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In Würde alt werden können

Nachricht 10. September 2019
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Am Tag der älteren Generation am 1. Oktober findet ein Aktionstag „Würde im Alter“ in der Apostelkirche Hannover-List statt. Foto: Anna Findert, HkD

Zum Internationalen Tag der älteren Generation am 1. Oktober findet in der Apostelkirche Hannover-List erstmals ein kirchlicher Aktionstag statt. Dr. Dagmar Heinze und Inken Richter-Rethwisch von der Projektstelle „Alternde Gesellschaft und Gemeindepraxis“ im Haus kirchlicher Dienste und die Diakonin der Apostelkirche Angelika Gensink laden alle Generationen dazu ein, sich mit dem Thema „Würde im Alter“ bewusst auseinander zu setzen. Zwischen 16 und 18.30 Uhr informieren sie zusammen mit dem kommunalen Seniorenservice, der Alzheimergesellschaft Hannover und der Abteilung Geriatrie im Clementinenhaus rund um das Thema. Im Foyer der Kirche öffnet sich für alle Interessierten der Raum für Dialog und Begegnung bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen aus dem generationsübergreifenden Café Apoccino, begleitet von Evergreens aus den 20er und 30er Jahren.

„Die Älteren werden zwar immer älter, aber dadurch wird die ältere Generation auch immer vielfältiger“, so Landessuperintendentin Dr. Petra Bahr, die Hauptrednerin am Aktionstag. „Heute gilt beides: ‚Du kannst gar nicht so alt sein, dass nicht noch etwas Neues beginnt‘ und ‚Schwache und Kranke haben keinen Platz mehr‘. In der Bibel begegnen uns Menschen, die trotz ihres hohen Alters von Gott ermutigt Aufbrüche wagen, die ihnen sonst keiner – nicht mal sie sich selbst – zugetraut hätten. Ich finde, das ist eine gute Grundlage, um sich heute mit dem Thema „Würde im Alter“ in unserer Gesellschaft auseinanderzusetzen.“

Neben dem Hauptvortrag bietet der Aktionstag moderierte Kurzinterviews mit den Experten aus der Praxis der Arbeit mit älteren Menschen. „Würde im Alter gilt als Anspruch in den verschiedensten Bereichen des Lebens: bei Einschränkungen und Erkrankungen wie Demenz, in der Pflege und im Alltag älterer Menschen“, so Projektleiterin Dr. Henze. Gerade in der christlichen Religion gäbe es die entscheidenden Anknüpfungspunkte dazu, die Würde alter Menschen stärker in den Fokus zu rücken.

„Als neu eingerichtete Projektstelle im Haus kirchlicher Dienste wollen wir nicht alles neu erfinden, sondern dort ansetzen, wo es bereits gut läuft“, betont Projektleiterin Richter-Rethwisch. „Das Projekt Apoccino ist ein hervorragendes, in der Praxis erprobtes Beispiel dafür, wie das Miteinander der Generationen in einem Stadtteil gelingt. Hier, im Gemeindehaus der Apostelkirche, kommen ältere und jüngere Menschen an einem Freitagnachmittag jede zwei Wochen zusammen, es gibt Lesungen, Zauberei, Musik und viel Austausch. Und genau hier wollen wir mit dem Aktionstag anknüpfen, das Thema ‚Würde im Alter‘ vertiefen, die Besucher und Beteiligten vernetzen und so Synergien entstehen lassen.“

Nach dem Beschluss der Vereinten Nationen im Jahr 1990 wird an jedem 1. Oktober der Internationale Tag der älteren Generationen gefeiert. Dieser Tag soll die Rolle der älteren Generationen für das gesellschaftliche Zusammenleben deutlich machen und dazu genutzt werden, die in unserer Gesellschaft vorhandenen Bilder über das Alter zu hinterfragen. Für den 1. Oktober 2020 planen die Veranstalter bereits den Aktionstag in der Marktkirche zum Thema Altersarmut.