Foto: HkD

Im Urlaub Zeit für Fragen nach Gott

Nachricht 15. Oktober 2019

Pastorin Beate Stecher wird zum 1. November Referentin für Kirche im Tourismus im Haus kirchlicher Dienste. Sie wird zuständig sein für die Region Ost, die vor allem die Lüneburger Heide, das Aller-Leinetal und die Elbtalaue umfasst. Dort wird sie in Zukunft die Verbindung zu Menschen in der Tourismus-Branche pflegen, verlässlich geöffnete Kirchen betreuen, sowie Kirchenführer und Kirchenpädagogen unterstützen. Ebenso wird Sie das kirchliche und touristische Engagement im Feld der Pilger- und Besinnungswege und der Bibelgärten stärken. Ab Februar 2020 übernimmt sie zusätzlich mit einer halben Stelle ein Pfarramt in der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Peter und Paul in Schneverdingen.

Kirchliches Engagement mit Menschen im Urlaub

Kirchliches Engagement mit Menschen im Urlaub ist der 53-Jährigen von Jugend auf vertraut. Schon in ihrer Heimatgemeinde Rinteln an der Weser betreute sie zusammen mit anderen Teamern von „Kirche Unterwegs“ die kirchlichen Angebote am Doktorsee bei Rinteln. „Dort trafen sich die Einheimischen und die Gäste“, erinnert sich die Pastorin, die zunächst eine Ausbildung zur Industriekauffrau absolvierte.

Weil ihr neben der Arbeit zu wenig Zeit für ihre ehrenamtlichen Aufgaben in der Kirchengemeinde blieben, begann sie nach Abschluss der Ausbildung ein Studium der Religionspädagogik an der Evangelischen Fachhochschule in Hannover. „Die Praktika habe ich alle im Bereich Freizeit, Erholung und Tourismus gemacht“, erzählt die Religionspädagogin. Als Teamleiterin betreute sie das Kirche-Unterwegs-Team für das ganze Weserbergland und ihr Gemeindepraktikum absolvierte sie in der Urlauberseelsorge der Deutschen Evangelischen Gemeinde in Dänemark.

Arbeit mit Urlaubern und Dauercampern

Nach dem Studium übernahm sie von 1994 bis 1995 eine Projektstelle im damaligen Amt für Gemeindedienst (AfG) im Arbeitsbereich „Freizeit, Erholung und Tourismus“. „Es ging darum, wie man auf Dauercampingplätzen und Ferienwohnungsanlagen mit festen Eigentümern die Menschen mit kirchlichen Angeboten erreichen kann“, erklärt die damals frisch gebackene Diakonin. Es schloss sich eine Projektstelle im Kirchenkreis Emsland-Bentheim an, bei der Stecher im Feriengebiet „Wilsumer Berge“ eine ökumenische Arbeit mit Urlaubern aufbaute. „Es entstand ein Team aus 20 bis 25 Ehrenamtlichen aus den evangelisch-lutherischen, den evangelisch-reformierten, den alt-reformierten und den römisch-katholischen Gemeinden der Umgebung“, so Stecher. Dazu kamen im Sommer externe Teamer aus ganz Deutschland und den Niederlanden. „Auf diese Weise konnten wir im Sommer jeden Tag Angebote für die Urlauber und Dauercamper machen.“

Wechsel in die Braunschweigische Kirche

Im Jahr 2000 wechselte Stecher dann in die Evangelisch-lutherische Landeskirche in Braunschweig. Dort übernahm sie in den Missionarischen Diensten die Betreuung der Angebote von „Kirche Unterwegs“ im Harz, war aber auch für andere Ehrenamtliche in vielen anderen Arbeitsfeldern zuständig. „Öffentlichkeitsarbeit wie Schaukastengestaltung und Gemeindebriefredaktion gehörten dazu, ebenso wie Besuchsdienst und Büchereiarbeit und der Messedienst für die Regionalmesse „Harz und Heide“. Mit der gleichen Aufgabe wechselte sie 2005 in die theologische Abteilung im Landeskirchenamt. Anstelle von Kirche Unterwegs war sie nun für den neuen Bereich „verlässlich geöffnete Kirchen“ und Kirchenführerausbildungen zuständig. „Im Laufe der letzten Jahrzehnte haben sich die Reise- und Freizeitgewohnheiten der Menschen verändert“, beobachtet die Theologin. „Heute haben geöffnete Kirchen als Ruheräume einen eigenen Wert, Menschen suchen spirituelle Angebote in Klöstern oder gehen Pilgern. Das war vor 30 Jahren noch anders.“

Als Pastorin in die Kirchengemeinde

2010 nahm Stecher die Möglichkeit der Braunschweigischen Landeskirche wahr, als Diakonin ins Pfarramt zu wechseln. Dazu nahm sie an theologischen Fortbildungen teil und arbeitete ein Jahr lang unter der Begleitung eines Mentors  als „Diakonin im Pfarramt“. Anfang 2012 wurde sie dann als Pastorin ordiniert und übernahm die Pfarrstelle in der Kirchengemeinde St. Petrus/Heiliggeist in Wolfsburg-Vorsfelde. „Die Arbeit dort ist sehr vielfältig. Wir haben eine verlässlich geöffnete, sehr schöne, alte Kirche, Jugend- und Konfirmandenarbeit mit vielen Teamern, aber auch Flüchtlingsarbeit mit einem großen Unterstützerkreis seit 2015“, resümiert die Pastorin.

Auftrag, den Menschen von Gott zu erzählen

Nun freut sich Stecher darauf, wieder mit Urlaubern zu arbeiten. „Mir ist unser Auftrag, den Menschen vom Glauben zu erzählen wichtig und ich habe festgestellt, dass die Menschen im Urlaub mehr Zeit und Offenheit für diese Themen mitbringen. Die Fragen, die sie ohnehin haben, können sie im Urlaub formulieren, da nehmen sie sich die Zeit dafür.“

Privat reist die neue Touristik-Pastorin selbst sehr gern, sowohl mit dem Wohnmobil als auch in die Ferne. In Wolfsburg hat sie eine Partnerschaft nach Tansania aufgebaut. In ihrer Freizeit kann man sie auch beim Lesen oder im Garten antreffen.

Eiuführung am 12. November in Bispingen

Landessuperintendent Dieter Rathing wird Pastorin Beate Stecher in einem Gottesdienst am 12. November um 16 Uhr in der Ole Kerk in Bispingen in ihren Dienst einführen.