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Lichtblicke im Advent

Nachricht 04. Dezember 2020
kay fochtmann, Adobe Stock

Die Adventszeit ist gekommen. Jedes Jahr habe ich mich darauf gefreut, auf die Adventsfeiern, die verschiedenen Gottesdienste und darauf, einen großen Adventskranz für unsere Kapelle fertig zu stellen. Und unser Zuhause habe ich adventlich geschmückt, um dann beim Frühstück und abends im Wohnzimmer gemütlich bei Kerzenschein zu sitzen. Wenn ich auch oft nicht so viel Zeit dazu hatte, wie ich gern gehabt hätte. Denn es war immer viel zu erledigen für die unterschiedlichen Adventsfeiern, aber auch das hat mir Spaß gemacht.

Und nun das Jahr 2020, wie wird diese Adventszeit? Wenn ich zurückdenke an den Jahresanfang, alles lief normal, das Virus war weit weg, wunderbar, so konnten wir wieder planen: Was machen wir Ostern, feiere ich meinen Geburtstag und wohin fahren wir in den Urlaub? Und dann plötzlich musste alles abgesagt werden, keine Feier, kein Sport, kein Gottesdienst, keine Konfirmationen, viele Geschäfte und Restaurants mussten schließen. Ich konnte es erst gar nicht fassen, das war so unwirklich, es war für mich eine richtig fremde Welt.

Ich hatte immer viele Termine und nun? Nichts mehr! Ich war zu Hause, jeden Tag, nur zum Einkaufen ging oder fuhr ich. Wie leer die Straßen waren, so wenig Autos unterwegs, das wieder war herrlich, das gefiel mir. Und noch etwas konnte ich genießen, keine Flugzeuge am Himmel und Züge fuhren auch viel weniger. So hatte ich eine himmlische Ruhe im Garten, die ich auch voll ausgekostet habe.

Auch Freude hat mir gemacht, dass ich mehr Zeit zum Lesen hatte und zum Kochen und Backen. So konnte ich neue Rezepte ausprobieren, die mehr Zeit brauchen. Meine Familie hat sich auch darüber gefreut.

Ich bin tatsächlich mehr zur Ruhe gekommen, das war schön.

Was mir natürlich nicht gefallen hat, dass ich mich nicht mehr mit meinen Freundinnen und meiner Familie treffen konnte wie gewohnt. So habe ich viele lange Telefonate geführt. Das waren vielleicht intensivere Gespräche, als wenn wir uns persönlich gegenübergesessen hätten. Aber gerade das hat mir nach einigen Wochen doch gefehlt. Und wie war ich froh, endlich wieder diese mir nahestehenden Menschen persönlich zu treffen. Und wie herrlich, wieder Gottesdienste zu besuchen, wenn auch draußen mit Abstand, und nach langer Zeit mal wieder viele liebe Menschen von Angesicht zu Angesicht begrüßen zu können.

Und jetzt ist Advent. Ich wünsche uns, dass wir diese Wartezeit auf Weihnachten, auf Christus mit frohen Gedanken im Kreise unserer Familien und mit Freunden verbringen können. Dass uns in diesem Jahr bewusst geworden ist, wie wichtig das Zusammensein mit anderen Menschen ist. Und dass wir endlich mal eine wirklich ruhige Adventszeit genießen ohne zu viel Termine, sondern mit einer großen Vorfreude auf Weihnachten.

Doris Günther

Die Aktion

Sieben Andachten von Autorinnen der Generation 60plus bewegen mit ihren ermutigenden Worten und Bildern und geben Hoffnung, für alle Menschen. Die meisten Frauen gehören zu der sogenannten „Risikogruppe“, doch ungeachtet ihrer momentanen Herausforderungen im Corona-Jahr beschreiben sie kreativ und fantasievoll ihre Erlebnisse, Wünsche und Träume zum Advent.