Foto: HkD

Shona-Skulpturen aus Simbabwe im Haus kirchlicher Dienste

Nachricht 07. November 2019

„Steh auf und geh!“ heißt der Titel der Ausstellung von Skulpturen aus Simbabwe im Haus kirchlicher Dienste (HkD) vom 20. November bis zum 4. Dezember. Anlass ist der Weltgebetstag 2020, die größte ökumenische Laienbewegung von Frauen. Die Gebete und die Texte dieses Tages werden im jährlichen Wechsel von Frauen aus einem anderen Land vorgeschlagen und verfasst, im März 2020 sind es Frauen aus Simbabwe. Als Einstimmung darauf zeigt die Ausstellung im HkD Skulpturen von simbabwischen Bildhauern, mit denen Künstler Caleb Munemo aus Garbsen verbunden ist. Die Vernissage findet am 20. November um 17 Uhr im Foyer vom HkD statt.

„Die Shona-Kunst verarbeitet Lebenssituationen und kann so auf die schlimme politische und gesundheitliche Situation in dem geschundenen Land hinweisen“, sagt Cornelia Renders, Referentin für Arbeit mit Frauen im HkD. „Die Schönheit der Skulpturen zeigt aber als Gegensatz dazu eine innere Befreiung. Dieses will die Textauslegung aus Joh. 5, den die Frauen aus Simbabwe ausgesucht haben, uns vor Augen führen“, so die Diakonin. „Es ist das nachdrückliche ‚steh auf und geh!‘“

Kunsthandwerk mit Tradition

Shona steht für die Hauptbevölkerungsgruppe in Simbabwe und die Stilrichtung der zentralafrikanischen Kunst. Sie umfasst expressive Skulpturen aus Stein, vor allem aus Serpentinit, die Menschen, Tiere und Fabelwesen darstellen. Die Ursprünge dieser Steinmetzkunst gehen auf das 11.-15. Jahrhundert zurück und basieren auf den mystischen Inhalten. Die archäologischen Funde aus der Ruinenstadt Great Zimbabwe zeigen riesige, in Stein gemeißelte altertümliche Vögel, die zum heutigen nationalen Symbol Simbabwes wurden.

Natur, Mystik und starke Gefühle

In den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde aus der britischen Kolonie Rhodesien Zimbabwe. In dieser Umbruchzeit erlebte die Shona-Skulptur eine Rückkehr. Auf der einen Seite das reiche Vorkommen mineralischer Rohstoffe wie Serpentinit und der Bau einer Nationalgalerie in der Hauptstadt, auf der anderen Seite internationale Sanktionen gegen das Land, welches von einer weißen Minderheitsregierung ähnlich wie in Südafrika regiert wurde. Damit einher gingen hohe Arbeitslosigkeit und eine wirtschaftliche Aussichtslosigkeit der schwarzen Bevölkerung, die nach neuen Beschäftigungsformen suchte. So ist die moderne Shona-Bildhauerei entstanden, ein Ausdruck von Natur, von Mystik und von starken menschlichen Gefühlen.

Heutzutage präsentieren Shona-Künstler der dritten Generation ihre Kunstwerke und verbinden in den abstrakten Formen die Tradition, spirituelle Einflüsse und ihre persönlichen Glaubenssätze, Gedanken und Gefühle. Die zeitgenössische Shona-Kunst schreibt wenig vor und lässt sowohl den Schaffenden als auch den Betrachtenden viel Freiraum für die eigene Wahrnehmung und die Fragen an sich und das Leben.

Besuch der Ausstellung

Vernissage am 20. November

Die Vernissage der Ausstellung findet am 20. November um 17 Uhr im Foyer des Hauses kirchlicher Dienste (Archivstr. 3) statt. Sie wird von der Cellistin Monika Herrmann musikalisch untermalt.

Öffnungszeiten

Die Ausstellung ist vom 20. November bis zum 4. Dezember werktags vom 9 bis 18 Uhr geöffnet. Anmeldung für Führungen: Anna Beisse-Munemo, Tel. 05137 79205.