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Zertifikate für neue Kirchenführer

Nachricht 11. September 2019
Zertifikate für neue KirchenführerInnen
Ihr Abschluss als Kirchenführer feierten mit Landessuperintendent Eckhard Gorka (links) und Fachbereichsleiter Klaus Stemmann (rechts): Vordere Reihe (von links) Eva Wallstabe und Renate Trautvetter, in 2. Reihe Gudrun Laqua und Ursula Alberts mit Ausbilder Klaas Grensemann, in 3. Reihe Cornelia Kenklies, Marie-Luise Grefe, Ingelies Teichert und Ellen Seifert-Oberlies und letzte Reihe Doris Laqua, Karin Kemper, Uta Paczkowski, Elke Böttcher, Roberta Böcker und Wilhelm Ippensen. Foto: privat

Die Ausbildung zur Kirchenführerin und Kirchenführer ist ein Angebot vom Arbeitsfeld „Kirche im Tourismus“ im Haus kirchlicher Dienste der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers. Der Kurs zielt auf Gästeführerinnen und Gästeführer in den niedersächsischen Dörfern und Städten, die sich in Sachen Kirche kompetent halten wollen. Genauso sind auch kirchlich Engagierte eingeladen, Gästeführungen in den vielfältigen Kirchengebäuden anzubieten. In 120 Bildungsstunden werden den Teilnehmenden Grundkenntnisse über Kirchenpädagogik, Bau- und Kunstgeschichte, Architektur, Kirchengeschichte, Liturgik und die Bibel vermittelt.
Der aktuelle Ausbildungskurs schloss nun mit einem Seminarwochenende im Kloster Amelungsborn ab. Feierlicher Höhepunkt war dabei die Übergabe der Zertifikate über den erfolgreichen Kursbesuch durch Landessuperintendent Eckhard Gorka.

Kirchen sind Orte der Stille, der Ruhe und Besinnung. Sie laden ein zu Meditation und Andacht. Sie sind aber auch Orte des kulturellen Gedächtnisses eines Dorfs und einer Stadt. In ihnen können Biografien entdeckt und der Geschichte am Ort nachgegangen werden. Kirchen sind Orte der Begegnung zwischen der christlichen Gemeinde und Gästen von außen. Kirchengebäude zeigen im Äußeren wie im Inneren, wie der Glaube im Verlauf von Jahrhunderten gelebt und gestaltet wurde und wie er gegenwärtig gestaltet und gelebt wird. In vielen Kirchengemeinden weiß man um diese besondere Bedeutung des Kirchenraums. Das unterstützt die Kirchenführerausbildung. Der Schatz der Kirchenräume wird gehoben und fruchtbar gemacht. In der Ausbildung geben fachkundige Referenten und Referentinnen kunsthistorisches, theologisches, kirchenpädagogisches, touristisches und organisatorisches Know-how. Dazu setzen sich die Teilnehmenden intensiv mit der christlichen Tradition, ihren Symbolen und Ausdrucksformen auseinander. Ziel ist, Gelegenheiten zu eröffnen, über eigene religiöse Prägungen und Fragen ins Gespräch zu kommen und vorhandene, auch bei anderen Bildungsträgern erworbene Vorkenntnisse in die Ausbildung zu integrieren.

Für Kornelia Kenklies sind die neugewonnen Kenntnisse besonders wertvoll: „Ich traue mich nun klar meinen Glauben in Kirchenführungen einzubeziehen und den Sakralraum als solchen zu thematisieren.“ Die Gästeführerin in Stade und im Alten Land zeigt sich über den Kurs begeistert: „Es ist eine tolle Erfahrung, mich als Kirchenführerin in Führungen zurückzunehmen und der Gästegruppe Raum zum Entdecken und Erkunden zu schenken.“ „Ich hatte den Wunsch an der Ausbildung teilzunehmen schon lange und es war genau richtig!“, so Doris Stadler aus Engelbostel. Ihr Blick auf Kirchenräume sei wesentlich geweitet und durch Fachreferate und Übungen vertiefen worden.

Ellen Seifert-Oberlies, Vorsitzende des Kirchenvorstands in der Kirchengemeinde Stöckheim, Kirchenkreis Nordheim war mit der Mischung aus Theorie und Praxis mehr als zufrieden: „Der Mix von Vorträgen und das praktische Arbeiten im Kurs war genau richtig für mich.“ Als Kursleiter unterstrich Klaus Stemmann den hohen Anspruch der Ausbildung: „Als zertifizierte Kirchenführer seid Ihr qualifiziert und könnt für jede Kirche Führungen ausarbeiten und durchführen.“ „Ihr seid mit dem Angebot von Kirchenführungen Profis für die Arbeit mit kirchlich Distanzierten. Im ,Tafelsilber´ Kirche und Raum öffnet ihr den Gästen Horizonte der Schönheit des Glaubens“, so der Fachmann.

Landessuperintendent Eckhard Gorka sieht das Zusammenspiel von Kirchengebäude, Menschen und Kirchengemeinde als missionarisches Anliegen. „Wenn Menschen Sie um eine Kirchenführung bitten, dann fragen Sie als Kirchenführer ja nicht nach ihren Taufschein oder der Mitgliedschaft in der Kirche. Damit begreife ich Ihren Dienst ist als einen tief missionarischen und seelsorgerlichen,“ unterstrich der leitende Geistliche und Abt des Klosters Amelungsborn bei der Verleihung der Zertifikate.

Der nächste Kurs zur Ausbildung als Kirchenführer/Kirchenführerin beginnt im Mai 2020.

Informationen

Klaus Stemmann
Archivstraße 3
30169 Hannover
Tel.: 0511 1241-419
Einrichtung:

Haus kirchlicher Dienste

Aufgabenbereich:

Leitender Referent Kirche im Tourismus
Diakon