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Brahms: Bundeswehr-Werbekampagne ist „empörend und völlig unangemessen“

Nachricht 12. Juni 2019
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Der EKD-Friedensbeauftragte kritisiert scharf die neueste Bundeswehr-Werbekampagne. Foto: Matthias Ulrichs, Bremische Evangelische Kirche

Der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland Renke Brahms kritisiert scharf die neueste Bundeswehr-Werbekampagne. „Ich finde es empörend und völlig unangemessen, mit einem Slogan ,Gas, Wasser, Schießen´ Handwerker für die Bundeswehr zu suchen“, sagt Brahms zu den Plakaten, die derzeit veröffentlicht werden. „Dies ist ein weiteres Beispiel dafür, wie verharmlosend die Bundeswehr für sich wirbt,“ betont auch Lutz Krügener, Referent für Friedensarbeit im Haus kirchlicher Dienste.

Vielleicht wolle die Bundeswehr oder das Verteidigungsministerium mit einem solchen Slogan besonders witzig sein, Brahms empfinde die Werbung aber als eher peinlich. „Das Wort Gas im Zusammenhang mit Schießen und Militär lässt wenig Fingerspitzengefühl und geschichtliches Bewusstsein bei den Verantwortlichen erkennen“, sagt der EKD-Friedensbeauftragte. Es seien deutsche Soldaten gewesen, die im Ersten Weltkrieg erstmals Gas in einem Krieg eingesetzt hätten. Und in den Gaskammern der Konzentrationslager seien während des Zweiten Weltkrieges Millionen Menschen umgekommen. „Hier wäre eine andere Wortwahl mit Sicherheit angebrachter gewesen“, so der evangelische Theologe.

Brahms fordert das Bundesverteidigungsministerium auf, die Werbekampagne zu stoppen. „Mit solchen unbedachten Slogans sorgt die Bundeswehr vielleicht für Aufsehen, aber sie tut sich damit ganz sicher keinen Gefallen. Dies wird zudem den vielfältigen, aber auch gefährlichen Anforderungen einer Tätigkeit bei der Bundeswehr nicht gerecht, denn der Beruf in der Bundeswehr ist wahrlich kein Handwerk, das mit anderen zu vergleichen ist“, betont der EKD-Friedensbeauftragte.

Ansprechpartner

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Lutz Krügener
Tel.: 0511 1241-560
Aufgabenbereich:

Referent für Friedensarbeit
Pastor