Foto: HkD

Hermann Buß und seine Liebe zu Weißrussland

27. September 2019

Nach der Premiere beim Kirchentag in Dortmund wurde die Wanderausstellung „Polessje-Elegie – Das verlorene Land“ des ostfriesischen Künstlers Hermann Buß am 10. September im Nationalen Zentrum für zeitgenössische Künste in Minsk eröffnet. Gemeinsam mit dem Künstler reiste Landesbischof Ralf Meister mit einer Delegation zur Ausstellungseröffnung nach Belarus. „Hermann Buß hat mehrmals die 30-Kilometer-Sperrzone in der Polessje-Region um den Reaktor von Tschernobyl besucht und sich intensiv mit dem Land und den Menschen in Weißrussland beschäftigt. Die Sympathie und Liebe zu diesem Land, die seine Bilder vermitteln, waren bei der Eröffnung spürbar“, so Lars-Torsten Nolte, Referent für die Tschernobyl-Hilfe im Haus kirchlicher Dienste. Die Ausstellung in Minsk erfreut sich einer positiven Resonanz und medialen Aufmerksamkeit.

Melancholie und Trostbedürftigkeit

Die 35 großformatigen Ölbilder von Hermann Buß zeigen, wie die Tschernobyl-Katastrophe das Land und die Menschen in Weißrussland über die letzten 30 Jahre verändert hat. „Fast immer liegt in den Bildern von Hermann Buß eine Melancholie und Trostbedürftigkeit“, sagte Landesbischof Meister bei der Eröffnung. „Die Landschaften und Blickrichtungen, die symbolischen Gegenstände, die Himmel, der Sand, das Meer, sie tragen die Frage in sich: Wo kommst Du her? Wie lang bist du noch hier? Was liegt an Dir? Auf diesen Bildern ist kein freiwilliger Rückzug zu sehen. Hier brach menschliche Technologie zusammen und machte Menschen heimatlos. Niemals hatten wir bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts gedacht, dass es wieder einmal weiße Flecken geben könnte auf der Landkarte. Nun entstehen sie. In diese Landschaft ist der Maler Hermann Buß gegangen.“

Deutscher Botschafter würdigt Engagement der Hannoverschen Landeskirche

Der deutsche Botschafter in Belarus Manfred Huterer würdigte in seinem Grußwort das Engagement der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, die seit knapp 30 Jahren Kinder aus dem Gebiet Gomel zur Erholung von den Spätfolgen der Reaktorkatastrophe nach Niedersachsen einlädt und mit den Ärzten in und um Gomel eng zusammenarbeitet: „Wenn man das über so viele Jahre hinweg betreibt, dann entsteht daraus eine besonders intensive und persönliche Beziehung zu Belarus und seinen Menschen. Dieser besondere, persönliche Blick auf Belarus kommt nun auch in einer Ausstellung der wunderbaren Bilder des deutschen Malers Hermann Buß zum Ausdruck.“ Die persönlichen Begegnungen und Austausch nährten das Interesse aneinander und bauten Brücken zwischen Deutschland und Weißrussland. Die Ausstellung sei ein wichtiger Beitrag dazu.