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Kirchenleute kämpfen für Klima

Nachricht 23. September 2019
Foto Dr. Ruth Gütter
Dr. Ruth Gütter Foto: Gunnar Schulz-Achelis / HkD

Mitarbeitende des Landeskirchenamtes, der Bischofskanzlei und der Hauses kirchlicher Dienste beteiligten sich am Weltklimastreiktag, 20. September, mit Workshops, Andacht und Demonstration. 

Zum Auftakt sprach Oberkirchenrätin Dr. Ruth Gütter, Referentin für Fragen der Nachhaltigkeit  der Evangelischen Kirche in Deutschland im Haus kirchlicher Dienste über das Ausmaß der Herausforderung: „Wir brauchen ein komplettes Umdenken, theologisch gesprochen Buße und Umkehr“. Sie wies auf bekannte Prognosen hin, wie das Steigen des Meeresspiegels, Dürren, Extremwetterereignisse und einen Anstieg der Klimaflüchtlinge von jetzt 30 Millionen auf 200 Millionen. „Wir als Christen sollten auf die Fakten nüchtern hinweisen ohne die Menschen in Angst zu versetzen oder moralisch unter Druck zu setzen“, meinte sie weiter. 

Sie nannte eine Fülle von Projekten nd Maßnahmen, die in evangelischen Landeskirchen in Deutschland ergriffen wurden, wie das Umweltmanagement-System Grüner Hahn, ökofaire Gemeinden, Umstellung von Kantinen, Nachhaltigkeitskriterien bei der Landverpachtung. „Die Klimakollekte entwickelt sich hervorragend“ sagte Gütter. Hiermit werden gefahrene und vor allem geflogene Dienstreisekilometer mit Geld für Klimaschutzprojekte kompensiert. Die EKD kompensiere sogar alle gefahrenen Kilometer und den Papier- und Energieverbrauch, so Gütter. Die Mehrheit der Landeskirchen habe Klimaschutzgesetze beschlossen; gleichwohl würden fast alle die gesetzten Klimaschutzziele verfehlen, auch die Hannoversche Landeskirche. „Wahrscheinlich werden wir es mit den bisherigen Methoden und Maßnahmen nicht schaffen“, meinte Reinhard Benhöfer, Leitender Referent im Haus kirchlicher Dienste und Leiter des Arbeitsfelder Klima- und Umweltschutz.  

Christians for Future - Lutz Krügener
Pastor Lutz Krügener (Referent für Friedensarbeit im HkD) und Christians for Future haben auch mit demonstriert. Foto: privat

In spontanen Arbeitsgruppen diskutierten die 50 Teilnehmenden der Veranstaltung: Was tut das Haus kirchlicher Dienste konkret? Wie kann man Klimawandelleugnern mit Argumenten begegnen? Was kann man im Alltag selber machen? Was können Kirchengemeinden tun und wie sind sie mitzunehmen, wenn es um Maßnahmen an ihren Gebäuden geht? Ein weitere Gruppe bereitete sich auf die Demo am Mittag vor und malte Schilder und erdachte Parolen.