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Konfessionslosigkeit als Herausforderung

Nachricht 13. März 2019

Erstmals trafen sich Landessuperintendentin Dr. Birgit Klostermeier (Osnabrück) und Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr (Emden) gemeinsam mit den Beauftragten für Konfessionsökumene und für Weltanschauungsfragen aus den Sprengeln Osnabrück und Ostfriesland-Ems im Kloster Frenswegen, sowie den Fachreferenten aus dem Haus kirchlicher Dienste. „Diese Runde bekam durch diese Zusammensetzung einen erweiterten Blickwinkel und war bereichernd in ihrem Austausch“, freute sich Regionalbischof Klahr und eröffnete die Konferenz mit einer Bibelarbeit.

Das Kloster Frenswegen, unter dessen Dach sechs Kirchen zusammenarbeiten, ist hierfür traditionell der geeignete Tagungsort. In diesem Jahr ging es vor allem um den Dialog der Kirche mit Konfessionslosen. Dies sei angesichts der unaufhaltsam fortschreitenden Säkularisierung der Gesellschaft eine Herausforderung für die Arbeit in den Gemeinden, sagte Landessuperintendentin Dr. Birgit Klostermeier. „Vielleicht muss man konfessionslos denken lernen, um Anknüpfungen zu finden“, stellte die lutherische Regionalbischöfin fest.

Konfessionslosigkeit gehöre zur Signatur der westlichen Gesellschaften, führte Pastor Woldemar Flake, Beauftragter für Ökumene im Haus kirchlicher Dienste Hannover aus. Gemeinsam mit seinem Kollegen, Pastor Jürgen Schnare (Beauftragter für Weltanschauungsfragen), skizzierte er die Verschiebungen und den Wandel der religiösen Gesellschaft, vornehmlich mit Blick auf Deutschland.

Der Traditionsabbruch setze sich in den Familien fort. In den kommenden Jahren werden 35 bis 40 Prozent der deutschen Bevölkerung konfessionslos sein, zitierte Flake die Studie des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Evangelischen Kirche in Deutschland aus dem Jahr 2016 „Areligiosität als Standard - Wer sind die Konfessionslosen?“. Es gebe keine Wiederkehr des Religiösen, Gleichgültigkeit gegenüber der Religion und Verlust des Kontaktes zur Religion liefen parallel, betonte Flake.

Der lebhafte Austausch in großer Runde warf viele Fragen auf nach Kontaktpunkten, Anknüpfungschancen und nach Orientierung. Es wurden Fragen gestellt nach der Bedeutung der Konfessionslosigkeit in der Gemeinde mit Blick auf Taufe, Konfirmation und das Patenamt.

Dass Zuhören und Hinhören oft ein erster Ansatzpunkt seien, berichtete Pastor Thomas Arens aus Esens (Kirchenkreis Harlingerland). Als weiteres Beispiel für einen gelingenden Kontakt nannte Pastor Erik Neumann (Kirchenkreis Melle-Georgsmarienhütte) seine Erfahrungen mit dem Angebot der Kite-Camps. Informationen zu den Kite-Camps im Internet unter www.Ewigkite.de.