Foto: HkD

HkD-Tipp: Unterricht zuhause – So bleiben Sie informiert

Nachricht 14. April 2020
2020-04-14 Koszioller "Kirche zu Hause"
Foto: Jens Schulze

Das Erschrecken vieler Eltern war groß, als die Hannoversche Tageszeitung „Neue Presse“ am 30. März titelte: „Schulen dicht bis zu den Sommerferien?“. Aber nicht nur Eltern sorgen sich. Auch Lehrerinnen und Lehrer sind nicht nur erfreut über die Beschulung zu Hause. Die Schulen sind geschlossen und derzeit ist es unklar, wie lange noch. Marco Kosziollek, Referent für die Arbeit mit Schülerinnen und Schülern im Landesjugendpfarramt im Haus kirchlicher Dienste erörtert die aktuelle Lage:

„Durch meine Kontakte mit Lehrkräften höre ich Verschiedenes: Einige Schulen haben offenbar wirklich ‚frei’ gegeben, andere arbeiten auf Sparflamme weiter, wieder andere geben ein klares, messbares Pensum vor: fünf Wochen in einem Fach mit drei Wochenstunden geben dann eben Hausaufgaben für 15 Wochenstunden. Diese Rechnung konnte dann sogar eine Mutter nachvollziehen, die sich telefonisch über das ‚riesige Aufgabenpensum’ bei einer Lehrerin beschwerte.

Und wenn man auf die Schülerinnen und Schüler schaut, dann ist es ganz ähnlich: Viele arbeiten gut mit, andere ruhen sich darauf aus, dass die Aufgaben während der Schulschließungen angesichts der Corona-Pandemie nicht bewertet werden dürfen. Besonders kritisch ist die Situation bei denen, die sich im Abschlussjahr ihrer Schule befinden. Die Berufsausbildungen beginnen in der Regel im August bzw. September, ein Studium im Oktober. In normalen Zeiten würden nun die Prüfungen stattfinden.

Also was tun? Momentan schießen Angebote wie Pilze aus dem Boden, was denn Kinder und Jugendliche zu Hause für die Schule tun könnten und müssten. Dabei ist in verschiedener Hinsicht Vorsicht geboten: Gerade im Grundschulbereich vermitteln Eltern Unterrichtsinhalte häufig anders als Lehrkräfte, was zu Verwirrung bei den Schülerinnen und Schülern führen kann. Einzelne Anbieter stellen bei web-gestützten Inhalten nur die ersten Seiten kostenfrei, danach wird es zwar spannender, aber auch kostenpflichtig. Und auch die Werbung, die mit manchen kostenfreien Angeboten verbunden ist, ist nicht immer nur konzentrationsfördernd.“

Unterricht zu Hause

Wer dennoch mit schulischem Material zu Hause weiterarbeiten möchte oder Unterrichtsmaterial sucht, das an die eigenen Schülerinnen und Schüler weitergegeben werden kann, sei auf die Ideensammlung des Niedersächsischen Landesinstituts für schulische Qualitätsentwicklung verwiesen. Hier finden sich nach Kategorien geordnet unterschieden Links und kurze Hinweise dazu für Kinder, Jugendliche, zum Fremdsprachenlernen oder zur sportlichen Betätigung zu Hause. Ergänzt werden diese mit Hinweisen zu den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern und aktuell kostenfreien Angeboten kommerzieller Anbieter. Speziell für Unterrichtende im Fach Religion gibt es auf religionsunterricht.net nach Klassenstufen sortiert Unterrichtsmaterialien, die kostenfrei sind und auch auf eigenen Schulservern weiterverwendet werden dürfen.

Informiert bleiben

„Damit Eltern nicht bei jeder Zeitungsmeldung wieder in Schrecken verfallen, sondern aktuelle Entscheidungen des Kultusministeriums fundiert nachlesen können, empfehle ich die Seite des Niedersächsischen Kultusministeriums. So informiert fällt man weder auf ein Gerücht rein, noch macht man sich Sorgen über das, was noch unausgegoren aus den Diskussionen in die Öffentlichkeit gelangt ist“, so Kosziollek.