Foto: HkD

Mit Erasmus das Ehrenamt stärken

Nachricht 04. Februar 2020

Die Zukunft des Ehrenamtes erkundeten auf einer Studienfahrt nach Amsterdam die Mitarbeitenden des Fachbereichs Gemeindeentwicklung. Mitarbeitende.Ehrenamt aus dem Haus kirchlicher Dienste (HkD) in Hannover. Möglich wurde die Reise durch die Unterstützung des Programmes ERASMUS+ der Europäischen Union. Die Erkenntnisse dieser Reise prägen inzwischen die Arbeit des Fachbereichs und fließen in den Tag der Kirchenvorstände am 21. März dieses Jahres mit ein.

„Wir stehen vor großen Herausforderungen, was die Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen und die gesamte Entwicklung der Kirche angeht. Viele Veränderungen, die in Deutschland noch bevor stehen, sind in den Niederlande bereits weiter fortgeschritten“, sagt Susanne Briese, Landespastorin für Ehrenamtliche. „Deshalb haben wir in Amsterdam Partner besucht, die ähnliche Arbeit machen wie wir, um von ihnen zu lernen“, ergänzt Perdita Wünsch, Referentin für Ehrenamtliche, die die Studienfahrt mit vorbereitet hat.

Der Fachbereich Gemeindeentwicklung. Mitarbeitende.Ehrenamt besuchte im letzten Juli in Amsterdam kirchliche und weltliche Organisationen, in denen ehrenamtliche Arbeit eine große Rolle spielt. Unter anderem die Heilsarmee und die Schirm-Organisation Goede Doelen, die dafür sorgt, dass Non-Profit-Organisationen und ehrenamtliches Engagement einen besseren Stand in der Gesellschaft bekommen.

Eine lutherische Gemeinde hat in ihrem Kirchengebäude ein Wohnprojekt eingerichtet. „Dennoch finden dort Gottesdienste und Andachten statt, die die Ehrenamtlichen selbst entwickeln und gestalten. Geistliches Leben ist als Angebot für alle vorhanden, niemand muss erst Mitglied werden. Es geht darum, dabei zu sein. Später können Menschen dann auch entscheiden, ob sie Kirchenmitglied werden“, berichtet Wünsch. Das Wohnprojekt hat eine wichtige Funktion als offenes, von ehrenamtlichem Engagement getragenes Nachbarschaftszentrum. So bieten die Bewohner zum Beispiel jedes Wochenende ein Mittagessen für alle an.

Vincent-Botschafter und Küchentischgespräche

Die Fundraisingabteilung des Van-Gogh-Museums stellte den Mitarbeitenden des HkD ein Konzept vor, bei dem sich Spender als ehrenamtliche Vincent-Botschafter für das Museum einsetzen. Das begeisterte die hannoverschen Fundraiser so sehr, dass sie die Frauen, die dieses Konzept entwickelt haben, zu ihrer nächsten Jahrestagung einluden. „Die Ideen sind es wert, dass alle Fundraiser der Hannoverschen Landeskirche sie kennenlernen!“, sagt Barbara Siebert, Referentin für EU-Fördermittel in der Landeskirche Hannovers.

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Henk Kinds von der Community Partnership in Amsterdam stellt Mitarbeitenden HkD das Konzept der Küchentischgespräche vor. Foto Gudrun Germershausen/HkD.

In einem Projekt zur Stadtteilsozialarbeit lernten die Reisenden die Arbeit in multifunktionalen Teams kennen. Diese Teams bieten für Menschen in schwierigen sozialen Situationen niedrigschwellige Beratung in sogenannten Küchentischgesprächen an. Die Betroffenen müssen nicht für verschiedene Bedürfnisse zu verschiedenen Behörden gehen, sondern zu Hause am Küchentisch treffen sich professionelle und ehrenamtliche Helfer, um im Gespräch mit den Betroffenen Angebote zusammenzustellen, die genau zu ihrer Lebenssituation passen.

Ein ähnliches Verfahren möchte der Fachbereich jetzt selbst anwenden. Die Angebote der Kollegen werden in Zukunft stärker in die Beratung einzelner Kirchengemeinden mit einbezogen, indem ein Fundraiser auf die Chancen von Ehrenamtsmanagement hinweist, oder eine Qualitätsentwicklerin auf die Angebote der Büchereiarbeit. Abhängig ist dies immer davon, was eine Kirchengemeinde gerade braucht.

Von andern Europäern lernen mit Hilfe von EU-Fördermitteln

„Mobilität in der Erwachsenenbildung“ heißt ein Teilbereich des ERASMUS+ Programms der EU, das sich an ehrenamtlich und beruflich Mitarbeitende in der Erwachsenenbildung wendet. Im kirchlichen Sektor sind dies zum Beispiel Mitarbeitende in Familienbildungsstätten, Bildungszentren aber auch im Haus kirchlicher Dienste. Wer sich für diese Möglichkeit interessiert, kann sich an Siebert wenden, die bei der Konzeption des eigenen Mobilitätsprojekts und der Antragstellung berät.

„Es ist sehr erfrischend, den Blick über Deutschland hinaus zu wagen“, so Siebert. „In den Niederlanden sind die Menschen viel pragmatischer als bei uns.“ Das bestätigt auch Wünsch: „Im Zweifelsfall probieren sie ein Projekt einfach aus und schauen nach einem Jahr, ob es funktioniert. In den seltensten Fällen wird es dann wieder abgebrochen.“ Etwas von diesem Geist wollen die Mitarbeitenden des Fachbereichs nun auch mit ihren Alltag nehmen und an die Ehrenamtlichen in der Landeskirche weitergeben.

Wer einen Antrag auf EU-Fördermittel stellen möchte, bekommt Hilfe von der Nationalen Agentur für ERASMUS+ in Bonn. „Die Mitarbeitenden dort nehmen sich sehr viel Zeit für die Antragsteller“, so Siebert. Erste Anlaufstelle für alle, die sich grundlegend über ERASMUS+ in der Erwachsenenbildung informieren möchten, ist die Webseite der NABIBB: www.na-bibb.de/erasmus-erwachsenenbildung

Beratung zu Fragen rund um Projektkonzeption und Antragstellung bietet Barbara Siebert unter der Telefonnummer 0511 1241-904 oder per E-Mail an barbara.siebert@evlka.de.

Weitere Informationen

Beratung zu allen Fragen rund um Projektkonzeption und Antragstellung:

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Barbara Siebert
Tel.: 0511 1241-904

Referentin EU-Fördermittel