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Einer der ersten im Netz

Nachricht 27. Mai 2019
Ralph-Ruprecht Bartels, der das Projekt „Das vernetzte Dorf“, jetzt „Bremke.digital“, ins Leben rief, geht zum 1. Juni in den Ruhestand. Foto: Jens Schulze/HkD

Pastor Ralph-Ruprecht Bartels geht zum 1. Juni 2019 in den Ruhestand. Zuletzt leitete er als Referent das Projekt „Vernetztes Dorf“, jetzt „Bremke digital“, im Haus kirchlicher Dienste (HkD).

Die digitale Welt hat den Pastor schon in den Anfängen des Internets fasziniert. Bereits in den 90er Jahren gestaltete er als Referent für Fortbildung und geistliches Leben in der Jugendarbeit die erste Homepage für das Landesjugendpfarramt. „Angefangen habe ich mit einem Fortbildungskalender“, erinnert sich der 62-Jährige. „Damals musste man noch alles selbst programmieren. Da habe ich nachts von spitzen Klammern geträumt.“

Schnell wurden weitere Inhalte auf den Seiten veröffentlicht, zum Beispiel der Fastenkalender „Gegen den Trend“, an dem Bartels mitgearbeitet hat. „Ich habe darin versucht, verständlich über Glaubensthemen zu schreiben“, so der Theologe. „Das war quasi eine alltagstaugliche Dogmatik.“

2001 zog es Bartels wieder in die Gemeinde. In Harsum bei Hildesheim lagen ihm besonders die Konfirmandenfreizeiten am Herzen. „Wir sind mit 120 Jugendlichen für fünf Tage weggefahren“, erzählt der Pastor. „Eigentlich werden Freizeiten doch erst interessant, wenn der erste große Krach da war und gut bearbeitet wurde.“ Die Arbeit mit Jugendlichen war bereits in seiner ersten Gemeinde in Kemme bei Hildesheim von 1983 bis 1994 ein Schwerpunkt seiner Arbeit. In seinem Heimatort Wrisbergholzen hatte Bartels schon in der Jugendzeit zusammen mit anderen Jugendlichen selbständig Freizeiten geleitet. Er studierte dann Theologie in Göttingen und wurde 1981 Vikar in Weende bei Göttingen.

2012 übernahm er mit einem Viertel seiner Dienstzeit die Aufgaben des Diakoniepastors im Kirchenkreis Hildesheim, die er bis Mai 2019 beibehielt. Er begleitete die Mitarbeitenden der Diakonie mit Andachten und seelsorglichen Gesprächen. Auch die Öffentlichkeitsarbeit und die Pflege der Homepage gehörten zu seinen Aufgaben.

Mitte 2016 kam Bartels ins HkD, um das Projekt „Das vernetzte Dorf“ aufzubauen. Für seine Idee, Menschen mit Hilfe einfach zu bedienender Tablet-Copmputer auf den Dörfern besser zu vernetzen, war zunächst viel Recherche nötig. „Wo gibt es ähnliche Projekte? Wie ist die Situation von Menschen in ländlichen Gebieten?“ waren Fragen, die Bartels bewegten. Bei der Suche nach Projektpartnern gelang es ihm, die Stiftung Digitale Chancen aus Berlin als Partner zu gewinnen. „Die Stiftung war eine große Hilfe bei den Anträgen“, betont Bartels. „Gemeinsam haben wir einen Projektentwurf geschrieben und uns um Mittel beworben.“ Als Ort für die Durchführung eines Pilotprojektes konnte das Dorf Bremke bei Göttingen gewonnen werden.

Die Bewilligung der Gelder aus den Mitteln für Digitalisierungsprojekte zog sich bis Mitte des Jahres 2018 hin. In der zweiten Hälfte des Jahres 2018 fiel Bartels krankheitsbedingt aus. Die Moderation übernahm in der Übergangszeit Peter Meißner, Referent für Gemeinwesendiakonie im HkD.

Bartels hat bereits an verschiedenen Orten Tablet-Schulungen für Senioren durchgeführt. „Es ist bewegend, wie dankbar die Menschen sind, wenn man sich geduldig ihrer annimmt“, beschreibt der Pastor seine Erfahrungen. „Für viele eröffnet sich eine neue Welt. Allein würden sie nicht darauf kommen, aber durch die Technik können sie mit Kindern, Enkeln und Menschen aus dem Dorf auf einfache Weise im Kontakt bleiben.“

Seit Januar 2018 leitet Pastorin Ellen Radtke das Projekt, das nun „Bremke.digital - Das vernetzte Dorf“ heißt. An einzelnen Stellen unterstützte Bartels aus dem Hintergrund, soweit seine Gesundheit es zuließ.

Bartels ist verheiratet, hat zwei erwachsene Kinder und drei Enkel. Seine Verabschiedung wird am Mittwoch, 5. Juni um 12 Uhr in der Mittagsandacht im HkD gefeiert.