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Die Kinder im Blick behalten

Nachricht 29. April 2020
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Kinder brauchen gleichaltrige Spielpartner und reale Begegnungen. Quelle: pixabay.com

Die aktuellen Kontaktbeschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie sind für alle gleich: Erwachsene, Jugendliche und Kinder sind in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt und können meist nur auf Umwegen mit Freunden und Verwandten in Verbindung bleiben. Das Internet ist für viele eine gute Möglichkeit, um sich zumindest virtuell zu treffen. Doch das ist bei Kindern anders.

„Die Einschränkungen des täglichen Lebens treffen die Kinder ungleich härter“, sagt Miriam Lukosch. Zusammen mit Iris Feigel und Uwe Huchthausen gehört sie zum Team Kindeswohl im Landesjugendpfarramt der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Das Team hat jetzt ein Statement veröffentlicht zur Situation der Kinder in der Coronazeit. Darin stellen Lukosch und ihre Kolleginnen fest, dass gerade Kinder auf ein angemessenes Sozialleben angewiesen seien. Die Schließung von KiTas, Krippen, Spielplätzen und Vereinen schränken die Möglichkeiten emotionalen und sozialen Lernens stark ein bzw. verhindern wichtige Entwicklungsprozesse. Anders als bei Jugendlichen und Erwachsenen seien digitale Angebote kein Ersatz, sondern gerademal eine Notlösung, gibt Iris Feigel zu bedenken. „Spielen auf Distanz geht trotz aller digitalen Möglichkeiten nicht in notwendiger Weise.“

Zu den Verfassern des Statements gehört auch Claudia Nickel. Als jugendpolitische Referentin im Landesjugendpfarramt ist ihr daran gelegen, dass bei der aktuellen Entwicklung von Lösungsstrategien die Kinder nicht vergessen werden: „Es ist unsere gesellschaftliche Verpflichtung, die Kinder im Blick zu behalten. Kinder, die häuslicher Gewalt ausgesetzt sind, deren Eltern mit Existenzängsten zu kämpfen haben, Kinder, die unter seelischen oder psychischen Belastungen leiden, aber auch alle Kinder, die behütet aufwachsen und ein Bedürfnis nach sozialen Kontakten haben.“

In seinem Statement stellt das Team klar, dass es die Maßnahmen zur Eingrenzung der Pandemie als sinnvoll erachtet und unterstützt. Gleichzeitig weist es auf die Notwendigkeit hin, die Situation aus Sicht der Kinder zu betrachten.