Foto: HkD

Treibhausgase reduzieren

Nachricht 24. Mai 2019

„Gemeinden beraten, wie sie Energie einsparen können“, so beschreibt Bernhard Zahner, Referent für Umwelt und Klimaschutz im Haus kirchlicher Dienste (HKD), in kurzen Worten seine Aufgabe in den letzten zwei Jahren. „Letztlich geht es darum, Treibhausgase zu reduzieren, um unsere Klimaschutzziele zu erreichen.“ Zum 31. Mai endet nun die befristete Tätigkeit des Klimaschutzmanagers. Die Stelle wurde gefördert durch die Nationale Klimaschutzinitiative – ein Programm des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU).

Klimaschutz in Gebäuden

Zahner arbeitete als Nachfolger von Martin Schultze an der Umsetzung des „Integrierten Klimaschutzkonzeptes“ der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit lag auf dem Handlungsfeld „Klimaschutz in Gebäuden“.

Bei energetischen Sanierungsmaßnahmen wie zum Beispiel dem Austausch von Heizungen oder Fenstern beriet und unterstützte Zahner die Gemeinden in der Landeskirche. Neben der technischen und strategischen Beratung half er den Gemeinden durch den „Fördermitteldschungel“. Hierfür erarbeitete er einen Katalog von Fördermitteln, die von Kirchengemeinden beantragt werden können. „Gerade Gemeinden, die finanziell schwächer gestellt sind, bekommen auf diese Weise eine Möglichkeit, ihren energetischen Standard zu verbessern“, betont der Klimaschutzmanager. „Wenn sie hier anrufen, gebe ich ihnen einen Rundum-Überblick, was möglich und vor allem sinnvoll ist.“

Schulungen im Energiemanagement - auch digital

Neben der fachlichen Beratung von Gemeinden schulte er Ehren- und Hauptamtliche im kirchlichen Energiemanagement. Beim Energiemanagement geht es darum, eine systematische Methode und einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess zu etablieren, um Energie einzusparen, Betriebskosten zu senken und das Klima zu schützen. „Am Anfang steht immer eine regelmäßige Erfassung der Energieverbräuche, denn nur wer seine Energieverbräuche kennt, kann sie auch nachweislich senken“, erklärt der Ingenieur für regenerative Energietechnik das Vorgehen.

Um Ehren- und Hauptamtlichen auch aus der Ferne einen Einblick ins Energiemanagement zu ermöglichen, entwickelte Zahner gemeinsam mit anderen Referentinnen des Arbeitsfelds Umwelt- und Klimaschutz einen E-Learning-Kurs. Die Teilnehmenden kamen zu Beginn und zum Ende des Kurses zu einem Treffen nach Hannover. In der Zeit dazwischen wurden auf einer Internet-Plattform nach und nach einzelne Module mit Informationen und Videos zu verschiedenen Energiethemen freigeschaltet. Am Ende des Kurses hatten die Teilnehmenden das Rüstzeug, um die energetische Situation bei ihnen vor Ort zu erfassen und zu bewerten.

Mit dem Ende von Zahners Tätigkeit endet vorerst auch der E-Learning-Kurs. Auf Nachfrage können Interessierte aber beim Arbeitsfeld Umwelt- und Klimaschutz Zugang zu den Inhalten des Kurses erhalten.

Deutlich mehr Einsparungspotential vorhanden

Zahner erstellte auch eine Energie- und CO2-Bilanz für die Gebäude der gesamten Landeskirche. Die Ergebnisse zeigen, dass in den Jahren 2005 bis 2015 etwa ein Drittel der CO2-Emissionen eingespart wurde, die durch das Beheizen der Gebäude verursacht werden. Die Verbrauchszahlen für Strom bleiben allerdings seit Jahren konstant, hier ist deutlich mehr Einsparungspotential vorhanden. „Hier ist der sogenannte Rebound-Effekt ein Problem. Wir kaufen zwar immer effizientere Elektrogeräte, wenn aber zusätzliche Geräte angeschafft werden, bleibt der Energie-Verbrauch doch konstant“, so Zahner. Lediglich durch den Wechsel vieler Gemeinden zu Öko-Strom-Anbietern konnten Treibhausgase reduziert werden.

Weiterhin Schulungen möglich

In Zukunft wird das Handlungsfeld durch die vorhandenen Referentinnen und Referenten des Arbeitsfelds abgedeckt. Vor allem für das Energiemanagement wird es weiterhin Schulungen geben. Vor Ort in den Kirchenämtern werden kostenfreie eintägige oder mehrstündige Einführungskurse ins Energiemanagement und ins Grüne Datenkonto angeboten. Voraussetzung dafür ist, dass sich das Kirchenamt jeweils mit dem Arbeitsfeld in Verbindung setzt und den Kurs organisiert. Interessierte Gemeinden nehmen einfach Kontakt zu dem Gebäudemanager oder der Gebäudemanagerin in ihrem Kirchenamt auf und informieren auch das Arbeitsfeld. Diese Schulungen sind Teil des Kirchenkreis-Energiemanagements.

Verabschiedung am 29. Mai um 12 Uhr

„Die Arbeit hier im Arbeitsfeld habe ich sehr genossen!“, sagt der 33-Jährige rückblickend. „Wir arbeiten alle an den Themen Klima und Umwelt, das ist genau das, was jetzt ‚brennt‘.“ Privat verbringt er viel Zeit mit seinen beiden kleinen Kindern und in seinem Garten.

Bernhard Zahner wird am Mittwoch, 29. Mai in der Andacht des HkD um 12 Uhr verabschiedet.