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Gott will im Dunkel wohnen

Nachricht 22. November 2019

Im Mittelpunkt des Kunstgottesdienstes  im Sprengel Museum Hannover am 1. Advent, dem 1. Dezember, um 11:15 Uhr steht ein „Rauchbild“ von Otto Piene. Das Kunstwerk stammt aus einer Reihe sogenannter Rauchbilder, die mit dem Ruß aus dem Rauch von Öllampen oder Kerzen hergestellt wurden.

„Das ‚Rauchbild‘ von 1963 wird in dem Gottesdienst in einen doppelten Dialog gebracht“, sagt Pastor Dr. Matthias Surall, Beauftragter für Kunst und Kultur im Haus kirchlicher Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, der den Gottesdienst leitet. „Zum einen im Gespräch mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die ihre Beobachtungen und Eindrücke beisteuern. Und zum anderen in das Gespräch mit biblischen Texten, die sich mit Licht und Dunkel in Bezug auf Gott und Mensch befassen, ein Themenfeld, das speziell in der Adventszeit eine große Rolle spielt“, so der Theologe.

Musikalisch begleitet wird der Gottesdienst durch den aus Australien stammenden Musiker Ashley Hribar am Flügel mit Stücken von Johann Sebastian Bach und Arvo Pärt. Besondere Bezugspunkte bilden die Adventslieder, die im Gottesdienst gesungen werden, allen voran „Die Nacht ist vorgedrungen“ von Jochen Klepper.

Das Sprengelmuseum am Maschsee liegt am Kurt-Schwitters-Platz. Um diese Veranstaltung des Museums besuchen zu können, ist – wie im Sprengel Museum üblich - neben dem Museumseintritt noch ein Euro für eine Sonderveranstaltung zu entrichten.

Zum Künstler

Otto Piene (1928 – 2014) war Ende der 1950er Jahre einer der Begründer der Künstlergruppe und Kunstbewegung ZERO, mit der eine „Stunde Null“, ein dynamisch-idealistisch-hoffnungsvoller Neustart der Kunst und ihrer Möglichkeiten ausgerufen und praktiziert wurde. Mit seinem umfangreichen Werk bearbeitete und umspielte Piene vor allem die Themen Licht, Raum und Bewegung. Die radikale Ausweitung der künstlerischen Mittel und Autorenschaft war ihm ein besonderes Anliegen.

Bekannt wurde Piene einem breiten Publikum durch die gigantische „Olympia Regenbogen“-Installation über den Olympiasee anlässlich der olympischen Sommerspiele 1972 in München. Zudem erlangte er speziell mit seiner vielfältigen Lichtkunst internationales Renommee. Genau damit ist er auch prominent im Kunstmuseum Celle vertreten.