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Pessach: Frei von Sklaverei

Nachricht 01. April 2021

Landesbischof: Grüße zu Pessach

In seinem Gruß an die jüdischen Gemeinden in Niedersachsen zu Pessach, das Jüd*innen in diesen Tagen feiern, hat Landesbischof Ralf Meister an das aktuelle Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" erinnert: „Ich bin dankbar, dass es zahlreiche Möglichkeiten bietet, die vielfältigen Facetten jüdischen Lebens in der Geschichte und Gegenwart zu erkunden. Mögen die zahlreichen Veranstaltungen und Projekte in diesem Jahr das Wissen und die Wertschätzung jüdischer Kultur und Religion vertiefen."

Die Befreiung von Sklaverei und Tod sei etwas, dass Pessach und Ostern gemeinsam hätten: „Jüdinnen und Juden feiern zu Pessach die Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten, Christinnen und Christen zu Ostern die Auferstehung Jesu vom Tod."

Weiter schreibt Meister: „Gott befreit und erlöst. Auch heute. Halleluja! Diese gilt es zu erinnern und zu leben – für Juden und Christen jeweils auf ihre eigene Weise. Auch wenn viele Gottesdienste und Veranstaltungen nach wie vor nicht – oder nur in erheblich reduzierter Form – stattfinden können: Es gilt, aufzubrechen. Das Sklavenhaus zu verlassen. Nicht zurück ins Alte, sondern hinaus in das neue Leben bei Gott."

Landeskirche Hannovers

Was wird an Pessach gefeiert?

Das jüdische Pessachfest erinnert an den biblisch überlieferten Auszug der Israeliten aus der ägyptischen Sklaverei. In diesem Jahr wird es vom 27. März bis zum 4. April gefeiert. In den jüdischen Gemeinden beginnt Pessach am Samstagabend. Familien feiern mit Gästen den Sederabend, der mit symbolischen Speisen und ungesäuertem Brot an den Auszug aus Ägypten erinnert. Als volle Feiertage gelten jedoch nur der erste Tag - der Tag des Auszugs - und der letzte Tag - der Tag der Spaltung des Schilfmeeres. Dazwischen liegen die sogenannten Halbfeiertage, an denen die meisten Werktätigkeiten zwar nicht verboten sind, aber möglichst eingeschränkt werden.

Das hebräisch Wort «Pessach» bedeutet «vorübergehen», «verschonen». Nach den Berichten im Zweiten Buch Mose ließ Gott die erstgeborenen Kinder der Ägypter töten, verschonte aber die Israeliten und verhalf ihnen zur Flucht aus der ägyptischen Knechtschaft. Weil bei der Flucht keine Zeit mehr blieb, den Brotteig aufgehen zu lassen, wird Pessach auch das «Fest der ungesäuerten Brote» genannt. Orthodoxe Juden essen an Pessach nur die vor dem Fest speziell gebackenen Mazzoth (Matzen), ungesäuerte Brote, und reinigen vor dem Fest den Haushalt von jeglichem Sauerteig und Hefe.

Es werden Speisen gereicht, die an die Ereignisse des Auszugs aus Ägypten erinnern: ungesäuertes Brot, geröstetes Lamm, bittere Kräuter mit geriebenem Meerrettich, die an die Bitterkeit der Sklaverei erinnern sollen, sowie eine Süßspeise aus Äpfeln, Nüssen und Wein, die den Lehm zum Pyramidenbau darstellt. Dazu werden in bestimmten Abständen vier Gläser Wein getrunken, die die vier Verheißungen Gottes an das Volk Israel symbolisieren: Gott will die Juden aus Ägypten herausführen, sie erretten, erlösen und als sein Volk annehmen (2. Mose 6). Nach den neutestamentlichen Berichten war die letzte Mahlzeit Jesu mit seinen Jüngern, das Abendmahl, ein Essen zum Pessachfest.

epd Niedersachsen-Bremen

Was bedeutet Pessach für Sie?

Zwei junge Jüdinnen erzählen.

#beziehungsweise

Zum Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ regt die ökumenische Kampagane #beziehungsweise dazu an, die enge Verbundenheit von Christentum und Judentum im Alltag wahrzunehmen. Das Thema im April lautet: „Frei von Sklaverei und Tod“ und setzt das jüdische Pessach-Fest mit dem christlichen Oster-Fest in Beziehung.

Zur Kampgane #beziehungsweise