Foto: HkD

Antisemitismus heute und was wir dagegen tun können

Nachricht 27. Januar 2020
unser_kreuz_wort_bild_markeQuadrat

Dr. Christian Staffa, Antisemitismusbeauftragter der EKD und Konstantin B. Seidler, Referent für politische Bildung mit dem Schwerpunkt Antisemitismus an der Hochschule Hannover sprechen am 7. Februar um 14.30 Uhr zum Thema „Antisemitismus heute – Erfahrungen, Einordnung und Anfragen an die Evangelische Kirche“ im Haus kirchlicher Dienste (Archivstraße 3, Hannover). Dazu lädt die Initiative „Kirche für Demokratie – gegen Rechtsextremismus“ in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers (IKDR) alle Interessente im Rahmen des öffentlichen Teils ihrer Vollversammlung ein.

Wie das heutige jüdische Leben in Deutschland aussieht und mit welchen Erfahrungen Jüdinnen und Juden konfrontiert sind, zeigt Seidler, Mitglied der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hannover, in seinem Vortrag auf. Er verdeutlicht die Ausdrucksformen des heutigen Antisemitismus anhand von Erfahrungsberichten und will die Wahrnehmung und das Erkennen von Antisemitismus fördern. Dies sei die Voraussetzung für die Entwicklung von Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit Antisemitismus, die ebenfalls ein Bestandteil des Vortrages sind.

Dr. Staffa beleuchtet in seinem Vortrag die kirchliche Tradition, die seiner Meinung nach sich zu Unrecht antijüdisch positioniert hat. „Denn nicht nur war und bleibt Jesus Jude, sondern die ganze Schrift oder die Schriften sind nicht vom Judentum und der bedingungslosen Angewiesenheit auf das Judentum damals und heute zu trennen“, so der EKD-Beauftragter. Der Nährboden des Antisemitismus ist auch das christliche Selbstbild, das mit den eigenen Defiziten und Schuldgefühlen nicht umzugehen weiß. Der Vortrag wird diese These ausdeuten und Ansätze zu einer Bearbeitung versuchen.

Initiative „Kirche für Demokratie – gegen Rechtsextremismus“ (IKDR)

Die 2010 gegründete Initiative bildet ein offenes Netzwerk. Sie verbindet Einzelpersonen, Organisationen, Kirchengemeinden und -kreise, sowie Initiativen aus Kirche und Gesellschaft. Die IKDR tritt mit ihrer Arbeit rechtsextremen und menschenfeindlichen Haltungen innerhalb und außerhalb der Kirche entgegen. Sie unterstützt demokratische Beteiligung und Bildung für ein Leben in einer offenen Gesellschaft und der Anerkennung der uneingeschränkten Würde eines jeden Menschen. Dies geschieht durch Unterstützung von Aktionen, Bereitstellung von Material zur Information und Bildung und Öffentlichkeitsarbeit. Bei Konflikten vor Ort berät sie und vermittelt Kontakte. Dabei arbeitet sie zusammen mit kirchlichen Akteuren, zivilgesellschaftlichen Organisationen und öffentlichen Einrichtungen.

Weitere Informationen

kruegener-2018-600-nf-l-eb_8577_aus
Lutz Krügener
Tel.: 0511 1241-560

Referent für Friedensarbeit
Pastor

schnare_2014_600_nf_l
Jürgen Schnare
Tel.: 0511 1241-140

Referent für Weltanschauungsfragen
Pastor