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Klimaschutz in Kitas geht weiter

Nachricht 06. Juni 2019

Maria Karnagel hat ab 1. Juni den technischen Bereich des Projektes „Klimaschutzmanagement in kirchlichen Kindertagesstätten“ als Referentin im Arbeitsfeld Umwelt- und Klimaschutz im Haus kirchlicher Dienste in Hannover übernommen. Im Gegensatz zu ihrem Vorgänger, Tobias Pütz, wird sie im Umfang einer halben Stelle beschäftigt sein.

Als Klimaschutzmanagerin berät sie Kindertagesstätten und deren Trägerorganisationen bei der Umsetzung von Energieeinsparmaßnahmen, für die nur geringe Investitionen nötig sind, beim Energiecontrolling und beim Aufbau eines Energiemanagements. Änderungen im Nutzerverhalten bieten ebenfalls ein großes Potenzial, Energie einzusparen: zum Beispiel durch Stoßlüften oder das Schließen von Türen, damit die Wärme nicht verloren geht, oder indem die Thermostate an Heizkörpern richtig eingestellt wird. Hierfür wird sie Mitarbeitende zu klimaschützendem Verhalten motivieren. Für einige Maßnahmen, die darüber hinausgehen, können öffentliche Fördermittel beantragt werden. Auch dabei wird die Klimaschutzmanagerin die Kindertagesstätten unterstützen.

Karnagel studierte von 2010 bis 2014 Betriebswirtschaft und Nachhaltigkeits-Humanwissenschaften in Lüneburg. Schon während des Studiums begann sie in einer Unternehmensberatung zu arbeiten. „Man kann dort schnell Unternehmen kennenlernen und einen Einblick in verschiedene Branchen gewinnen“, sagt die 29-Jährige rückblickend. „Jedes Unternehmen hat seine eigene Kultur, die Mitarbeitenden ziehen sich anders an und sprechen eine eigene Sprache. Mir liegt es, zwischen diesen Kulturen zu vermitteln.“

Erste Erfahrungen im Vermitteln machte Karnagel bereits als Schülerin. Mit 16 Jahren erhielt sie ein Stipendium der „Stiftung Ökumenisches Lernen“ der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig. „Ich habe mich schon damals für interreligiöse Zusammenarbeit interessiert“, so Karnagel. „Es geht ja immer darum: Was haben wir gemeinsam bei allen Unterschieden.“

Aufgrund ihrer sozialen Fähigkeiten war sie zunächst in der Personalabteilung tätig und wurde schließlich Geschäftsführerin. „In einer Unternehmensberatung für kleine und mittelständische Betriebe geht es oft um fachliche Probleme, wie etwa das Wissensmanagement“, erzählt die Betriebswirtin. „Oder es kommt eine Firma und sagt: ‚Wir sollen Energiemanagement machen, wie geht denn das?‘“

2014 wechselte sie zu einer Unternehmensberatung in Oldenburg, die sich auf die Beratung für Energie- und CO2-Management spezialisiert hat. „Ich habe mich dann in die ganzen technischen Fragen hineingefuchst und festgestellt, dass mir das viel Freude bereitet. Ich hatte mit Elektrikern und Ingenieuren zu tun und es ging um große technische Anlagen, wie Druckmaschinen, Mühlen, Mischwerke, Extruder, CNC-Maschinen, auch Ziegeleien. Ich wusste gar nicht, wie spannend das ist!“

Von 2016 bis 2017 ging Karnagel aus privaten Gründen nach Nordindien. Bereits nach der Schule hatte sie als Vertreterin der Braunschweigischen Landeskirche ein Jahr Freiwilligendienst in einem Kindergarten und einem Mädchenheim in Südindien geleistet.

Ein wenig Erfahrung mit deutschen Kindergärten hat sie auch. „Ich habe die Eingewöhnungszeit mit meinem Patenkind im Kindergarten mitgemacht“, erzählt Karnagel schmunzelnd. Privat singt sie im Kirchenchor und verbringt viel Zeit im Garten. „Ein zeitintensives Hobby, vor allem im Herbst, wenn alles verarbeitet und eingekocht werden muss“, sagt die Nachhaltigkeitswissenschaftlerin, die übergangsweise auch schon in einem Bioladen gearbeitet hat.

Die Einführung von Maria Karnagel wird in der Andacht am Mittwoch, 14. August um 12 Uhr in der Kapelle des HkD gefeiert.