Foto: HkD

Wettbewerb „GemeindeGrün“: Kirchengemeinden für den Umwelt- und Klimaschutz

Nachricht 04. September 2020

Knapp 20 Prozent aller Bewerbungen im bundesweiten Wettbewerb „GemeindeGrün“ kommen aus Gemeinden der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Der Wettbewerb, der von den Versicherern im Raum der Kirchen (VRK) aktuell ausgeschrieben ist, soll das Umweltengagement von Kirchengemeinden finanziell und öffentlichkeitswirksam unterstützen. Noch bis zum 10. September kann jedermann mitmachen und darüber abstimmen, welche Projekte die Publikumspreise zwischen 500 und 3.000 Euro erhalten. Die Projekte stellen sich auf vrk-gemeindegruen.de vor.

„Zahlreiche Kirchengemeinden in unserer Landeskirche nehmen den Verbrauch von Wasser, Papier und Energie in ihrer Gemeinde bewusst in den Blick“, sagt Gabi Gust, Umweltreferentin im Haus kirchlicher Dienste (HkD). So legt die Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Barrien, die am Wettbewerb teilnimmt, besonders großen Wert auf die CO2-Reduzierung. Nachdem das Team aus dem Kirchenkreis Syke-Hoya schon ein regeneratives Wärmesystem umsetzen konnte, will sie als nächstes an einem Quartierskonzept arbeiten, um eine gemeinsame Energieversorgung mit den der Kirche und dem Gemeindehaus nahestehenden Gebäuden möglich zu machen. „Seit 2008 gibt es in der hannoverschen Landeskirche ein kirchliches Umweltmanagementsystem „Der Grüne Hahn“, das den Ressourcenverbrauch analysiert und kontinuierlich verringert“, so Gust.

Lebensmittel vor der Vernichtung retten

An vielen Orten finden sich Engagierte zusammen, um kirchliche Nachbarschaftsprojekte auf die Beine zu stellen. Dabei werden sie aktuell von Anna Neumann, HkD-Referentin für Umwelt- und Klimaschutz im Rahmen des Projektes „Zukunft leben“ unterstützt. Die Lüneburger Paul-Gerhardt-Gemeinde hat beispielsweise einen „Fairteiler“ gebaut, um Lebensmittel im Stadtteil zu „retten“ und plant derzeit die Anschaffung einer Saftpresse, um Obst aus umliegenden Kleingärten haltbar zu machen.

Vogeltränke und Wasserleitung für den Friedhof

Im Rahmen des Projektes Landschaftswerte oder beim Aufbau des Umweltmanagementsystems auf kirchlichen Friedhöfen arbeiten acht weitere Gemeinden mithilfe von Joana Cavaco, HkD-Referentin für Umwelt- und Klimaschutz daran, die Biodiversität auf ihren Friedhofsflächen zu erhöhen. So möchte ein Team der Gustav-Adolf-Kirchengemeinde in Meppen einen alten Taufstein als Vogeltränke auf dem Friedhof nutzen und würde den Wettbewerbspreis in die Installation einer Strom und Wasserleitung investieren.

Die Öffentlichkeit entscheidet

Mit „GemeindeGrün“ fördert VRK Umweltprojekte von Kirchengemeinden in ganz Deutschland mit insgesamt 11.000 Euro. Die Öffentlichkeit entscheidet über die Vergabe von insgesamt 10.000 Euro für Projekte in den vier Kategorien Naturschutz, Ressourcen, Klimaschutz und Ernährung. Jeder kann kostenlos online mitentscheiden, welche Projekte die Förderungen erhalten. Die 12 Projekte, die am 8. September ins Finale einziehen, haben die Chance auf einen der acht Publikumspreise zwischen 500 und 3.000 Euro. Zusätzlich werden zweimal 500 Euro via Instagram vergeben.