt war sie stellvertretende Geschäftsführerin des Kompetenzforums Islamismusprävention Niedersachsen (KIP NI), einer Initiative, in der mehrere Ministerien zusammenarbeiten.

Friedens- und Konfliktforschung - Compassionate Listening

Gellert studierte in Göttingen Politik und Religionswissenschaft und machte dann am King’s College in London einen Master in „Religion in Contemporary Society“. Daran schloss sie einen Master in Friedens- und Konfliktforschung an der Uni Tübingen mit einem Auslandssemester in Seattle in den USA an. Ihre Masterarbeit schrieb sie über das Compassionate Listening Project, eine amerikanische Nichtregierungsorganisation. Das Ziel dieser NGO ist es, in Krisengebieten die Weltsicht beider Konfliktparteien zu verstehen und diese in den Austausch miteinander zu bringen.

Gellert machte Praktika bei UNICEF und der Peace Foundation in New Zealand sowie bei der Gesellschaft für bedrohte Völker in Göttingen. Schon als Jugendliche war sie in ihrer Kirchengemeinde als Teamerin für den Kindergottesdienst und in der Jugendarbeit engagiert. Während ihres Studiums war sie fünf Jahre lang Kirchenvorsteherin. Sie ist sehr am interreligiösen Dialog und an der Ökumene interessiert und freut sich daher auf die Zusammenarbeit mit dem Team des Fachbereichs im HkD.