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Mission. Geht. Weiter: 100 Jahre Leidenschaft

Nachricht 14. Oktober 2019
100 Jahre Missionarische Dienste: The journey is on – die Reise geht weiter. Bild: Rüdiger Theiselmann on Unsplash

Die Missionarischen Dienste feiern am 23. Oktober ihr 100-jähriges Jubiläum im Expo-Wal Hannover, zu dem über 120 Gäste erwartet werden. „Die Begegnung und der Austausch der Teilnehmenden stehen beim Jubiläumsfest im Vordergrund“, sagt Philip Elhaus, Leitender Referent für Missionarische Dienste im Haus kirchlicher Dienste (HkD) Hannover. Am Vormittag lässt der Geistliche Vizepräsident des Landeskirchenamtes der hannoverschen Landeskirche Arend de Vries den Wandel der Missionarischen Dienste seit ihrer Entstehung Revue passieren.

Gegründet wurden die Missionarischen Dienste 1919 in einem Gemeindehaus in Rotenburg an der Wümme mit dem Ziel von Schriftenverbreitung und Vermittlung von volksmissionarischen Verkündigern. Seitdem haben sie zahlreiche inhaltliche und strukturelle Wandlungen erfahren. „Das Ringen um die Balance zwischen der Institution Kirche und der Bewegung der missionarisch Bewegten kennzeichnet die hundertjährige Geschichte der Missionarischen Dienste in der Landeskirche“, so de Vries.

Eine Zeitreise durch die Geschichte erwartet die Teilnehmer am Nachmittag. Zwölf Erzählstationen aus den vergangenen 50 Jahren reichen von Zeltevangelisationen bis hin zur Ökumene der Sendung (Kirchehoch2), von Glaubenskursen in Gemeinden über das geistliche Leben im Kloster Bursfelde und dem Missionarischen Zentrum Hanstedt bis zur Prozessbegleitung in Kirchenkreisen – und ganz aktuell über Social Media bin hin zu einer Meditations-App XRCS auf dem Smartphone. Neben dem Rückblick wirft die Veranstaltung einen Blick nach vorn: „Denn wenn Mission an der Leidenschaft Gottes für seine Welt teilhat, dann weist sie immer über das Bestehende hinaus in die Zukunft. The journey is on – die Reise geht weiter“, sagt Elhaus.

Tagung in Loccum zur Kirchenentwicklung

Mit dem Jubiläumsfest allein ist es nicht getan. Zum 100. Geburtstag der Missionarischen Dienste sollen aktuelle Konzepte, ihre Theologien und ihre praktischen Formate unter dem Titel „Mission possible?!“ näher erkundet und diskutiert werden. Dazu veranstalten die Missionarische Dienste der Landeskirche in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Arbeitsstelle für Missionarische Kirchenentwicklung und diakonische Profilbildung (midi), Berlin, in der Evangelischen Akademie Loccum vom 1.-2. November eine Tagung zur missionarischen Kirchenentwicklung. Angesichts massiver Entkirchlichungsprozesse geschieht Kirchenentwicklung heute vielerorts unter missionarischen Vorzeichen. Dabei gestalten sich die Grenzen zwischen eher liberalen und eher bekenntnisorientierten Aufbrüchen ebenso fließend wie die zwischen Gemeindeaufbau und diakonischer Arbeit. (Anmeldung: www.loccum.de)

Der Geistliche Vizepräsident de Vries dazu: „Die Arbeit der Missionarischen Dienste ist unverzichtbarer und integrierter Bestand von Kirchen- und Gemeindeentwicklung im 21. Jahrhundert, und das in ökumenischer Zusammenarbeit. Die 100-jährige Geschichte zeigt zugleich, dass die Kirche immer auch darauf angewiesen bleibt, dass sie Impulse von außen, durch bewegte und bewegende Menschen und Gruppen braucht, damit sie nicht bei sich selbst, sondern der Aufforderung treu bleibt, ‚Botschafterinnen und Botschafter an Christi Statt zu sein‘. (2. Kor. 5,20)“