Foto: HkD

Ruhen inmitten der Wogen

Nachricht 15. November 2019

„Der Ort, an den wir unsere Toten bringen, soll ein Zeichen für das Leben sein. Mit neuen naturnahen Flächen wollen wir seine Attraktivität steigern – für Mensch und Tier“, so die Ausgangsgedanken des Planungsteams zur Umgestaltung des Friedhofs auf Borkum, auf dem am 16. November eine Urnengemeinschaftsgrabanlage eingeweiht wird. Zusammen mit weiteren Kirchengemeinden nimmt die Christus-Kirchengemeinde Borkum am Projekt „Landschaftswerte – Biodiversität auf kirchlichen Friedhöfen“ des Arbeitsfeldes Umwelt- und Klimaschutz im Haus kirchlicher Dienste (HkD) teil.

„Das von der EU und dem Land Niedersachsen geförderte Projekt hat das Ziel, exemplarisch Flächen auf neun kirchlichen Friedhöfen in ganz Niedersachsen so umzugestalten, dass standortangepasste Biotope entstehen und Insektensterben und Artenverlust entgegen gewirkt wird“, sagt Joana Cavaco, HkD-Referentin für Umwelt- und Klimaschutz. Die teilnehmenden Friedhöfe beschäftigten sich – zum Teil schon seit mehreren Jahren – im Rahmen des Umweltmanagements „Der Grüne Hahn“ mit der Frage, wie sie einen Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung leisten können. Begleitet werden sie dabei von Referentinnen aus dem Haus kirchlicher Dienste.

Auf Borkum startete das Umgestaltungsprojekt im Sommer 2018. Mit der Anlage einer neuen Urnengemeinschaftsgrabanlage ist ein erster Teil des Projektes abgeschlossen und kann seiner Bestimmung übergeben werden. Die Urnen werden sinnbildlich „inmitten der Wogen“ beigesetzt, in einem Pflanzenmeer der blühenden Anlage. Dafür wurde die Fläche kartographiert und die Stellen für die Urnenbeisetzungen nummeriert. Nach der Beisetzung kann auf einer ca. 50 cm hohen Stütze eine Gedenkplatte mit Namen und Daten der Verstorbenen aufgestellt werden, die für alle Beisetzungen einheitlich von einem Borkumer Handwerksunternehmen hergestellt wird.

„Es hat bereits zwei Beisetzungen gegeben“, sagt Jörg Schulze, Pastor der Christus-Kirchengemeinde. „Die Nachfrage ist groß, was uns natürlich sehr freut. Es ist ein echtes Erfolgsprojekt mit ganz viel Interesse, Zuspruch und auch Gästekommunikation. Die Anlage ist nicht nur eine grüne Oase für Pflanzen und Tiere, insbesondere Insekten, sondern erfreut auch das menschliche Auge und ist wirklich zur Nachahmung zu empfehlen.“ Eine Beisetzung auf Borkum ist für alle möglich, gleich welcher Konfession oder Religionszugehörigkeit, für Insulanerinnen und Insulaner und ebenso für Gäste.

Weitere Informationen

Rückfragen zum Projekt bitte an:

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Joana Cavaco
Tel.: 0511 1241-740
Aufgabenbereich:

Referentin für Umwelt- und Klimaschutz