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„Sie müssen in die direkte Kommunikation treten…“

Nachricht 22. November 2019

Ein Plädoyer für mehr Begegnung und Wertschätzung

Seit 2012 gibt es das Ökumenische Handwerksforum als gemeinsame Veranstaltung von Bistum Osnabrück, der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, des Kolpingwerkes und der Handwerkskammer. Unter dem Motto „Geliehen ist der Stern, auf dem wir leben“ aus dem EKD-Impulspapier für nachhaltige Entwicklung (2018) ging es am 12. November in Osnabrück um Chancen und Herausforderungen des Klimaschutzes. „Kirche und Handwerk erfüllen wichtige Aufgaben in unserer Gesellschaft. Es ist das Handwerk, das über das Wissen und das Können verfügt, Maßnahmen zum Klimaschutz umzusetzen.“, sagte Hille de Maeyer, Handwerkspastorin im Haus kirchlicher Dienste, die an dem Forum mitgewirkt hat.

Über Sprache und individuelles Verhalten statt über Zahlen und Technik wollte Andreas Skrypietz, Referent der Deutschen Bundesstiftung Umwelt mit Sitz in Osnabrück, sprechen. Für Kirche und Handwerk sieht er die große Chance, Orientierungspunkte zu setzen. Konkret geht es Skrypietz um Wertschätzung: der Menschen, der Umwelt, der handwerklichen Arbeit. Wertschätzung könne Verhaltensveränderung in Gang setzen, so der gelernte Zimmermeister, der zuvor Soziologie studiert hatte. „Wenn Sie was bewegen wollen, müssen Sie in die direkte Kommunikation treten“, stellte er klar. Landessuperintendentin Dr. Birgit Klostermeier erweiterte das Thema in der Diskussionsrunde und sprach von einem Nachhaltigkeitsdreieck. Es umfasse Ökologie, Ökonomie und die soziale Nachhaltigkeit. Die nötigen Aushandlungen zwischen diesen Interessensfeldern seien mühsam aber notwendig. „Alles beginnt mit der Dankbarkeit, einer Form der Wertschätzung“, so Klostermeier, die konkret die Frage anschloss, welche Unterstützungs- und Begegnungsmöglichkeiten Kirche im Rahmen ihrer Jugendarbeit mit dem Handwerk entwickeln könne.

Mangelndes Wissen, unterschiedliche Schwerpunktsetzung bei der Sanierung und vor allem fehlende Fachkräfte im Handwerk machte die Diskussionsrunde, an der auch Generalvikar Theo Paul und der Präsident der Handwerkskammer, Reiner Möhle, teilnahmen, als wesentliche Hindernisse eines zügigen Klimaschutzes aus. In einem geistlichen Wort zum Abschluss erinnerte Klostermeier mit Psalm 8, „der Psalm für das Handwerk“, an Gottes schöpferische Kraft in jedem einzelnen, zugleich aber auch an die Grenzen, die dankbar werden lassen.