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Welche Akzente kann das Netzwerk Christen bei Volkswagen setzen?

Nachricht 16. Oktober 2019
Peer-Detlev Schladebusch, Industriepastor im Haus kirchlicher Dienste Hannover und Sprecher des Netzwerks Christen in der Automobilindustrie (CAI). Foto: Lazar Elias Schladebusch

Eine Antwort von Peer-Detlev Schladebusch, Industriepastor im Haus kirchlicher Dienste Hannover und Sprecher des Netzwerks Christen in der Automobilindustrie:

Manchmal gibt es unvergessliche Momente: Am 17. September 2015 feierte das Netzwerk Christen in der Automobilindustrie (CAI) einen Gottesdienst auf der Internationalen Automobil Ausstellung (IAA) in Frankfurt. Ein Mitarbeiter betete um Wahrhaftigkeit in der Branche. Einen Tag später wurde der Dieselskandal in der Presse publik: Ein Beben bis heute. War das eine direkte Gebetserhörung?

"Das Gebet vermag viel"

„Das Gebet des Gerechten vermag viel, wenn es ernstlich ist“, heißt es in der Bibel (Jakobus 5,16). Das wissen auch Mitarbeitende von Volkswagen. Mittlerweile gibt es zehn Kreise in Wolfsburg, Braunschweig und Hannover, die sich regelmäßig einmal in der Woche in der Mittagspause treffen und dort auch beten: in guter ökumenischer Eintracht.

Die Christen bei Volkswagen (CVW) gehören zum CAI-Netzwerk, wie auch die Christen bei Audi, BMW, Daimler, Ford, MAN, Opel, Porsche und mehreren Zulieferern. Rund 1.000 Personen haben sich für den Newsletter angemeldet, in dem bundesweit zu verschiedenen Treffen und Veranstaltungen außerhalb der Werksgelände eingeladen wird.

Bei Daimler in Sindelfingen sind sie besonders aktiv. Ich durfte dort schon mehrfach miterleben, wie sie auch für die Mitarbeitenden von Volkswagen – gerade auch in der Krise – gebetet haben. Das ist wirkliche Größe.

Wertschätzung des Gegenübers und Aufrichtigkeit

Christen in der Automobilindustrie setzen sich dafür ein, dass christliche Grundwerte im persönlichen Arbeitsleben innerhalb des Unternehmens und in der sozialen Verantwortung außerhalb des Unternehmens sichtbar werden. Sie geben am Arbeitsplatz Beispiel für respektvollen Umgang untereinander und mit externen Partnern. Wertschätzung des Gegenübers und Aufrichtigkeit sind dabei selbstverständlich und sollen auch in Zusammenarbeit mit den Kollegen in den Regionen sichtbar werden.

Sie sind überzeugt, dass dies auch einen Beitrag zum nachhaltigen Unternehmenserfolg leistet. Einige Aufsichtsräte, Betriebsräte und Vorstände haben das mittlerweile erkannt und schätzen diesen besonderen Einsatz: Ein Zeichen, das Mut macht in dieser Zeit.

Text: „Evangelische Perspektiven“ – Magazin der Landeskirche in Braunschweig, 3 / 2019